Beiträge zum Thema: Partnerschaft mit „Haut und Haaren“

 
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Orlanda
Orlanda
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Liebe Kirie, liebe Merope,
hab etwas Schönes gelesen (ist, glaub ich, buddhistisch oder so...): Man sollte darauf achten, dass der Innere See nicht aufgewühlt wird. Wenn er schön glatt und unaufgewühlt ist, geht's einem am besten.
Das stimmt wirklich. Sich in allzu große Leidenschaften zu versenken, hat meist zur Folge, dass es dann zumindest Entzugserscheinungen gibt, wenn die Leidenschaft doch nicht mehr so groß ist. Und jede Aufregung legt sich halt irgendwann...

Drum: Schön cool bleiben...

Orlanda
(hinter halb geschlossenen Jalousien, lauwarm...)
 
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Ehemaliges Mitglied
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Liebe Orlanda,
das stimmt - ich habe zwar ein dickes Fell, fühle mich auch nicht persönlich angesprochen, es stört nur einfach.
Ich finde es sehr schön, dass sich der Geist unter uns "Alten" hier im Forum sehr verbessert hat, ich habe den Eindruck, wir haben alle das Zuhören gelernt.

Und dann kommt doch wieder so ein Hammer - und weg ist er, der rote Faden. Schade, Ja, einfach ignorieren - das ist die beste Lösung.

Was die Familie betrifft: Die meisten in meinen Alter sind glücklich darüber, dass sie Großeltern sind und pflegen regen Kontakt mit Kindern und Enkeln - auch wenn man nicht mehr zusammen wohnt.
LIebe Grüßle
Merope
 
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Orlanda
Orlanda
Anzahl Beiträge: 3598
Gehört nicht zum Thema, aber trotzdem ein paar Worte dazu:
Ursprünglich wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts, zur Zeit der beginnenden Industrialisierung, die Kleinfamilie geschaffen. Die Arbeiter in den großen Fabriken konnten nicht mehr mit dem ganzen Clan in die für sie vorbereiteten Kleinwohnungen ziehen und so entstand die typische Vater-Mutter-Kind-Familie. Nicht die Kirche hat dies vorangetrieben, sondern die Industrie, der Staat. Ist doch die Kleinfamilie leichter zu manipulieren als ein Clan, eine Großfamilie!

Wir sind heute fast nichts mehr anderes gewöhnt und es gibt kein Zurück mehr. Wer von uns könnte noch unter den patriachalischen Bedingungen der Vorzeit leben? Mehr als zwei Generationen unter einem Dach, das klingt nach Konflikt. Heute wird aber wieder darüber nachgedacht, denn für die Kinder als auch für die Alten gibt es keine bessere Gesellschaftsform als die Großfamilie!

Kinder gehören in eine Gesellschaft, sonst würde diese aussterben. Aber nicht nur alleine deshalb ist die Verjüngung des Menschengeschlechtes wichtig. Der Umgang mit Kindern und Jugendlichen ist ein wichtiger Faktor in der Reifung des erwachsenen Menschen. Nur wer fähig ist sich ständig zu hinterfragen und in Frage stellen zu lassen, wer sich etwas vom Staunen eines Kindes in die abgeklärte Erwachsenenwelt herüberholt, wird ein glücklicher, zufriedener älterer Mensch sein. Man muss deshalb nicht unbedingt eigene Kinder haben. Den Keim der Unschuld und des Staunens über die Welt trägt jedes Menschenkind in sich...

Liebe Merope, ich finde es auch unterträglich, wenn ständig auf Familien, Kindern und Menschen, die Kinder großziehen, auf Eltern und Großeltern "herumgehackt" wird. Man kann das natürlich überlesen und wegsehen, aber wie man sieht, verebbt der ungute Geist, der da weht, ja nicht, sondern wirft sich immer wieder in die Brust um neue Diffamierungen hervor zu würgen...

Orlanda
 
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Moderator
Moderator
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Hallo Merope,

danke für den Hinweis. Nur ich bitte darum so etwas per Mail zu senden. Dann kann ich auch was dazu sagen.
 
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Ehemaliges Mitglied
Ehemaliges Mitglied
Anzahl Beiträge: 1983
Lieber Moderator ----

es nervt einfach: Man fühlt sich kaum noch wohl, wenn fast jedes Thema dazu benutzt wird, seine Weltanschauung breitzutreten....

Merope, die es gern sachlich und konstruktiv hat.
 
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emirena
emirena
Anzahl Beiträge: 7477
von einer "Kernschmelze" in der Partnerschaft halte
ich nichts. Wo soll da noch Spannung (und Entspannung) möglich sein!?

Man kann durchaus für einander dasein und/oder eine Vertrauensbasis aufbauen wenn man nicht zugleich ALLES miteinander teilt.

Einen anderen "ganz annehmen MUESSEN"? Da geht es mir wie Merlin und Orlanda. Das MUESSEN ist für mich verkehrt. Ich akzeptiere - oder eben nicht. Aber wenn, dann freiwillig, ohne Selbstaufgabe und bewahre mir meine Rückzugsmöglichkeiten. Umgekehrt würde zu mir auch kein Partner passen, der eine totale Symbiose anstrebt. Ich will eigenständig bleiben und möchte mit einem eigenständigen Menschen im Spannungsfeld zwischen Anziehung und Differenziertheit die Vielfalt unserer beider Welten täglich neu erleben.

