Sex im Alter - Es darf
Spaß machen!
Sex
im Alter ist insbesondere bei jüngeren Menschen noch
ein Tabuthema. Zeit also mit Vorurteilen aufzuräumen.

Die
zweite Lebenshälfte bedeutet Veränderung und Chance im
Umgang mit der Sexualität. Es ist die Zeit, in
der man neue, eigenständige Modelle im Verhalten und
der Sexualität leben kann. Die Sexualität der zweiten
Lebenshälfte kann nicht nach dem Muster der ersten gelebt
werden.
Sex im Alter ist oft mit negativen Vorstellungen
von Verlust, Behinderung und Krankheit verbunden. Eine
Fülle von Vorurteilen und falschen Vorstellungen überlagert
dieses Thema. Jeder kennt solche Sätze wie "Männer können
nicht mehr" oder "Frauen haben keine Lust mehr". So
als seien ältere Menschen quasi automatisch asexuelle
Wesen. Doch das Alter allein sagt reichlich wenig darüber
aus, wie Menschen ihre Sexualität (er)leben.
Studien und
Umfragen belegen, dass ältere Menschen häufig bis
fast immer Lust auf Sex haben. Doch Wunsch und Wirklichkeit
gehen oftmals stark auseinander. Aber nicht die typischen
Erscheinungen des Älterwerdens verhindern erfüllten
Sex im Alter. Vielmehr sind der fehlende Partner,
Krankheiten, die mit Medikamenteneinnahme verbunden
sind, Vorurteile und vor allem Sprachlosigkeit Gründe
für das Nichterfüllen des Wunsches nach Sex.
Zumindest wird heutzutage wesentlich unbefangener über
Sex im Alter gesprochen. Ein wichtiger Schritt in die
richtige Richtung.
Eine
aktiv gelebte Sexualität hat gerade im Alter viele positive
Effekte. Sie dient nicht nur der Lebensqualität und
Vitalität ganz allgemein, sondern hat auch direkte gesundheitliche
Auswirkungen. Die Durchblutung wird gefördert, Stoffwechselprozesse
werden angeregt, die Beckenmuskulatur trainiert und
die Hormonproduktion ganz natürlich stimuliert. Bei
Schwierigkeiten hat die moderne Medizin wirksame Hilfsmittel
zur Verfügung. Sehr hilfreich ist das vertrauensvolle
Gespräch mit einem guten Hausarzt oder der Besuch einer
Hormonsprechstunde bei einem Internisten oder Endokrinologen.
Oft sind es ganz einfache Lösungen, die der Arzt anbieten
kann.
Das
Tabu "Sex im Alter" betrifft insbesondere Frauen. So
wird deren Sexualität jenseits der Wechseljahre kaum
erforscht. Die Tatsache, dass Frauen jenseits der Gebärfähigkeit
oft sexuell aktiver sind als vorher, wird ignoriert.
Die Hormonproduktion geht nicht zu Ende, sondern spielt
sich neu ein.
Auch
die Potenzstörungen des Mannes sind mit Vorurteilen
behaftet. Man weiß, dass an Impotenz selten das
Alter schuld ist, sondern Faktoren wie Zuckerkrankheit,
erhöhte Blutfette, Bluthochdruck, Übergewicht, Alkohol-
und Zigarettenkonsum und nicht zuletzt psychische Gründe.
Für eine erfreuliche Sexualität müssen die Rahmenbedingungen
stimmen, in welchem Lebensabschnitt auch immer.
Eine
Seite der Sexualität im Alter ist die Tatsache, dass
viele Männer und noch mehr Frauen in der zweiten Lebenshälfte
über lange Zeit allein leben. Sie müssen auch ohne Partner
eigene Wege für Zärtlichkeit und Sexualität finden.
So bekommt auch die Selbstbefriedigung eine neue
Rolle und wird von vielen Menschen in dieser Situation
neu entdeckt. Selbstbefriedigung ist oft eine gute Lösung,
mit vielen positiven Effekten. Einfache Hilfsmittel
erleichtern den Einstieg in Formen der Sexualität ohne
Partner. Solche Verhaltensweisen sind weit mehr als
nur eine Notlösung. Sie sorgen für ein positives Körpergefühl,
den Kontakt zum eigenen Körper und halten all die Funktionen
wach, die Körper und Seele gut tun. Auch die Selbstbefriedigung
wirkt durchblutungsfördernd und stimuliert auch noch
jenseits der 60 die Hormonproduktion.
Ältere Menschen haben ein großes Potential an Erfahrung
und Zärtlichkeit. Sie müssen es nur nützen. "Use it
or lose it", sagen die Amerikaner. "Mach es, oder du
verlernst es." Das gilt nicht nur für die Muskulatur
des Sportlers, sondern auch für die Sexualität. Dabei
ist nichts so individuell, wie die eigene Sexualität,
ob in der Jugend oder im Alter. Man kann auch im Alter
mit seinen vorhandenen Potentialen kreativ umgehen.
Quelle:
WDR (www.wdr.de)
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