Beiträge zum Thema: Eine wunderbar, bereichernde Partnerschaft

 
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Orlanda
Orlanda
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Liebe Emirena,

diese Beziehung war in jeder Hinsicht etwas Besonderes: Vorallem auch, weil sie ein Abschluss unter eine Reihe von Fehlentscheidungen war. Schneller als je zuvor konnte ich mich daraus befreien. Anfangs war es sehr schmerzhaft, aber eben nur kurz.
Zum Glück bin ich kein Typ, der mit Drogen etwas am Hut hat. In Zeiten der Trauer und der Not bin und war ich immer ganz abstinent, d.h. es gab nicht mal Wein oder Bier zum Essen, weil ich einfach zu fertig war, um daran Freude zu haben. Außerdem verstärkt der Alkohol meine Gefühle, auch die negativen, so dass ich keinerlei Erleichterung spüre, wenn ich diese Erleichterung bräuchte. Ich könnte mich höchstens mit Alkohol umbringen.

Wenn ich nun die Zeit dieser Beziehung betrachte, in der ich von all den Wahrheiten nichts wußte, so gestehe ich, dass ich wie in einem Traum lebte. Dieser Mann liebte mich wirklich und ich fühlte mich so angenommen wie noch nie. Ich war die Schönste, die Beste, es gab nichts, was ER auszusetzen hatte. Das war eine einmalige Sache und so gesehen ist diese Beziehung für mich im Nachhinein etwas sehr Schönes gewesen.

Da nichts auf Erden Ewigkeit besitzt und es keine ewige Liebe in dieser Form gibt, habe ich auch keinen Groll oder Verlustgefühle mehr. Genauso erinnere ich mich der Rosen in meinem Garten, die auch längst verblüht sind...

Orlanda
 
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emirena
emirena
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und, Orlanda, ist diese Verbindung nun im Nachhinein als wunderbare, bereichernde Partnerschaft abgespeichert?

Ja, solche Geschichten kenne ich auch. Im Nachhinein kann man sagen, es war ein außergewöhnlich schöner Rausch/Traum, nur leider nicht alltagstauglich, sondern höchst gefährlich.

Wenn man es überstanden/überlebt hat, ohne Schaden an Leib und Seele zu nehmen, sollte man wohl darüber nachdenken, ob es sich (immer noch) lohnen würde, für einen solchen Rausch Risiken einzugehen.

Die Gelegenheiten zu solchen irrealen Abenteuern werden im Laufe der Lebensjahre (zum Glück) seltener. Ich denke, das ist auch gut so. Man kann mit einem Lächeln und ohne Groll daran zurückdenken, aber diese ARt von Rausch muss nicht wieder neu belebt werden. Es gibt HEUTE andere Arten von rauschähnlichen Zuständen; irgendwie ein bisschen solider aber nicht weniger faszinierend. Eine andere Ebene einfach.

emirena
 
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Orlanda
Orlanda
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Liebe Stobbs,

die Frau Orlanda war auch dabei... Er war mein Faun und wir haben eine sehr schöne Zeit verlebt... Die Nächte waren kalt, es war erst Mitte April! Die Schwitzhütte war ein schamanisches Abenteuer. Mitten im Urwald, weit und breit nichts als nur Moor, Wald und See... Es wurde in der Hütte richtig warm.. Weitere Schilderungen erspare ich Dir, aber ich vermute, Du hast genug Fantasie...

Weißt Du, es war wirklich wie ein Herausgleiten aus der Zeit in eine Traumwelt... Eine Harmonie wie im Paradies. Leider gings so zu Ende, wie auch das Paradies zu Ende ging. Nicht, weil ich ihm einen verbotenen Apfel gereicht habe, sondern weil er mir beim Heimflug am Flughafen gestanden hat, dass er "fast ein bißchen Stoff" mit nach Polen genommen hätte. Mich traf fast der Schlag... In diesen Tagen war es so schön und zwar ohne Alkohol und Drogen - nicht einmal Zigaretten waren dabei. Er war mein Naturgeist und nun DAS! Erst da ging mir ein Licht auf. Seine Augen, die im Dunkeln fast weiß leuchteten und dieser Blick..! Ich bin so ein naives Schaf!! Er hatte sicher genug im Blut, um über die Runden zu kommen. Nach einer Woche war aber wahrscheinlich der Speicher leer und er konnte das Geheimnis nicht mehr bei sich halten...