Das geht m.E. AUCH in einer häuslichen Gemeinschaft, muss aber nicht zwangsläufig in einer solchen stattfinden. Eine gewisse Großzügigkeit im Denken ist Grundvoraussetzung.
(hat nichts mit sexueller Treue/Untreue zu tun)

"Haut und Haare" bleiben den besonderen Begegnungen (Häufigkeit beliebig) vorbehalten. DAS ist nur ein Aspekt von vielen.

Es scheint mir ein überwiegend weiblicher Konstruktionsfehler zu sein, eine totale Verschmelzung als Zeichen der großen, romantischen Liebe zu betrachten.
Dieses Wunschdenken ist gegen alle leidvollen Erfahrung wohl imun.

emirena
 
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Orlanda
Orlanda
Anzahl Beiträge: 3598
@ Merlin
"..Meine schönsten und kreativsten Zeiten habe ich jedenfalls bisher immer ohne Partner erlebt..."

Es freut mich, dass noch jemand so empfindet - mir geht und gings bisher nämlich auch so. Wenn Geist und Seele frei sind können sie ganz hoch fliegen...

Orlanda
 
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Ehemaliges Mitglied
Ehemaliges Mitglied
Anzahl Beiträge: 1983
Liebe Gundabella,

nun, die Menschen sind unterschiedlich gestrickt.
Als ich vor nun 24 Jahren meinen inzwischen verstorbenen Lebenspartner kennenlernte, war ich sehr verliebt - und wir hatten uns wirklich über die ganze Zeit sehr gern.
Aber ich habe immer meine Wohnung behalten, habe auch meine Freundschaften und Hobbys weitergepflegt, mich um meine Familie gekümmert. - So wie er es auch gemacht hat.
Natürlich haben sich dabei Freunde und Familie auch gelegentlich kennengelernt - aber wir haben uns nie an "Verschmelzung" versucht. Vielleicht hat es deshalb einigermaßen gut funktioniert.
Merope
 
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Ehemaliges Mitglied
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Anzahl Beiträge: 1983
Hallo Lefour - es nervt einfach! Was hat denn die Bibel nun schon wieder damit zu tun?
Diese Einwürfe scheinen mir einfach nur ---- krank - zu sein.
Merope
 
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Bröckchen
Bröckchen
Anzahl Beiträge: 276
@Merope

Die rosarote Brille hatte ich auch auf ... die rosa Farbschicht bekam allerdings schnell ein paar durchlässige Stellen ...
Immer wieder gab es unschöne Diskussionen, wenn ich darauf bestand, dass ich meine Freiräume brauche, dass ich einfach ein paar Stunden allein sein will, dass ich nicht über jeden Schritt Rechenschaft ablegen will ...

Ich habe dann die Partnerschaft aufgekündigt und heute sind wir sehr gute Freunde, denn nun versucht er nicht mehr, über mein Leben zu bestimmen.
 
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Merlin47
Merlin47
Anzahl Beiträge: 1616
@Gundula: ... nach der Erfahrung, die ich jetzt gemacht habe, ist es so, dass man den ganzen Menschen annehmen und akzeptieren muss - und das gerne - freiwillig -ohne Zwang....

Wenn ich das Wörtchen "muß" höre, regt sich in mir ein gewisser Unmut. Ob man das wirklich freiwillig und ohne Zwang macht, möchte ich mit einem dicken Fragezeichen versehen.

Meine schönsten und kreativsten Zeiten habe ich jedenfalls bisher immer ohne Partner erlebt. Es ist aber schön, die Probleme mit jemandem zu teilen, die man vorher nicht hatte :-))


Merlin
 
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Ehemaliges Mitglied
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Anzahl Beiträge: 1983
Ich denke, wenn man sich richtig verliebt, hat man immer die rosarote Brille auf - ob man das will oder nicht.
Mein Rezept: erst mal abwarten!
Eine Partenerschaft mit Haut und Haaren ist für mich persönlich gar nicht erstrebenswert.
In unserem Alter hat man (normalerweise) seinen Freundeskreis, seine Familie, seine Interessen usw. Ein eventueller Partner ist dann nur eine weitere Komponente, der das alles ebenfalls mitbringt. Wird dann ein wenig viel, wenn man alles in einem Topf unterbringen will.
Ich hänge mich an niemanden wie eine Klette, vertrage aber auch keine Kletten an mir.
Das hat aber gar nichts mit Misstrauen zu tun - im Gegenteil: Wenn ich dem anderen seinen Freiraum lasse, vertraue ich ihm sehr.

Schönen Tag
Merope
 
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Bröckchen
Bröckchen
Anzahl Beiträge: 276
Hallo Gundulabella,

den ganzen Menschen annehmen und akzeptieren heißt ja nicht, sich auffressen zu lassen und komplett vereinnahmen zu lassen.

Sondern eigentlich bedeutet es, dass BEIDE die Eigenarten des anderen achten, dass sie sich Freiraum lassen, auch eigene Freunde behalten etc.

Ich bin auch nicht misstrauisch, wie Du mir unterstellst. Ich stelle lediglich für mich fest, dass ich keine totale Symbiose eingehen werde. Und falls es auf dieser Welt nur Männer gibt, die das wollen ... na, dann kann ich's auch nicht ändern.

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