Was bedeuten die Begriffe Cringe, Crush und Kittenfishing

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Bild von Lukas Bieri auf Pixabay

Neben vielen anderen, in der deutschen Sprache etablierten Anglizismen, handelt es sich auch bei den Begriffen „Cringe, „Crush“ und „Kittenfishing“ um ursprünglich englische Wörter, die sich vor allem unter Jugendlichen und in den sozialen Medien großer Berühmtheit erfreuen. Im Folgenden sollen diese Begriffe beschrieben und ihre Verwendung erklärt werden.

Cringe – Jugendwort zum Schämen

Der Anglizismus „cringe“ wurde zum Jugendwort des Jahres 2021 gewählt und wird in diversen sozialen Medien seit einigen Jahren sehr häufig genutzt. Direkt aus dem Englischen übersetzt bedeutet „to cringe“ eigentlich so viel wie „zusammenzucken“ oder „erschaudern“ und stimmt damit inhaltlich einigermaßen überein mit der Verwendung der Jugendlichen im Internet. Dort wird der Begriff „cringe“ nämlich dann verwendet, wenn man Scham oder vorrangig Fremdscharm zum Ausdruck bringen möchte, was einen in manchen Fällen tatsächlich zum Erschaudern bringen kann. Ein Beispielsatz könnte dann etwa lauten: „Diese Situation gestern in der Schule war so cringe/cring(e)y.“ „Cringy“ bzw. „cringey“ sind die zum Verb „cringe“ gehörigen Adjektive.

Crush – Ein Wort zum (Ver-)lieben

Im Gegensatz zu „cringe“ hat der Begriff „crush“, bei dem es sich ebenfalls um eine Entlehnung aus dem Englischen handelt, wie er von jungen Menschen und in den sozialen Netzwerken verwendet wird, weniger mit der ursprünglichen Wortbedeutung zu tun: Während das Verb „to crush“ ins Deutsche übersetzt eigentlich „zerquetschen“ oder „vernichten“ bedeutet, wird es heute als Begriff für „Schwarm“ verwendet. Wenn jemand sagt er oder sie habe einen „crush“ auf jemanden, heißt das also die Person sei verliebt oder schwärmt für jemanden. Man kann einen „crush“ auf einen Schulkameraden haben und tatsächlich verliebt sein oder beispielsweise einen „celebrity crush“ auf einen Superstar. Zweiteres hat dann weniger mit echter Liebe, als eher mit einer Schwärmerei zu tun. In den sozialen Netzwerken kann man zudem Bilder von Haustieren sehen, die mit der Bildunterschrift „#crush“ versehen sind – mit dem Begriff „crush“ können also verschiedene Formen der Zuneigung ausgedrückt werden.

Kittenfishing – der kleine Bruder des Catfishing

Um „Kittenfishing“ verstehen zu können, muss man erst den Begriff und die Bedeutung von „Catfishing“ kennen. Catfishing bezeichnet die Praktik sich eine gefälschte Online-Identität anzueignen, um bewusst und gezielt andere Menschen zu täuschen. Personen die im Internet „Catfishing“ betreiben, benutzen dafür Fotos und Charakterbeschreibungen, die entweder von anderen Personen übernommen oder frei erfunden wurden. Es können dabei komplett neue, erdachte Identitäten angenommen werden. Sehr häufig ist dieses Phänomen auf Dating-Plattformen zu beobachten.
„Kittenfishing“ ist, wie man aus dem Namen ableiten kann (Cat = Katze, Kitten = Kätzchen), eine Art Verkleinerungsform von dem eben beschriebenen „Catfishing“. Beim Kittenfishing wird keine gänzlich andere Persönlichkeit oder Identität angenommen, stattdessen werden nur einzelne Informationen leicht abgeändert, erfunden oder die Realität ausgeschmückt. So wird etwa beim Alter geschummelt oder bei der Berufsbezeichnung eine höhere Position, als die eigentliche, angegeben. Auch bei Fotos kann man „Kittenfishing“ begegnen: Dabei werden zwar echte Bilder von der jeweiligen Person verwendet, diese allerdings stark bearbeitet, sodass sich der reale Mensch erheblich von dem Aussehen auf den Fotos unterscheidet. Ebenso wie „Catfishing“ wird „Kittenfishing“ häufig auf Dating-Plattformen betrieben, ist aber in den meisten Fällen wesentlich unterschwelliger und schwieriger zu durchschauen.