Trotzdem halte ich das Erlebnis Masuren in meinem Herzen als etwas Schönes, wenn auch Unwiderbringliches. Leider scheinen so viele Menschen, an deren Seite ich mich unglaublich wohl fühle, alle einen Touch zum Rausch zu haben. Wohl suche ich sie mir aus...

Nicht weinen, dass es vorbei, sondern sich freuen, dass es geschehen ist... Ein bißchen kann ich auch darüber lachen.. Ich hatte selbst ja nie mit Drogen zu tun und so war ich auch bei meinem "Faun" ahnungslos... Naja, war der Faun halt kein Faun, sondern ein ganz gewöhnlicher Waldschrat... Aber sexy war er trotzdem...

Orlanda
auf dem Weg zu anderen Sternen (es gibt ja genug davon) und furchtbar im Umzugsstress...
 
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emirena
emirena
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Hallo Gundulabella,

bequemer ja, trotz allem habe ich es gerne lieber etwas unbequemer als zu langweilig. Ein bisschen Spannung darf schon sein, finde ich. Alles im richtigen erträglichen und dennoch "bereichernden" Maß.

"sie merken nicht, wenn sie lügen" - da sagst Du was Wahres! Vor allem dann nicht, wenn sie sich selbst belügen.
Drum prüfe, wer sich ...... in irgendeiner Form bindet (oder auch nur vorhersehbar unglücklich verliebt).
Muss nicht sein. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Zu viel Vorsicht (= Angst) macht blind für zweifellos auch vorhandene Chancen.

Den Mund halten, um jemand mit der Wahrheit nicht zu verletzen? Gefährlich für den, der den Mund hält, finde ich. Derjenige manövriert sich damit selbst in eine fatale Lage.
Ich tendiere eher dazu, den Mund nicht zu halten, versuche aber, die Wahrheit vorsichtig und mit Fingerspitzengefühl zu dosieren. Auch nicht immer leicht.

emirena
 
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Merlin47
Merlin47
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Liebe Emirena,

warum sollten wir Dir bei solchen Gedanken nicht auch verzeihen können, es ist ja nur eine Geschichte – die im wahren Leben so nicht stattfindet :-)

Wenn ich mich bei meinen Cafébesuchen so um mich schaue, sehe ich bei den meisten älteren Paaren auch immer diese Harmonie des Schweigens, nach der allerorts mit Eifer gesucht wird.

Wenn man ihnen jedoch einmal ins Gesicht und ihre Augen blickt, kann man die Leere erkennen und die Gemeinsamkeit liegt darin, daß jeder gleichgültig in eine andere Richtung blickt. Ich beobachte gerne die Menschen, aber bei diesen Paaren sehe ich selten ein Lächeln oder ein Zeichen der Zuneigung in den Augen.

Manchmal kommt bei mir der Verdacht auf, daß es dabei der Suche nach dem Gleichklang weniger um die Übereinstimmung mit dem Gegenüber geht, sondern mehr um die Suche nach dem Gleichklang mit sich selbst.

Die Suchenden merken jedoch nicht, welche große Hürde sie damit errichten und wundern sich dann am Ende, warum der Andere sie nicht überspringen kann oder will.

"Wenn Du von mir geliebt werden möchtest, sei so, wie ich es möchte!", ist dann die unausgesprochene Botschaft, die hinter dem Gleichklang steckt. Der Gleichklang ist dann in einer Krise auch das Totschlagargument, mit dem alle Versuche der Versöhnung erschlagen werden.

