Beiträge zum Thema: Sachlichkeit versus Emotionalität

 
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signorina
signorina
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Bei Diskussionen (auch außerhalb dieses Forums) stellt sich häufig die Situation ein, dass Beteiligte im Verlauf die sachliche Ebene verlassen und nur noch emotional reagieren.

In der Regel passiert das dann, wenn sie der sachlichen Argumentation keine Fakten mehr entgegen zu setzen haben, ihren Standpunkt aber weiterhin verteidigen wollen.

Nicht selten nimmt die Diskussion dann einen destruktiven Verlauf an und führt zu keinem Ergebnis, sondern im schlimmsten Fall zu einer Auseinander-setzung, die jeglicher Grundlage entbehrt und mit der ursprünglichen Gesprächsthematik in keinem Zusammenhang mehr steht.

Mittels Gesprächsexperimenten hat man versucht, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Dabei wurde z.B. festgestellt, dass es ist viel schwerer ist, konzentriert zuzuhören, als man normalerweise so denkt!

Man neigt dazu, sich aus dem, was der Partner sagt, nur das herauszupicken, was einem gerade "in den Kram passt"!

Und was in diesem Experiment passierte, das geschieht auch (und manchmal noch verstärkt) während einer Diskussion. Nur dass man es dort oft nicht merkt.

Konkret helfen sollen zwei konkrete Techniken:

1.Immer (in Stichworten) mitschreiben, was die anderen Diskussionsteilnehmer sagen - zur Kontrolle und weil man sich auf sein Gedächtnis nicht verlassen kann (das hat das Experiment gezeigt).
2.Häufiger und ohne Scheu nachfragen, ob man einen Diskussionsbeitrag richtig verstanden hat ("Sag mal, habe ich dich richtig verstanden, wenn ..."

Hier muss man ja zumindest nichts mitschreiben.

Dennoch: Ist sachlich bleiben generell doch sehr schwierig?

LG

Signorina
 
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emirena
emirena
Anzahl Beiträge: 7477
Hallo Signorina,

danke für Dein Verständnis. Gestern war ich sogar NOCH entspannter als heute. Da war nämlich Sonntag und ich hatte frei. Nix Kampf. Easy going.
(Die Dinge sind nicht immer so, wie sie auf den ersten Blick scheinen.)

schönen Abend!
emirena
 
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signorina
signorina
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Hallo emirena,

Deine Entspannung kann ich verstehen. Gestern war ja anscheinend ein kleiner "Sport -(Kampf) -Tag.

LG

Signorina
 
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emirena
emirena
Anzahl Beiträge: 7477
Hallo Signorina,

mit Stress ist es wohl ähnlich wie mit Schmerz:
es ist so ein schönes Gefühl, wenn es vorbei ist und die Entspannung einsetzt!

emirena, ganz entspannt
 
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signorina
signorina
Anzahl Beiträge: 898
Der Schwerpunkt der Diskussion lag bisher bei der „Sachlichkeit“. Bei den Emotionen (Emotionalität) wurde (zumindest empfand ich es so) der Eindruck erweckt, dass man darunter allgemein ein „aus der Haut“ fahren versteht, z.B. „Ärger und Wut“.

Neben Ärger / Wut werden aber noch Freude / Ekstase - Kummer /Traurigkeit - Angst / Panik -
Überraschung / Verwunderung - Vertrauen / Anbetung - Antizipation / Wachsamkeit -
und Abscheu / Ekel dem Begriff Emotionen zugeordnet.

Dabei sagt man, Emotionen sind komplexe, in weiten Teilen genetisch präformierte Verhaltensmuster, die sich im Laufe der Evolution herausgebildet haben, um bestimmte Anpassungsprobleme zu lösen und dem Individuum ein schnelles und der Situation adäquates Handeln zu ermöglichen.

Kognitive Mechanismen und externe oder interne Reize steuern den Ablauf der Emotionen.

Emotionen bewirken organische Veränderungen, wie erhöhten Hautwiderstand, Muskelverspannung, Verkrampfung, Erweiterung oder Verengung der Pupille, Zittern, Schweißausbruch, Magen- und Darmtätigkeit, schnelle Atmung und erhöhte Herzfrequenz.

