So gehen Sie bei Prinz Charming auf Nummer sicher

Abbildung 1: Eine zweite Chance für die Liebe – doch ist es das große Glück oder ein Alptraum

Die späte Liebe ist keine reine Fiktion aus dem Fernsehen. Unzählige Menschen finden selbst im hohen Alter noch diesen einen ganz besonderen Menschen, mit dem sie für immer zusammenbleiben wollen. Die Hoffnung auf das späte Glück hat jedoch auch eine Kehrseite. Denn etliche Männer und Frauen nutzen die Suche nach dem Liebesglück für sich aus und betrügen ihre angeblich große Liebe. Nicht mit anderen Damen oder Herren, nein, schlichtweg um Geld, Haus, Hof und Besitz. Gerade im Internet tummeln sich diverse Heiratsschwindler,

deren Liebe mit der PIN der Kreditkarte aufhört. Was Partnersuchende machen können und worauf sie achten sollten, zeigt dieser Artikel.

Heiratsschwindel – was bedeutet das genau?

Heiratsschwindel ist ein etwas ungenauer Begriff. Natürlich kann jemand in eine Hochzeit hineinbetrogen werden, beispielsweise, indem die große Liebe behauptet, sie würde ihren jetzigen Partner verlassen, was jedoch niemals geschieht, sodass es auch nicht zur Heirat kommt. Generell wird unter Heiratsschwindel jedoch eine Form des Vermögensbetrugs verstanden, womit es sich auch um eine Straftat handelt. Dabei gibt es verschiedene Formen:

  • Angebliche Notfälle – schon bevor es überhaupt in die Richtung der Hochzeit geht, fragt der Betrüger immer mal wieder nach Geld. Oftmals wird mit angeblichen Notfällen argumentiert, die das Überweisen größerer Beträge rechtfertigen sollen.

  • Hochzeitskosten – manchmal soll der Betrogene auch das Geld für die Hochzeit überweisen. Hier kann auch eine angebliche Firma dahinterstehen, die sich um die Ausrichtung kümmern soll.

  • Vermögensübergang – manche Heiratsschwindler ziehen die Hochzeit auch tatsächlich durch. Aber auch hier steht nun das Vermögen im Mittelpunkt. Dieser Weg wird häufig mit kranken oder sehr alten Personen gewählt, da der Betrüger nun das Erbe erhalten möchte.

  • Testament – manchmal lässt sich der Betrüger auch gezielt in das Testament aufnehmen.

Natürlich gibt es noch weitaus mehr Möglichkeiten des Schwindels. Im Mittelpunkt steht jedoch stets die vorgetäuschte Liebe.

Ist Heiratsschwindel strafbar?

Der Heiratsschwindel, also das Vortäuschen einer gewollten Hochzeit und der eigenen Liebe, ist nicht strafbar. Anders sieht es natürlich dann aus, wenn Vermögenswerte in den Besitz des Betrügers übergehen. Der § 263 StGB sagt aus:

  • Täuschung – es ist strafbar, jemanden insoweit zu täuschen, dass eine Vermögensverfügung vorgenommen wird, die der verfügenden Person schadet.

Das kann natürlich auf viele Verfügungen zutreffen. Auch das Überschreiben eines Hauses oder eines anderen Besitzgegenstands kann in diesem Fall als Heiratsschwindel gewertet werden. Beim Heiratsschwindel wird die betroffene Person jedoch nicht allein um Geld, sondern auch um ihre Gefühle betrogen. Denn sämtliche Handlungen, die der Betrüger vornimmt, sind nur dazu gedacht, seine eigenen Interessen zu stillen. So zeigen sich viele Verehrer sehr freundlich und zuvorkommend und lassen ihren neuen Lebenspartnern gerne kleinere Geschenke oder Zuwendungen zukommen.

Welche Vorsorge lässt sich treffen?