Der Erkenntnis von Sternchen, daß es sich in einem Leben ohne die Krone der Schöpfung ausgeglichener leben läßt, kann ich nur zustimmen, jedoch möchte ich das für mich mit der holden Weiblichkeit erweitern.

Mancher wird nun sagen, daß es doch erst richtig schön wird, wenn man die Dinge mit jemandem teilen kann: Ja, es ist schön, wenn man sich die Probleme teilt, die man sonst nicht hätte.

Aber, wie gesagt es ist alles nur eine Geschichte und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie bis ans Ende ihrer Tage :-))


Merlin, der Märchenerzähler
 
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emirena
emirena
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Entschuldigung, selbstverständlich habe ich niemanden persönlich gemeint. UNd außer Acht gelassen hatte ich auch, dass es, wenn Kinder betroffen sind, nicht immer ganz einfach ist, einen Schlußstrich zu ziehen. In unserer Altersklasse ist das aber eher selten der FAll und im übrigen haben auch Mütter ein Recht auf ein bisschen Glück.

Wann, wenn nicht jetzt sollte die Zeit dafür sein, wirklich neu zu beginnen, ohne die Altlasten weiter zu "pflegen". Irgendwann muss man doch mal mit der (negativen) Vergangenheit abschließen und selbstbewußt aber auch selbstkritisch in die Zukunft zu gucken!

emirena
 
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emirena
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Sternchen, so lange es "Dummchen" im Angebot gibt, wird es auch Abnehmer dafür geben.

Wir Frauen sollten aufhören, an den Weihnachtsmann zu glauben, der anderweitig verheiratet ist. Warum hält frau jahrelang an einer solchen Beziehung fest, die auf Lug und Trug aufgebaut ist? Sorry, versteh' ich nicht.

Wenn mir ein Mann z.B. erzahlt, dass mit seiner Ehefrau nichts mehr läuft, frage ich mich, warum nicht. Bestimmt ist nicht NUR die böse Ehefrau schuld.

Wirklich schade, Orlanda, dass vieles negativ rüberkommt, was eigentlich Anlass zur Zuversicht geben sollte.

Schon wieder falsch verstanden? Wenn mir zu viel Einigkeit und Harmonie suspekt erscheint, dann nicht wegen meiner eigenen Erfahrungen sondern mehr wegen dem "Scheinfrieden", der eigentlich gar keiner ist. Meine Erfahrungen sind jedenfalls nicht nur negativ und deswegen habe ich allen Grund, zuversichtlich zu sein. Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut. Gut Ding will Weile haben. Die Ungeduld ist meistens ein schlechter Ratgeber und verleitet uns gerne zu fatalen Kompromissen. Lieber LEBEN und sich in Gelassenheit üben, als sich aus Ungeduld mit dem erstbesten und/oder falschen Kandidaten einzulassen. Schmetterlinge hin oder her. Man weiß, wie dünn deren Flügel sind.

Der Begriff "Ergänzung", liebe Orlanda, ist bei mir mehr auf charakterliche Stärken und Schwächen bezogen und weniger auf das pragmatische Zusammenwirken beim Kanufahren etc.
Solche "Grenzerfahrungen" sind eine Sache, die andere Sache ist der Alltag, der zu bewältigen ist.
Was die praktischen Dinge des täglichen Lebens betrifft, sind doch die Zeiten längst vorbei, wo Frau einen Ernährer braucht oder Mann Putzfrau.
Dass solche Wünsche noch zum Teil gegenwärtig sind - keine Frage. Aber jeder entscheidet selbst, ob er die Wünsche, die an ihn herangetragen werden, erfüllen möchte oder lieber Abstand nimmt.
Wir haben alle Möglichkeiten, aber die Entscheidung darüber, wie wir leben wollen, müssen/dürfen wir selbst treffen.

Manchmal kann ich das Gejammer über die bösen Partner (Männer UND Frauen) nicht mehr hören. Tut mir Leid. Jede(r), die/der sich permanent beklagt, ist selbst AUCH Teil des Problems, aus welchem Grunde auch immer.

emirena
 
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Ehemaliges Mitglied
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Nachdem meine ersten beiden Beiträge leider nicht zu lesen waren, probiere ich es nochmals. Was Männer anbelangt, muß ich aus eigener Erfahrung sagen (leider), daß es sich OHNE die Krone der Schöpfung irgendwie ruhiger und ausgelichener leben läßt.