Negative Emotionen wie Angst oder Wut sind nicht von vornherein schlecht, denn durch sie haben Menschen schließlich gelernt zu überleben, Gefahren zu erkennen und ihnen auszuweichen. Auch Stress erfüllt eine nützliche Funktion, denn ein aktives Leben braucht einen gewissen Stresslevel. Aktive Menschen unter Stress sollen glücklicher sein als diejenigen, die Anstrengungen oder Konflikten aus dem Weg gehen.

Erklärt das vielleicht, dass bei Diskussionen „Stress“ entsteht, weil die Beteiligten dann glücklich sind?

LG
Signorina
 
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emirena
emirena
Anzahl Beiträge: 7477
vielleicht brauchst Du ja einen Waffenschein als einer der ersten "Quotenmänner" im Forum, Herr Katzenfreund!?

"Dame" wird schon geduldet, im richtigen Kontext.
Sorge Dich nicht, rede!

emirena Pinzetta von Haarspalter
 
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Ehemaliges Mitglied
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Anzahl Beiträge: 512
Also,
eins kann ich Euch versichern:
Ich würde NIE behaupten,dass eine der Damen hier im Forum (ich hoffe,der Ausdruck "Dame" wird noch geduldet)ein Mundwerk besitzt,das einen Waffenschein erfordert !
heitere Grüsse
KF.
 
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Orlanda
Orlanda
Anzahl Beiträge: 3598
Es ist merkwürdig, wie sich das Thema in den Beiträgen entwickelt - das Zünglein zuckt arg in Richtung Emotionalität.
Man müßte eigentlich gar nicht mehr über Sachlichkeit und Emotionalität debattieren, weil sich aus dem Geschriebenen alles ergibt, was zu sagen wäre...

Orlanda

@KF: Es gibt auch noch den Ausspruch: "Die braucht für ihr Mundwerk einen Waffenschein"... Das ist sicher eine bessere Aussage, denn viele Frauen lassen sich nicht MUNDTOT machen!
 
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Ehemaliges Mitglied
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"Die Gosche extra totschlage..." --- ja, so hörte ich auch schon über Männer sagen :-)))) (Oder nennt man das bei denen "Eloquenz" ????

Merope, fragend
 
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emirena
emirena
Anzahl Beiträge: 7477
Man kann Haare spalten, man kann aber auch mit dem Vorschlaghammer um sich hauen.

Wahrscheinlich hat beides seine Ursache in einer gewissen Ohnmacht.

Man kann auch weggehen.
"stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin!"

Aber so verfeindet sich wir zum Glück ja nicht!

emirena
 
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signorina
signorina
Anzahl Beiträge: 898
Hallo Katzenfreund!

Danke für die Übermittlung Deiner Grundeinstellung.

Ich teile sie NICHT.

LG

Signorina
 
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Ehemaliges Mitglied
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Anzahl Beiträge: 512
Hallo ihr Lieben,
für mich muss man(n) nicht die Bresche springen,das kann auch niemand.
Es gibt auch keine Bresche,meine Wortwahl ist in dem Kontext,in dem sie steht,gut verständlich und auch verträglich,und damit ist das Thema für mich abgeschlossen.Wenn das von dritter Seite aufgegriffen wird,bitte !
Die Krux mit Frauen ist,dass nie ein Ende gefunden wird,und wenn das Ergebnis jemandem nicht passt,dann greift man zum Mittel der Haarspalterei;man sieht das gut am Beispiel von politischen Parteien mit mehrheitlich weiblichen Mitgliedern -:)).
Haare lassen sich fast beliebig oft spalten,man sieht das in diesem Threat sehr gut,zum Schluss landet man noch bei an den Haaren herbeigezogenen Beispielen aus dem angloamerikanischen Sprachraum.
Dabei hätte es aus dem schwäbischen Sprachschatz ein sehr gutes Beispiel gegeben,wie man(n) sich gegen weibliche Angriffe ganz ohne Aggression und Gewaltandrohung gegen eine PERSON wehrt:
Über eine Frau mit einem fu(e)rchtbaren Mundwerk (ich zitiere !)

