Beiträge zum Thema: Weltbild des frühen 20. Jahrhunderts

 
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Bröckchen
Bröckchen
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Wenn ich so manche Kommentare lese, frage ich mich allmählich:

Gibt es auch Männer in unserem Alter, die die Frau nicht als minderwertiges Wesen betrachten, das erst durch die Anleitung und Führung durch den Mann zu einem einigermaßen vernunftbegatem Wesen wird?

Wenn das so ist, bleibe ich lieber allein. Ich lass mich doch nicht in den goldenen Käfig sperren und gängeln.

Aber vielleicht gibt es ja noch Hoffnung, es können doch nicht alle bei diesem veralteten Weltbild stehen geblieben sein.

Bröckchen
 
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emirena
emirena
Anzahl Beiträge: 7494
das kann ich jetzt nciht so bestätigen, dass Bröckchens Titel nicht ganz korrekt wäre.
Sie lässt es ja offen, wie man das Weltbild ....
sieht bzw. wie es tatsächlich gewesen ist.
Insofern sehe ich den Titel durchaus als vertretbar und berechtigt an.

Man kann nun im Anschluß darüber diskutieren, ob sich dieses Weltbild des fr. 20. Jhds noch in die Jetztzeit hinein erhalten bzw wie es sich verändert hat.

Manche Beitrage mancher Autoren legen den Schluss nahe, für sie habe sich nichts verändert seitdem.

Bröckchen, die Sprüche Deiner Mutter kenne ich auch. Auch meine Mutter war sehr geprägt vom Frauenbild der N a z i s, sie hat sich wohl - zunächst - gut domestizieren und gehirnwaschen lassen. Diese Erziehung wirkte weit über die Nachkriegszeit hinaus. Allerdings scheiterten alle Versuche, mich in diesem Sinne zu erziehen, kläglich. Mit diesem erzieherischen "Mißerfolg" hat sich meine Mutter nach jahrelangen Diskussionen mit Kindern und Enkelkindern im Alter schließlich "ausgesöhnt.

Durch Schaden wird man klug, sagt man. Die Profiteuere der Schäden sehen für sich selbst leider meistens keinen Anlaß, aus dem Schaden, den sie zugefügt haben, für die Zukunft zu lernen.

Ich sage das durchaus im Bewußtsein, dass der einzelne Mensch nur selten der eindeutige Täter ist, sondern oft auch Opfer seiner eigenen Veranlagung, Verantwortung abzugeben.

Für mich erklärt sich dadurch, dass Frauen (manchmal leidvoll) lernen konnten, sich zu behaupten. Und das ist sehr vielen Frauen gelungen. Allerdings gibt es auch immer noch die anderen, die Schwäche betonend ihren Vorteil suchen (und finden).

emirena
 
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Bröckchen
Bröckchen
Anzahl Beiträge: 280
Das mag so sein Orlanda, dass der Titel nicht ganz das trifft, was ich ausdrücken wollte.

Ich habe dabei einen immer wieder von meiner Mutter gehörten Ausspruch vor meinem inneren Ohr gehabt: Du musst den Mann nach außen den "Großen" sein lassen und ihn im Stillen führen. Dies Verhalten konnte man nach Ende des 2. Weltkriegs oft sehen, die Frauen, eben noch selbständig und selbstbewusst liessen sich von ihren heimkehrenden traumatisierten Männern in die Küchenecke zurückdrängen.

NEIN sage ich, ich mache mich nicht klein, damit ER sich groß fühlen kann

Bröckchen.
 
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Bröckchen
Bröckchen
Anzahl Beiträge: 280
Ja Gundulabella,

da hast Du vollkommen recht. Und diese Wahrheit solltest Du Dir vor Augen halten.

Ich habe jedenfalls von mir nicht den Eindruck, dass ich Männer anlocke, deren Einstellung mir nicht gefällt oder für die ich mich verbiegen müsste.

Bröckchen
 
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Orlanda
Orlanda
Anzahl Beiträge: 3603
Gut, wenden wir uns doch dem Weltbild des frühen 20. Jhdts. zu - in Bezug auf die Mann-Frau-Beziehungen.

Vermutlich ist der Titel aber nicht ganz korrekt, denn das Weltbild jener Menschen am Anfang des 20. Jhdts. war durchaus modern, vielleicht sogar wesentlich moderner als es das der heutigen Menschen ist.

Es gab damals Menschen, die neue Wege suchten, nicht nur kulturell und politisch, sondern auch in der Beziehung der Geschlechter und der Sexualität. Das frühe 20. Jhdt. war eine Zeit des Aufbruchs, der Erste Weltkrieg hat viele Illusionen zerstört, endgültig aber wurden alle Hoffnungen begraben, als der Zweite Weltkrieg ausbrach.

Wenn ich mir dazu die heutige Gesellschaft anschaue, fällt mir nur auf, wie träge und eingefahren wir alle wieder geworden sind. Wir hätten eigentlich alle Freiheiten, alles, was jene am Anfang des 20. Jhdts. schufen, liegt uns heute zu Füßen. Aber wir nutzen es nicht oder kaum. Wir schlagen uns herum mit Männern, die immer noch dem Frauenbild der Antike, des späten Mittelalters und des 19. Jhdts. anhaften.