Man wird schlichtweg nicht permanent angelogen !!!

Entweder sind die Herren verheiratet, suchen eine Putzfrau oder was eine ganz infame Art und Weise ist, sie suchen nur ein Betthäschen. Das glaubte ich bei der jüngeren Generation, aber die "alten Herren" (sogar mit 66 Jahren) meinen, daß sie sich alles erlauben können.

Aber komischerweise ist man doch immer wieder auf der Suche nach dem "Richtigen". Nur sollten Ehrlichkeit, Treue und Vertrauen nicht nur von einer Seite erfolgen.

Meine letzte "schlechte Erfahrung" dauerte 3 Jahre mit einigen kurzen Unterbrechungen. Es wurden nur Ausreden erfunden (von den erwachsenen Kindern kurzfristig angerufen, die Ex-Schwiegermutter hat einen kaputten Herd, die 2. Ex-Frau läßt sich bei irgendwelchen Schreinerarbeiten helfen ((bei der übernachtet er sogar regelmäßig und das sicherlich nicht als Bettvorleger!)), Termine wurden kurzfristig abgesagt, entweder schmerzte der Rücken, oder die Augen flimmerten usw. usw.). Vorschläge, wie mal in ein Musical zu gehen, Therme besuchen oder ins Kino - weit gefehlt, dazu hatte der Herr dann einfach keine Lust. Diese Aktivitäten unternahm er allerdings dann mit den Damen des Stammtisches, denn da hatte er dann seine Zuhörer. Die noch dazugehörigen 2 Herren waren/sind für ihn sowieso nur Störenfriede !!!

.... und bis ich dann irgendwann mal von einer anderen Frau angerufen wurde und diese mich über alles aufklärte, daß da noch andere Frauen mit im Spiel seien aufgrund von Annoncen usw.. Als dann alles nicht mehr so lief wie er es wollte, wurde er zu allem Übel auch noch bösartig.

Aber wie heißt es doch? Aufgeben ist das allerletzte und deshalb wird weiter gesucht, irgendwann wird man doch noch fündig ..........

Allen noch einen schönen Wochenanfang
GoldenOldies

PS: Dieses oben beschriebene "Prachtstück" treibt übrigens auch auf dieser "Plattform" sein Unwesen. Irgendeine Dumme findet der immer wieder .........
 
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Orlanda
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Irgendwie, meine Lieben, (ich schließe mich ein!) verliert man beim Lesen der Beiträge allen Mut und alle Hoffnung.
Ergänzung, Gemeinsamkeiten - lauter Begriffe, die sehr viele Bedenken hervorrufen. Die vergangenen Erfahrungen und Erinnerungen mögen wohl Urheber dieser Bedenken sein.

Z.B. Ergänzung: Wird hier vorallem negativ belegt. Klar, diese Nutzgemeinschaften, sprich Ehe, in denen man jahrzehntelang "sich ergänzt" - so nach dem Motto einer wäscht das Geschirr, der andere ißt dafür den Teller leer, damit das Geschirrabwaschen leichter wird, sind grauenhaft. Grauenhaft ist auch, dass die meisten sich aus solchen Beziehungen nicht mehr befreien, weil ja alles so gut läuft - auch wenn man nicht mehr miteinander reden kann.