"wenn dia amoal schtirbt,muass mr´ d´Gosch extra dodschlaga".
englisches understatement made in Schwaben !

Heitere Grüsse
KF.
 
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Orlanda
Orlanda
Anzahl Beiträge: 3598
Was ist, lieber KF, ein "normaler Mann"?

Der Begriff Flintenweib wurde ja mittlerweile ausreichend definiert. Comodo hat darüber eine sehr bildhafte Schilderung abgegeben - erinnert irgendwie an Hieronymus Boschs Bilder vom Weltuntergang oder an religionsbezogene Probaganda....

Wir sind nun im 21. Jahrhundert angekommen und trotzdem geistern noch die Vorstellungen der letzten Jahrhunderte, wie Mann oder Frau zu sein hat, in den Köpfen herum.

Orlanda
 
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signorina
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Anzahl Beiträge: 898
Hallo comodo,

schön, dass Du für KF in die Bresche springst. Um aber wieder sachlich zu werden, könntest Du schon mal die eine oder andere Erläuterung abgeben, da Du ja KF's Wortwahl noch für untertrieben gehalten hast.

Aber bitte nicht mit Hinweis aus dem letzten Weltkrieg von der damaligen deutschen Regierung.

So wurden die russischen Armistinnen zwar von dieser bezeichnet, natürlich in verächtlichem Sinn, sie benahmen sich aber weit besser als die männlichen Armisten.

Historisch gibt es eine Reihe von Frauen, die sich tapfer verhalten haben, die Franzosen denken da natürlich besonders an Jeanne d´Arc, die Jungfrau von Orleans.

LG

Signorina
 
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Ehemaliges Mitglied
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Hallo Comodo

dann, denke ich, gibt es unter uns keine Flintenweiber!

Merope, die Hasenbraten dem Stacheldraht und Rotwein dem Doppelkorn vorzieht und täglich duscht. :-)))
 
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signorina
signorina
Anzahl Beiträge: 898
Hallo Katzenfreund,

was sind eigentlich „Flintenweiber“? Es gibt dafür nicht so richtig einheitliche Beschreibungen.

Nachfolgend derer zwei:

"Zum ersten Mal tauchte der Begriff „ Flintenweib“ in der Literatur deutscher Freikorpsoffiziere auf, die während des russischen Bürgerkrieges auf der Seite der Revolutionsgegner kämpften. Ihre Begegnungen mit weiblichen Soldaten der Bolschewiki während der Kämpfe im Baltikum 1918 – 1920 verarbeiteten sie zu Sujets von Abenteuerromanen, die in den 1930er Jahren unter jungen Lesern sehr beliebt waren und hohe Auflagen erreichten."

Eine volkstümlichere Erklärung aus Bayern:
"Flintenweiber = ein bei uns im rückständigen Bayern durchaus gebräuchlicher, abwertender Ausdruck, für weibliche Wesen, die rücksichtslos und unbedacht in männliche Refugien eindringen, deren Ehemänner ab und an frech unter dem Tisch heraus vereinzelte Beiträge zur familiären Entscheidungsfindung erbringen und die in der mehr oder weniger gesunden Lebensart meiner nicht verheirateten Pfarrerkollegen schadenfroh auch als "Zölibatsverstärker" bezeichnet werden. Kurzum : "Pracht-Frauen", die einen erschauern lassen."

Wie ist denn „Deine Auslegung“?

LG

Signorina
 
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signorina
signorina
Anzahl Beiträge: 898
Wäre "unsachliche Emotionalität" treffender gewesen?

Man kann ja auch Emotionen zeigen und trotzdem sachlich bleiben.

Ich denke, vielfach spielt auch ein "Gruppenverhalten" eine Rolle, um zu provozieren oder unsachlich zu werden. In der vermeintlich gleichgedanklichen Gruppe fühlt sich der "Einzelne" stärker.

LG

Signorina
 
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emirena
emirena
Anzahl Beiträge: 7477
warum fühlen sich Menschen überhaupt provoziert?
evtl. liegt es daran, dass sie auf einen vermeintlichen "Schwachpunkt" aufmerksam gemacht werden?

