Studie zur Online-Partnersuche der Generation 50plus

Charakter und Humor spielen bei der Partnersuche im Alter eine herausragende Rolle – das Smartphone dagegen kaum. Menschen im besten Alter haben häufiger Dates als viele denken. Kosten darf Partnersuche aber nur wenig…

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Lebensfreude50.de hat im Zeitraum von Mai bis Juli 2016, 500 Menschen im Alter zwischen 45 und 80 Jahren im Rahmen einer Umfrage zur Online-Partnersuche der Generation 50plus befragt. Die Umfrage wurde ausschließlich online durchgeführt, so dass die Gesamtmenge der Befragten im Internet aktive Menschen sind. Dabei kamen zum Teil bemerkenswerte Ergebnisse heraus.

Die Teilnehmer der Studie

Die Verteilung der Geschlechter war eindeutig weiblich geprägt. So nahmen an der Umfrage 74 Prozent Frauen und nur 26 Prozent Männer teil. Ein Phänomen was bei Partnerbörsen 50plus bekannt ist, wenn auch nicht in diesem Ausmaß.

Auch die Altersverteilung war wenig überraschend. Ein Großteil von 69,4 Prozent der Teilnehmer befindet sich in der Altersspanne von 51-65 Jahren. Somit ist auch gut nachvollziehbar, dass der größere Anteil aller Befragten (58 Prozent) noch berufstätig ist.

Als höchsten Bildungsabschluss gaben 52 Prozent „Berufsausbildung“ an, gefolgt von „Universität/Fachhochschule“ mit 38 Prozent.

Wenig überraschend ist die hohe Zahl der „Geschiedenen“ unter den Teilnehmern. Diese Gruppe ist mit 48 Prozent am größten. 21 Prozent der Teilnehmer haben „verwitwet“ angegeben. Auch die hohe Anzahl derjenigen mit eigenen Kindern (90 Prozent) überrascht nur auf den ersten Blick.

Häufige Treffen im wahren Leben

Die meisten Teilnehmer (84 Prozent) hatten mindestens schon mal ein reales Treffen mit einer Online-Bekanntschaft. Durchschnittlich hatten die Befragten mehr als 4 Treffen im wahren Leben.

Von allen Teilnehmern hatten 43 Prozent bereits eine Partnerschaft, die sich aus einer Online- Bekanntschaft ergeben hat. 36 Prozent dagegen kennen zudem ein Paar, dass sich online kennengelernt hat.

Nutzung der Partnerbörsen

Nur ein kleinerer Teil der Teilnehmer (26 Prozent) befindet sich täglich auf Online-Partnerbörsen. Die größte Gruppe (32 Prozent) surft alle 2-3 Tage auf einer Partnerbörse. Im Schnitt nutzen die Teilnehmer mindestens 2,7 Online Partnerbörsen. Die meisten Nutzer (72 Prozent) sind seit mindestens 1 Jahr bereits auf Online-Partnerbörsen aktiv. 31 Prozent aller Befragten nutzen dabei ausschließlich spezialiserte 50plus Partnerbörsen.

Überraschend hoch ist der Anteil der traditionellen Computernutzer in der Generation 50plus. Vorwiegend nutzen die Umfrageteilnehmer Computer oder Notebook, um auf Online-Börsen aktiv zu sein (81 Prozent). Lediglich 19 Prozent nutzen dafür das Smartphone oder Tablet.

Interessanterweise ist eine große Gruppe der Nutzer (46 Prozent) nicht bereit, für Online-Partnerbörsen Geld auszugeben, obwohl diese Dienstleistung in Deutschland so gut wie gar nicht kostenneutral angeboten wird. 27 Prozent der Nutzer würden bis zu 10 Euro im Monat ausgeben. 16 Prozent bis 20 Euro und 11 Prozent bis 30 Euro.

Beim Online-Dating hatten glücklicherweise erst 19 Prozent eine Begegnung mit einem Internet-Betrüger (Scammer). An einer Singlereise haben nur 10 Prozent teilgenommen.

Internet vs. Tradition bei der Kontaktsuche

Die Frage, wo die Befragten überall versuchen neue Kontakte zu knüpfen, wird ganz deutlich von den Online-Partnerbörsen dominiert. 49 Prozent haben dies angegeben. Dahinter folgen aber bereits traditionelle Möglichkeiten des Kennenlernens wie Sport/Hobby (31 Prozent), Urlaub (25 Prozent). Über Zeitungsanzeigen sind immerhin noch 21 Prozent aktiv. Auch der Arbeitsplatz und Kneipe/Disco spielen beim Kontakte knüpfen eine Rolle (je 17 Prozent). Facebook und andere Internetforen mit je 15 Prozent werden auch immer wichtiger.

Was ist wichtig bei der Partnerwahl?

Eindeutige Ergebnisse lieferte die Frage danach, welche Dinge bei der Partnerwahl absolut wichtig sind und bei denen man wenig Kompromissbereitschaft besitzt.

Dabei zeigte sich, dass erst nach Charakter (52 Prozent) und Humor (43 Prozent) die erwartbaren Faktoren wie Körpergröße (43 Prozent), Raucher/Nichtraucher (42 Prozent), Interesse/Hobbies (41 Prozent) folgen. Für ebenfalls 41 Prozent ist das Aussehen wichtig. Hier zeigt sich aber ein deutlicher Unterschied zwischen Männern und Frauen. Aussehen spielt für 61 Prozent der Männer eine wichtige Rolle, aber nur 34 Prozent der Frauen. Alter, Gewicht, kommunikative Fähigkeiten und Bildung sind für nur jeweils etwa 36 Prozent von wichtiger Bedeutung. Eher untergeordnete Rollen nehmen die politische Gesinnung (22), Herkunft (17), Reiseinteressen (15), Beruf (15) und Einkommen ein. Für 9 bzw. 7 Prozent sind Glauben oder Sternzeichen nicht verhandelbar. Ob man eigene Kinder hat, ist für nur 6 Prozent enorm wichtig. Letzteres könnte auch daran liegen, dass 78 Prozent aller Befragten eigene Kinder haben.

Fazit: Die Gruppe der 500 Befragten Teilnehmer ist eindeutig weiblich geprägt. Auffällig ist, dass sich viele Befragte auch schon relativ häufig mit Online-Bekanntschaften im wahren Leben getroffen haben und dabei eine bemerkenswerte Anzahl von Partnerschaften entstanden ist. Bei der Partnersuche wird vor allem der klassische Computer oder das Notebook verwendet. Eher zurückhaltend äußerten sich die meisten Teilnehmer darüber, was Partnersuche im Netz kosten darf. Für viele muss eine solche Dienstleistung kostenlos sein.

Die Studie zeigt auch, dass die Partnersuche im Internet an Akzeptanz stark zugenommen zu haben scheint. Traditionelle Möglichkeiten der Partnersuche verlieren an Bedeutung.

Charakter und Humor sind bei der Partnerwahl bedeutsamer als von den Befragern erwartete Faktoren wie Alter und Bildung. Für Männer spielt das Aussehen allerdings die wichtigste Rolle.

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