Ich erinnere mich an einen Kanu-Urlaub mit einem Mann. Wir waren eine Woche in den Masuren unterwegs - großer Rucksack, Schlafsack etc. und eben unser Kanu. Es "flutschte" einfach, wir teilten die Arbeit nicht nur, sondern es lief so, als wären wir ein jahrelanges eingespieltes Team. Sogar eine Schwitzhütte bauten wir im verbotenen Naturschutzgebiet des Gartensees. Die dafür benötigten großen Steine und Äste besorgten wir auf dem Weg dorthin. Unser Kanu glich einem richtigen Frachtschiff - es hing schwer im Wasser. Wir kochten am Gaskocher, schliefen im Zelt, saßen am Lagerfeuer (aus Fichtenzapfen), badeten nackt in einem See, den wir über eine Bach durchs Moor erreichten und hatten so viel Spaß... Wir ERGÄNZTEN uns wunderbar, die Handgriffe saßen, keiner mußte dem anderen sagen, was zu tun ist.

Und genauso stelle ich mir das Leben mit einem Mann vor: Es flutscht - zwei Menschen, die wirklich zusammenpassen, ergänzen sich - ob im Glück oder wenn es darum geht, gemeinsame Sorgen zu bewältigen. Man muss nicht immer alles negativ sehen. Wenn ich jemand bin, der lange überlegt, so begrüße ich, wenn mich mein Partner ein bißchen in Schwung bringt, genauso wie mein Zögern ihm auch hilfreich sein kann.

Eben darum ist es sehr wichtig, richtig zu wählen: Einen "zerstreuten Professor" bzw. einen Mann mit zwei linken Händen, der alles mir überläßt, werde ich sicher nicht mehr in meine nähere Nähe lassen, genauso wie auch ein Mann keine Frau lieben und zur Partnerin nehmen muss, die ihn nur ausnutzen wird.

Gemeinsamkeiten müssen sein, auch wenn man ab und zu gerne alleine durch den Wald läuft. Ich brauche keinen Mann, der seiner Wege geht und mit dem ich höchstens Erlebnisse rhetorisch austausche.

Orlanda
 
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emirena
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liebe Stobbs

"gehört der VErgangenheit an", das wünsche ich Dir!
Dass "meine" Formel SELTEN aufgeht, stört mich nicht weiter. Für mich wird sie - einmal genügt mir - aufgehen, denn mein Lebensmotto heißt:
fange nie an, aufzuhören und höre nicht auf, anzufangen.

Wer Deine/meine/irgendeine Einstellung nicht akzeptieren will, wird es akzeptieren müssen, dass Du/ich/irgendeine Person die Konsequenzen zieht.
Dann kann Plan B in Kraft treten.

Was nützt "schön harmonisch", wenn ich doch genau weiß, dass es zum Scheitern verurteilt ist. DAnn lieber in Harmonie mit mir selbst und dem Universum. Einen Versuch ist es wert. Es ist nicht immer leicht, aber wer aufgibt, hat schon verloren. Resignation ist die schlechteste aller Möglichkeiten.

emirena
 
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emirena
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finde ich gut, lieber Merlin, dass Du als Mann dieses Statement abgegeben hast. (Mir würde man das wahrscheinlich nicht so leicht verzeihen. Aber egal.)

Die "schleichende Entmündigung" ist für mich auch eine Horrorvision; natürlich in JEDE Richtung. Das geschieht meist ganz subtil, man versteht sich ja wortlos und "muss nicht alles zerreden". Zu viel Harmonie macht achtlos.

Allerdingst gibt es genug Menschen, die das unbewußt billigend für sich selbst in Kauf nehmen, weil das Ergebnis sich so schön "harmonisch" anfühlt. Und dann fallen sie aus allen Wolken.

emirena
 
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Merlin47
Merlin47
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Liebe Stobbs,

irgendwie finde ich Deine Vorstellung von einer Abhängigkeit, Arbeitsteilung und Delegation in einer idealen Partnerschaft für beklemmend. Es klingt irgendwie nach Selbstaufgabe, Unselbstständigkeit, Gängelung und eingeschlafenen Strukturen.

Der besagte Professor hat sich längst aus der Partnerschaft abgemeldet und geht im Grunde seinen eigenen Weg ohne Sie. Die einstige Geliebte ist nun zu seine Managerin und Hauswirtschafterin geworden, der man gelegentlich ein paar freundliche Worte als Belohnung zukommen läßt oder ihr gar das Frühstück ans Bett bringt. Wo ist da die Neugierde?

