Mehrgenerationenwohnen – wie finde ich ein passendes Wohnprojekt

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Das Mehrgenerationenwohnen, oder auch Mehrgenerationenhaus genannt, liegt nicht nur im Trend, sondern bringt auch für jedes Mitglied einen Vorteil mit sich. Momentan finden sich in Deutschland viele Familien oder Singles jedes Alters zusammen, um gemeinsam unter einem Dach zu leben, sich gegenseitig zu unterstützen und Zeit zu verbringen. Was auf den ersten Blick an eine traditionelle Wohnsituation erinnert, in der die Generationen mehrerer Familien unter einem Dach lebten, ist auf den zweiten Blick ein Projekt, das von Unterstützungsmöglichkeiten und Gegenseitigkeit lebt.

Leben mit mehreren Generationen: Wie funktioniert es?
Lebten die Generationen einer Familie früher nicht nur unter einem Dach, sondern quasi auch in einer Wohnung, ist das heutige Mehrgenerationenwohnen eher auf größere Häuser bezogen, in denen verschiedene Wohnungen zu mieten sind. Das Grundkonzept dahinter ist leicht zu verstehen und effektiv: In einem Mehrgenerationenhaus leben verschiedene Generationen, Familien und Einzelpersonen, Kinder und Ältere, zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen und das Leben miteinander zu verbringen. Im Detail bedeutet dies, dass die Älteren beispielsweise auf die Kinder der Familien aufpassen, wenn die Eltern mal länger arbeiten müssen oder einen anderen Termin haben und die Familien natürlich für die Älteren sorgen, Einkäufe erledigen. Es bedeutet aber auch, gemeinschaftlich zu leben. Gemeinschaftsräume und Gemeinschaftsgärten ermöglichen beispielsweise, Zeit miteinander zu verbringen und Projekte zu gestalten. In vielen dieser Projekthäuser bringen beispielsweise die Älteren den Jüngeren Instrumente bei, es wird zu Zeiten wie Weihnachten oder Ostern zusammen gebastelt oder auch mal ein Grillabend veranstaltet.
Neben der Möglichkeit, mehrere Generationen unter einem Dach zu vereinen, die durch Freiwilligkeit voneinander profitieren, zählt natürlich auch das Engagement dazu, andere Kulturen aufzunehmen. Ein kulturelles, buntes Zusammenleben kann sowohl Jung als auch Alt sehr viel Freude bereiten und das Leben bereichern.

Wie finde ich das richtige Wohnprojekt?
Wer sich entscheidet, bei einem solchen Wohnprojekt teilzunehmen, der sollte sich Gedanken machen, was genau er erwartet. Am besten ist es, wenn diese Ziele schriftlich festgehalten werden, damit sie auch auf lange Sicht gesehen, nicht aus den Augen verloren werden. Nach der Entscheidung ist es wichtig, das richtige Haus zu finden. Hierbei sollte vor allem auf die Region geachtet werden. Zwar wird das Projekt der mehreren Generationen unter einem Dach bereits seit mehreren Jahren in Deutschland praktiziert, doch ein freies Wohnprojekt zu finden, das auch noch in der gewünschten Region liegt, könnte sich als Herausforderung herausstellen. Deswegen ist es wichtig, etwas Geduld mitzubringen oder gegebenenfalls den Willen, umzuziehen. Hilfreich können bei der suche auch Internetseiten wie das Wohnprojekte-Portal sein.
Ist ein Haus gefunden, das theoretisch passt, muss man die Bewohner des Hauses kennenlernen. Da das Wohnprojekt auf Zweisamkeit und und Freiwilligkeit aufgebaut ist, sollte die zwischenmenschliche Ebene natürlich stimmen. Viele der gerade beginnenden Wohnprojekte bieten Vorstellungsrunden und Treffen an, wo man sich sowohl die Wohnung als auch die zukünftigen Mitbewohner angucken und kennenlernen kann.
Während man erkundet, ob die zwischenmenschliche Ebene funktioniert, sollte man vor allem ehrlich zu sich selbst sein. Es ist nicht sinnvoll, sich einzubilden, dass ein Zusammenleben funktionieren wird, wenn die persönliche Ebene und die äußeren Umstände wie Wohngegend und Wohnung nicht zueinander passen. Auf der anderen Seite ist es natürlich von äußerster Wichtigkeit auch Kompromisse eingehen zu können, denn nur so lässt sich ein langes Zusammenleben mit mehreren Generationen gestalten.

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