Jetzt wäre es natürlich einfach, zu sagen, suchende Frauen und Männer sollten einfach aufpassen. Jedoch kennt es wohl jeder, dass sämtliche Vorsicht zur Kellertür herausspaziert, wenn die Liebe greifbar ist. Generell sollte beim Onlinedating – und auch bei Treffen im realen Leben – immer darauf geschaut werden, wie sich die andere Person gibt. Ein wenig Vorsicht ist zumindest in der Anfangszeit immer geboten. Aufhorchen sollten Suchende, sobald sich folgende Punkte in die Beziehung einschleichen:

  • Geld – fragt der neue Partner immer wieder nach Geld? Es können anfangs auch kleine Beträge sein, doch wenn sich die Fragen häufen, ist unbedingt Vorsicht geboten. Das gilt insbesondere dann, wenn Geschichten rund um die Frage konstruiert werden.

  • Druck – setzt der neue Partner Druck ein? Der Druck kann auch aus den konstruierten Geschichten entstehen.

  • Vollmachten – wünscht der Partner Vollmachten, eventuell sogar über Bankkonten, ein Depot oder andere Anlagen? Hier heißt es immer: Hände weg.

Wer unsicher ist, ob alles mit rechten Dingen vor sich geht, kann natürlich sofort jeden Kontakt abbrechen. Oftmals spielt die Liebe aber mit in die Entscheidung hinein und Betroffene wollen wissen, ob sie sich tatsächlich abwenden sollen. In diesem Fall gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Internet – Heiratsschwindler belassen es oft nicht bei einem Fall. Teils haben sie auch mehrere Frauen gleichzeitig. Im Internet kann in diversen Foren gefragt werden, ob diese Person – wenn auch unter einem anderen Namen – schon woanders aufgefallen ist.

  • Detektive – das ist für Betroffene eine sehr gute Lösung. Detektive haben ganz andere Mittel, um Personen online aufzuspüren und zu verfolgen. Gleichzeitig können sie die Geschichten des Betrügers durch eine Detektei überprüfen und Beweise sammeln. Diese sind unheimlich wichtig, wenn Anzeige erstellt wird.

  • Polizei – sollte sich jemand betrogen fühlen und bereits Geld überwiesen haben, muss unbedingt Anzeige erstellt werden.

Falls Geld überwiesen oder eine Vollmacht erstellt wurde, können Betroffene noch versuchen, das Geld zurückzubuchen. Teilweise funktioniert das. Im Falle von Vollmachten gilt:

  • Zurücknehmen – jede Vollmacht kann zurückgenommen werden. Gegenüber der Bank muss dies noch einmal ausdrücklich und persönlich erfolgen. Gleichfalls kann der Bank mitgeteilt werden, dass Abbuchungen vom Konto, die von der Person X in Auftrag gegeben werden, gesperrt werden sollen.

  • Zugänge – sicherheitshalber sollten auch die Zugänge von Bankkonten, Depots oder Anlageprodukten, die online verwaltet werden, geändert werden.

Sollten Betroffene ihr Testament geändert oder ein neues Testament erstellt haben, ist dieses natürlich auch für ungültig zu erklären. Dies gilt insbesondere für Testamente, die nicht bei einem Notar erstellt und dort hinterlegt wurden.

So schwer es ist, so sollten Betroffene trotzdem immer Anzeige erstellen, selbst wenn ihnen bislang nur ein geringer Schaden entstanden ist. Hier geht es auch um den Schutz weiterer Opfer, die durch eine einzige Anzeige vor eigenem Schaden bewahrt werden könnten.

Abbildung 2: der finanzielle Schaden beim Heiratsschwindel setzt dem Ganzen noch die Krone auf – dabei ist die eigene Seele verletzt worden.

Fazit – niemand ist wehrlos

Gerade ältere Menschen fühlen sich Heiratsschwindlern zwar schutzlos ausgeliefert, doch gibt es Hilfe. Die Polizei achtet seit Jahren vermehrt auf diese Betrugsfälle und steht Betroffenen zur Seite. Auch Detektive können bei der Aufklärung des Betrugs und der Vorgehensweise des Täters helfen. Dennoch sollte jeder stets mit Vorsicht bei der Partnersuche agieren und aufhorchen, sobald die Frage nach Geld ins Spiel kommt.

Bildquellen:

Abbildung 1: @ sleepless1107 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ Bru-nO (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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