Es ist nicht der Gleichklang, der eine Partnerschaft mit Leben erfüllt, sondern die Spannung. Sicherlich sind als ruhender Gegenpol auch die Gemeinsamkeiten wichtig, aber die dürfen nicht zu einer schleichenden Entmündigung einer der Partner führen.

Die Erweiterung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit in einer Partnerschaft liegt nicht darin, daß man bestimmte Dinge einfach aus Bequemlichkeit dem Partner überläßt, sondern zumindest versucht, von ihm zu lernen.

Nein, da möchte ich lieber kein Professor sein und bleibe Merlin!


Merlin
 
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emirena
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Was die "Ergänzung" betrifft, bin ich eher skeptisch.
Ist eine "harmonische Beziehung, in der man sich perfekt ergänzt", eigentlich erstrebenswert? Kurzfristig, also auf ein bestimmtes Zeitfenster bezogen, vielleicht ja. Dann kommt ein neuer Lebensabschnitt und ggf. ein neuer Partner. (Die Fälle, wo ein Paar vom ersten Kontakt zum anderen Geschlecht bis zum Tod zusammenbleibt, sind von dieser Betrachtung mal ausgenommen.)

In den meisten Beziehungen der Heute-Zeit gibt es eine (meistens sehr begrenzte) Weile Harmonie (= Stillstand), danach kommt der Super-Gau, der oft vorprogrammiert ist, weil man sich im ÜBerschwang der ersten "Verliebtheit" einen Mantel übergezogen hat, der nur scheinbar passt.

Ist es Sinn einer Beziehung, sich zu ergänzen?
Dickes Fragezeichen. Der Sinn könnte auch sein, dass man aus der Andersartigkeit und den sich daraus ergebenden Anforderungen etwas für sich selbst lernen oder begreifen soll.

Wenn ich manche Geschichte so überdenke, finde ich diesen GEdanken bestätigt. So erklärt sich auch, dass man mehrfach wieder beim gleichen "falschen" Partner landet. Wenn man wirklich etwas daraus gelernt hat, was über Lippenbekenntnisse hinausgeht, wird es nicht mehr passieren. Dann "passiert" etwas anderes; eine neue andere Herausforderung.

Nicht umsonst heißt es, man solle aneinander/miteinander wachsen. Das bezieht sich auf jeden der Beteiligten und AUCH auf das gemeinsame, auf das Miteinander der Verschiedenartigkeit.

Anpassung in letzter Konsequenz bedeutet Auflösung der Individualität, aus der etwas Neues entsteht. Ein Mischmasch. Kann man nicht miteinander aber nebeneinander existieren?

Meine Formel, auf die ich immer wieder zurückkomme:
1 + 1 = 3 (jeder für sich, also 2 Einzelne und ZUSÄTZLICH das Gemeinsame, ergibt 3)

Bin kein Mathematiker, aber für mih macht es nur so Sinn. Leider scheint das selten realisierbar zu sein.

emirena, verkanntes Rechengenie
 
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Merlin47
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Hm ..., was wird den hier getestet?

Wir wollen hoffen, daß es nicht unsere Gesinnung ist :-))


Merlin
 
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GoldenOldies
GoldenOldies
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Test
 
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Orlanda
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Manchmal, liebe Stobbs, ist es schon so - es ist ja auch sehr vorteilhaft, wenn man sich, wie man so schön sagt "ergänzt"...

Mal sehen, wer auf meinem Weg steht in der Zukunft. Es muss harmonieren, wenn es etwas werden soll. Ein bißchen Gleichheit, ein bißchen Verschiedenheit um sich zu ergänzen, wie ein gutes Gericht mit vielen Ingredenzien... eine Beziehung, die wie ein köstliches Gericht ist.

Orlanda
 
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Orlanda
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Ja, liebe Stobbs, ich verstehe was Du meinst. Wie gut, wenn es vorbei ist. Ich fragte mich auch, warum muss MIR so ein Mann begegnen, warum muss ich ausgerechnet ihm über den Weg laufen. Es waren einfach Lektionen. Es gibt Frauen, die sagen gleich, dass sie sowas nicht brauchen...

