Bekommt unser Handy heutzutage mehr Aufmerksamkeit wie unser Partner

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Aus unserem Leben sind Handys fast nicht mehr wegzudenken. Immer und überall sind wir damit erreichbar, können E-Mails bearbeiten oder auch unsere sozialen Kontakte über die sozialen Medien pflegen. Das Handy ist ein zentrales Instrument im modernen Alltag geworden. Und das ist ja auch sehr praktisch. Schließlich kann man unabhängig vom Ort private und auch geschäftliche Aufgaben und Dinge erledigen, die vor langer Zeit nur von zu Hause am heimischen Rechner möglich waren. Aus dem beruflichen Alltag kennen wir das ja schließlich auch, immer erreichbar zu sein und auch unterwegs produktiv arbeiten zu können. Doch bei allen Vorteilen, die diese Geräte mit sich bringen, gibt es natürlich auch Nachteile für unsere Beziehungen und Kontakte.

Wann ist die Benutzung von Handys in Ordnung?

Die wichtigste Frage, die zu beantworten ist, lautet: Ist die Nutzung jetzt gerade wirklich notwendig? Oder reicht es vielleicht auch aus, wenn ich später danach schaue? In vielen Situationen in unserem Alltag verschwimmt die Antwort darauf zunehmend. Bei der Beobachtung von Jugendlichen (aber nicht nur Jugendlichen) fällt auf, dass das Handy schon quasi zum Accessoire geworden ist. Immer ist das Gerät in der Hand, damit man sofort nachschauen kann, wenn das Gerät geklingelt hat. Doch gerade wenn sich Freunde treffen und zusammen Zeit verbracht wird, sollte doch eher das direkte Gegenüber wichtig sein. Natürlich ist es sehr schön den Freunden auf dem Handy Fotos von den letzten Erlebnissen zu zeigen, doch oft ist das Gerät nicht nur Mittel zum Zweck, sondern der Weg in eine parallele Welt die neben der gerade ablaufenden Realität existiert. Dann wird das direkte Gegenüber schnell unwichtig. Jedoch haben es die Menschen, die sich mit mir treffen, verdient, dass ich Ihnen meine ganze Aufmerksamkeit schenke. Denn schließlich wird nur so Freundschaft und Beziehung gelebt und gepflegt.

Was ist Phubbing?

In den Gesellschaftswissenschaften gibt es dafür den Begriff Phubbing. Dieser bezeichnet die unangemessene Nutzung eines Mobiltelefons in einer so genannten sozialen Situation, und damit einen Verstoß gegen die allgemeinen Regeln zur Handynutzung. In Beziehungen und Familien geschieht das zum Beispiel, wenn die Familie am Weihnachtsabend zusammen sitzt. Und anstelle sich mit den Liebsten im gleichen Raum zu unterhalten, wird mit Freunden geschrieben, die eventuell gerade weiter weg sind. Dabei kommt es auf die eigene Einstellung zum Phubbing an. Wenn es mir egal ist, dass sich meine Mitmenschen so verhalten, wird mir diese Situation auch immer wieder passieren. In Partnerschaften kann das dazu führen, dass die Partner nur noch nebenher leben. Die allernötigsten Dinge besprechen und sich ansonsten in einer eigenen digitalen Welt aufhalten. Weil nicht mehr wirklich miteinander gesprochen wird, gehen viele Partnerschaften kaputt.

Wie kann ich bewusst mit meinem Handy umgehen?

Wichtig ist es, sich klare Grenzen zu setzen. Zum Beispiele ist es möglich, beim Essen das Handy einfach auf dem Schreibtisch oder im Flur liegen zu lassen und lautlos zu schalten. Damit setzt man ein klares Zeichen, für sich selbst und auch für die anderen Personen, die mit einem Essen. Wenn das Handy nicht in der Nähe ist, dann ist die Versuchung auch nicht gegeben, dieses doch schnell zu benutzen. Das hat auch Zeit bis nach dem Essen. Weiter ist es möglich, sich persönlich einen Zeitrahmen für die tägliche Handynutzung zu setzen. Beispielsweise 2-3 Stunden um die E-Mails zu checken, oder zu schauen, was Freunde und Bekannte gerade so erlebt haben. Die restliche Zeit ist dann für den Partner und die Familie zur Verfügung. Wenn das Ausschalten und Weglegen des Handy zu einer bewussten Aktion wird, dann bekommen Gespräche und Treffen mit dem Partner und Freunden auch wieder mehr Qualität. Denn nur durch das konzentrieren auf mein Gegenüber, kann ich wirkliche Beziehungen aufbauen.