Achtsamkeit – wie kann man sie trainieren?

Bild von John Hain auf Pixabay

Ursprünglich stammt die Vorstellung von Achtsamkeit aus dem Buddhismus. Bei dieser Idee geht es darum, einen Zustand von großer Wachheit und äußerster Konzentration bei gleichzeitiger emotionaler Distanz zu erreichen. Nicht nur der Work-Flow verbessert sich hierdurch. Auch im Privatleben, sei es im familiären Bereich oder in der Gesellschaft von Freuden, kann die Praxis von Achtsamkeit eine enorme Steigerung der Lebensqualität bedeuten. Grundsätzlich gilt also: Von Achtsamkeit kann auch ein nicht-religiöser Mensch profitieren! Wie das funktioniert, soll im Folgenden erläutert werden.

Wie stelle ich Achtsamkeit her?

Allgemein wird unter 4 verschiedenen Aspekten unterschieden, auf die sich Achtsamkeit fokussieren lässt. So kann ich beispielsweise:

1. Meine Achtsamkeit auf die mich umgebenden Dinge ausrichten, d.h. ich konzentriere mich ganz auf meine Umgebung, lasse meinen Blick durch den Raum wandern. Mitunter nehme ich Unordnung war, störende Gerüche, grelles Licht oder Lärm. All dies wird nicht bewertet. Die Unordnung ist nur deswegen Unordnung, weil ich denke, dass ich für ihre Beseitigung zuständig bin. Beim Training von Achtsamkeit soll dieser Gedanke keine Rolle spielen, da es sich dabei um eine Bewertung der Umgebung handelt.

2. Achtsamkeit auf meinen Körper lenken. Das heißt nicht: Einfach irgendwie in mich hineinspüren, sondern das Bewusstsein gezielt von Kopf bis Fuß durch den Körper hindurchwandern lassen. Wo haben sich Verspannungen aufgebaut? Sind meine Hände und Füße kalt oder warm? So ein Bodyscan kann zwischen 20-30 Minuten dauern und führt zu tiefer Entspannung und paradoxerweise gleichzeitig zu extremer Wachheit. Für die meisten Praktizierenden stellt dieser Zustand eine sehr angenehme Erfahrung dar.

3. Achtsam auf meine Gefühle lauschen, meinen Gedanken und Impulsen nachspüren, ohne diese zu bewerten. Fühle ich mich schon wieder gehetzt und unzulänglich? Rauschen die Eindrücke an mir vorbei und hinterlassen einen Strudel an Informationen, die sich so schnell, wie sie auf mich einprasseln, gar nicht verarbeiten lassen? Hier heißt es, Ruhe bewahren und nicht gegen die Gefühle ankämpfen. Sie sind da, akzeptieren Sie sie.

4. Mein Handeln mit Achtsamkeit begleiten – und sei es noch so alltäglich.
Fragen Sie sich auch manchmal, ob Sie die Haustür wirklich abgeschlossen haben? Wo sich wieder einmal der Autoschlüssel versteckt hält? All diese alltäglichen Probleme treten deswegen auf, weil wir in unserem Handeln oftmals extrem routiniert und absolut unachtsam vorgehen. Wer sich also in Achtsamkeit üben möchte, muss genau gegenteilig verfahren. Dazu eignen sich Routinetätigkeiten besonders gut. Denn wenn dem Zähneputzen oder Geschirrspülen plötzlich unsere volle Aufmerksamkeit zuteil wird, eröffnet sich ein ganz neuer Wahrnehmungshorizont. Wir spüren, wie das lauwarme Wasser über unsere Finger rinnt oder die Zahnpasta im Mund beginnt zu schäumen. Dinge, die wir sonst im Alltag kaum beachten.

Wahrnehmen – nicht urteilen!

Unbedingt zu beachten bei all diesen Achtsamkeits-Augenblicken ist, das Geschehen niemals zu bewerten, kein Gefühl zu verurteilen, sich der Gedanken nicht zu schämen. Was ist – ist. Beim Achtsamkeits-Training erfolgt keine Aufarbeitung. Es wird die Wahrnehmung geübt. Wahrnehmung und Beurteilung sind zwei vollkommen unterschiedliche Vorgänge, die streng voneinander getrennt werden müssen, um das Erlernen von Achtsamkeit zu ermöglichen. Bewertungen können fehlerhaft sein, weil sie unter Umständen auf unachtsamen Beobachtungen beruhen.

Um etwas tatsächlich bewerten zu können, muss zuerst die Wahrnehmung geschärft werden. Achtsamkeit kann zu einem umfassenderen Urteilsvermögen beitragen.

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