Mal sehen was kommt, wer kommt, ob jemand kommt, wie es kommt...

Ich mache Dinge, die mir Freude machen, nimm manches nicht mehr so schwer, schütze mich aber besser als früher...
Mit Menschen, die um 12h unbedingt ihr Mittagessen (warm!!) haben müssen oder andere Zwanghaftigkeiten ausleben, muss ich keine innige Beziehung eingehen. Ich gebe mir selbst Geborgenheit, so dass ich sie nicht an Stellen einholen muss, die dafür völlig ungeeignet sind.

Ich las einmal den Satz, dass man sich "Heiler" sucht, aber sehr oft nur "Lehrmeister" findet...

Orlanda
 
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Orlanda
Orlanda
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Liebe Stobbs,
ich weiß schon, wie Du das meinst mit der Zwillingsseele und Du hast sicher damit Recht. Die Trennung war wirklich sehr schwer.

Aber ich habe keine Empfingungen mehr für diesen Mann - er nervt nur und darum hab ich jetzt auch für endgültige Ruhe gesorgt. Es reicht, wenn man sich eine gewisse Zeit mit diesen Dramen herumschlägt, das brauche ich nicht auf Lebenszeit!

Es sind alles Geschichten und Geschichte, weil man halt nach vielen Lebensjahren viel erfahren und erlebt hat.
Jetzt ist aber JETZT und alles neu.

Das Leben ist schön!
Orlanda
 
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emirena
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Orlanda, weil Botschaften oft anders ankommen als sie vom "Sender" gemeint sind, der Vollständigkeit halber noch folgendes:

davon, dass "nur" Gespräche in Erinnerung bleiben würden, war nicht die Rede. Vielmehr war von mir bzw. dem erwähnten Freund die Ganzheit gemeint, zu der bestimmte Eigenarten wie z.B.eine Geste oder die Körpersprache in einer ganz bestimmten Situation und ähnliche Kleinigkeiten gehören. Das kann, muss aber nicht, sich auf die Sexualität beziehen. Tut es eben auch nicht immer.

Gemeint war in meinem Beispiel auch auf jeden Fall eine POSITIVE Erinnerung. Ich hoffe doch, dass es eine solche in den meisten Fällen AUCH gibt und dass wir diese immer von den weniger schönen Erinnerungen unterscheiden können.

Stobbs, Deine Horrorszenarien gehören sicher auch zur Realität, aber man muss sie nicht ständig neu heraufbeschwören. Mit einem solchen "Damoklesschswert" belastet man jeden neuen Anfang über Gebühr. Ich finde es würde genügen, aufmerksam zu sein. Eine solche Aufmerksamkeit dem Partner gegenüber, dem neuen wie auch dem langjährigen, ist einer guten Beziehung sicher immer förderlich.

Ich habe Dein Thema als Möglichkeit betrachtet, die Möglichkeiten einer "wunderbar bereichernden Partnerschaft positiv zu betrachten, anstatt sich permanent in negativen Erfahrungen zu suhlen.

Kirie, mir reicht es noch nicht. Ich beschäftige mich gerne mit dem Gedanken, dass vieles möglich ist, wenn man versucht, Fehler nicht ausschließlich bei der jeweils anderen Hälfte der Menschheit (Männer/Frauen) zu suchen, sondern die eigene Beteiligung am Erfolg oder am Scheitern mit zu berücksichtigen. Mir ist es das Wert.

emirena
 
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Orlanda
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Ich kann mir, gelinde gesagt, auch nicht vorstellen, dass meine letzten vier Männer sich meiner nur mehr wegen der wunderbaren Gespräche, die wir führten, erinnern... Ich vermute und weiß von einem, dass man sich gerade DARAN erinnert, vergessen ist eher, weshalb die Beziehung/Affäre zerbrach... Das weiß ich aber noch recht gut..

Orlanda

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