Wer in sich selbst ruht, hat doch kaum Grund, sich provoziert zu fühlen und wenn doch, warum wehrt er sich dann nicht direkt und versucht, den Sachverhalt klarzustellen, anstatt beleidigt von dannen zu ziehen?

Klar gibt es in jedem BEreich Situationen, wo es nötig ist, zu überzeugen bzw. einen Standpunkt oder eine Strategie als richtig anerkannt zu bekommen; dann sollte SAchlichkeit eigentlich nützlicher sein als Emotionalität. ABer Emotionalität dient oft auch als eine Art "Geheimwaffe" nach dem Motto "mir geht es schlecht, Du musst Rücksicht nehmen!"
Die meisten von uns kennen solche Spielchen.

emirena
 
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signorina
signorina
Anzahl Beiträge: 898
Wie verhält Man(n) sich, wenn eine Frau in einer Diskussionsrunde ihn beleidigt?

In einem konkreten Fall (natürlich außerhalb von LF) ging die Beleidigung so : " Maybe your mother drank too much alkohol while she was pregnant with you".

Die Frau selbst wurde weder beleidigt noch unsachlich angegriffen. Der Mann war zu diesem Augenblick dominierend in der Diskussion und das allein aufgrund seiner Argumente. Er selbst hatte keinen persönlich angegriffen oder war sonst aggressiv.

Was sollte er machen? Was wäre "angemessen"? Gibt es hierbei überhaupt eine "richtige" Verhaltensweise? Wir sagen immer "Gewalt" ist ja keine Lösung...

Was ... sollte ein MANN in dieser Situation tun? Die Diskussionsleiterin ist nicht eingesprungen ... sie war zwar abgeturnt... hat aber weder was gesagt... oder getan. Alle waren schockiert... aber Diskussion ging weiter.

Eine Stellungnahme (aus einem anderem Forum) dazu:

Gewalt ist auch keine Lösung und schlagen geht gar nicht! Ich fände es angemessen, wenn er ihr Verhalten ganz ruhig und sachlich offenlegen würde, so nach dem Motto: "You needn't get mean and insulting, only because you don't find the right arguments in this discussion anymore. This is childish and undignified".

Oder:
Einfach drüber stehen und sich nicht auf dieses niedrige Niveau ziehen lassen. Sie wollte ihn provozieren - und diesen Gefallen würde ich ihr nicht tun. Das macht sie automatisch klein und lächerlich für ihren dummen Spruch. So jemanden, der so hilflos ist, dass er nimmer argumentieren kann, den darf man in dem Moment nicht ernst nehmen. Nichts würde sie tiefer treffen und mehr beschämen.
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Ich denke, es spielt keine große Rolle, ob eine Frau einen Mann, ein Mann eine Frau, ein Mann einen Mann oder eine Frau eine andere Frau provoziert. Die Gründe sind wohl immer gleich, die Reaktionen auch?

LG

Signorina
 
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Ehemaliges Mitglied
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Hallo Comodo,
nicht alles, was sich "flintenweibmäßig" liest, ist auch so gemeint :-)
Einige der Forumianer kennen sich persönlich, und da kann man/frau natürlich anders miteinander umgehen als mit Unbekannten.

Und KF's FLINTENWEIBER - na ja :-D

Wenn sich mehr Männer hier beteiligen würden, sähe das Forum mit Sicherheit anders aus - - bekannlich haben Männer ja eine andere Sicht der Dinge als Frauen.
Wir hätten die Möglichkeit einer viel weiter gespannten Diskussion.
Womit ich wieder beim Thema bin :-)

Denn: Menschen sind nicht NUR sachlich oder NUR emotional.
Es gehört beides zusammen.
Wichtig ist, bei getroffenen Schmerzpunkten wieder zur Basis zurückzukehren - - was manchmal schwer ist.
Oftmals fühlt man/frau sich pers. angegriffen - was nicht immer SO gemeint ist.

Laßt uns einfach MENSCH bleiben - mit allem, was dazu gehört!!!!!
Dazu gehört auch mal ein Einlenken des "Angegriffenen" - ebenso wie das des "Angreifers"

Jockeline,grad in sich ruhend :-))

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