Emirena sagt, wir sollen uns von den Negativ-Beispielen nicht irritieren lassen. Das finde ich auch. Positiv-Beispiele finden wir in der Geschichte, Literatur und Kultur schon zu Beginn des 20. Jhdts...

Orlanda
 
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emirena
emirena
Anzahl Beiträge: 7494
Das sehe ich auch so.

Tatsächlich gibt es immer mehr Männer, die eine Frau generell nicht als schwach betrachten, sondern als eine Person, die individuelle Fähigkeiten und eine einzigartige Mischung verschiedener Veranlagungen und Begabungen entwickelt hat bzw. weiterhin entwickelt.

Wir müssen uns von Negativ-Beispielen nicht irritieren lassen.

emirena
 
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emirena
emirena
Anzahl Beiträge: 7494
Orlanda,
woher weißt Du, was ich mir vorstellen oder nicht vorstellen kann?

Ich finde mich in dem, was Du in der dritten Person schilderst, nicht unbedingt wieder. Vor allem sind Gefühle bei mir nichts Statisches oder für alle Zeiten Festgeschriebenes, sondern etwas Lebendiges, das sich ändern kann, je nachdem, was um mich herum passiert und wie meine jeweilige Umgebung auf mich wirkt etc. Es gibt so viele verschiedene Situationen, Umgebungen, Menschen.

Ach so, Du sprichst von Dir?
Okay.

Wo ist jetzt aber das Weltbild des frühen 20. Jahrhunderts geblieben?

emirena
 
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Orlanda
Orlanda
Anzahl Beiträge: 3603
".... Nach längerer Zeit des Alleinseins gewöhnt man sich
an diesem Zustand und sagt zu sich selbst :
Ich komme ganz gut alleine mit dem Leben zurecht..."

Nicht nur das, das Zurechtkommen, sondern auch die Freude am Mitsichalleinesein, die Lust darüber, dass keine Sehnsucht mehr die schönen Stunden trübt, kein "wie-schön-könnte-es-doch-zu zweit-sein"...

Es ist wie es ist und es ist gut...

Solange man Sehnsucht nach einem Partner in sich spürt, kann man sich das wohlige Gefühl, diese Sehnsucht nicht mehr zu verspüren, nicht vorstellen. Genausowenig wie man sich an einem glühend heißen Sommertag den Genuss eines nebligen Herbsttages vorstellen kann, wenn die Natur sich zur Ruhe begeben hat und eine silbrige Stille über der Landschaft liegt. Niemals schmeckt die Tasse Tee daheim besser als an solchen Tagen...

Und doch freut man sich auf das neue Jahr, auf den Frühling - aber nicht mehr in der Hitze der naturgegebenen triebhaften Illusionen, sondern in der Erwartung des neuen Lebens...

Ich behaupte hier einmal - auch wenn ich damit vielleicht viele Gegenreden ernten werde - dass diese Fähigkeit alleine genussvoll und sehnsuchtslos zu leben, ein Zeichen der menschlichen Reife ist.
Nichts treibt mich mehr zur Paarung, nichts verursacht mir mehr Hektik und Not, es ist alles Ungemütliche und Triebhafte gewichen...

Orlanda
(wer nur den Geschmack der Erdbeeren kennt, weiß nichts von der Süße der späten Trauben....)
 
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Bröckchen
Bröckchen
Anzahl Beiträge: 280
Es soll mich freuen, Hochheider, wenn es auch Männer gibt, die sich emanzipiert haben und ihr Selbswertgefühl nicht aus der Unterdrückung von Frauen beziehen.

Dass längeres Alleinleben keine gute Voraussetzung für eine neue Partnerschaft sein soll, kann ich nicht so sehen. Gerade wenn Männer auch eine Zeit allein gelebt haben, haben sie es vermutlich nicht mehr nötig, sich ein "Weibchen" zur Führung des Haushalts zu suchen, sondern können dann eine tatsächlich partnerschaftliche Beziehung aufbauen.

Bröckchen
 
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Hochheider
Hochheider
Anzahl Beiträge: 139
Nein liebes Bröckchen,
das siehst Du ganz falsch.
Unser Gutram ist mit seinen Ansichten eine Ausnahme.
Hier bei LF Jemanden kennenzulernen ist eine Sache
des Fleißes,auch Outfit und die Einstellung zur Partnersuche sollten stimmen.
Es gibt genug Männer, die über Frauen nicht bestimmen
wollen.
Viele suchen einen Partner ohne daran zu denken,
ob es passen könnte oder sie vergessen sich selbst in diesem Markt einzuschätzen.
Entscheidend ist immer was man will :
Ist man bereit die angesammelten Macken eines neuen
Partners zu akzeptieren (man hat auch selbst genügend).
Das Probem ist die Zeit.
Nach längerer Zeit des Alleinseins gewöhnt man sich
an diesem Zustand und sagt zu sich selbst :
Ich komme ganz gut alleine mit dem Leben zurecht.
viele Grüße

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