Beiträge zum Thema: Drohung mit einer "osmanischen Ohrfeige"......

28.08.2018 02:25
Ehemaliges Mitglied
Ehemaliges Mitglied Anzahl Beiträge: 7
Schau Dir lieber mal an, was die größten Kriegsverbrecher dieser Erde USRAEl an Kriegsverbrechen und Toten auf dem Gewissen haben!
Und dann mit den Kriegstreibern gegen Russland zu schiessen, wo schon viele Menschen wissen, das die einen 3. Weltkrieg schon lange planen,.. ist das genaue Gegenteil von klug und informiert!
15.02.2018 23:15
Ehemaliges Mitglied
Ehemaliges Mitglied Anzahl Beiträge: 39
Natürlich ist es nicht politisch korrekt, wenn ich heute Erdogan in die Nähe von Diktatoren bringe. Hätte ich vor einigen Jahren Erdogan einen Autokraten genannt wäre es auch nicht politisch korrekt gewesen, doch ist es heute fast normal, dass Presse und Politiker darauf hinweisen, dass die Türkei auf dem Weg in eine Autokratie ist.

Warum war ich nicht politisch korrekt? Weil es bei manchen Politikern, um sie gut einschätzen zu können nicht wichtig ist, was sie gerade tun, sondern welche langfristigen Ziele sie verfolgen und welchen Weg sie einschlagen.

1994 sagte Erdogan in einem Interview gegenüber der türkischen Tageszeitung Milliyet: „Gott sei Dank sind wir Anhänger der Scharia" (islamisches Recht) und „unser Ziel ist der islamische Staat". Und 1996 in einem weiteren Interview in der gleichen Zeitung wie die AKP, die Partei Erdogans, zur Demokratie stehe: „Perfekt. Aber ist Demokratie der Zweck oder das Mittel? […] Wir meinen, dass Demokratie nicht der Zweck, sondern das Mittel ist.“

Es gäbe viele Zitate, die zeigen welches Geistes Kind dieser Mann und seine Gefolgschaft ist. Er ist ein langfristiger Stratege. Und wenn ihm die Demokratie nicht mehr nützt, dann schränkt er sie ein, und wenn es sein muss bis zur Unkenntlichkeit. Bekannt wurde seine Aussage, in der er den Putschversuch von Teilen des Militärs im Juli 2016, als "ein Geschenk Allahs" bezeichnete. Nun hatte er seineserachtens das Recht mit voller Härte sein Programm durchzuziehen, die Türkei in seinem Sinne zu formen und jegliche Opposition einzuschüchtern, deren wirtschaftliche Grundlage zu entziehen, oder einzusperren. Es war die notwendige Voraussetzung, damit das Verfassungs-Referendum von 2017 ihm in einem Präsidialsystem die entsprechende Machtfülle zusprach. Trotz aller Repression und Medienkontrolle und der erhobenen Wahlfälschungen konnte er nur einem Vorsprung von 1,41 % erreichen.

Ich finde es fahrlässig nur politisch korrekt zu sein und nicht auf die Absichten dieses Herrn hinzuweisen, denn es ist offensichtlich, daß es die Türkei, die wir kannten, es mit ihm nicht mehr geben wird. Auch wenn noch ein großer Teil der Bevölkerung ihm zujubelt. Letzteres wird oft als Argument angebracht. Man braucht nur an die vielen Jubler denken - auch bei uns vor 80 Jahren. Und vielleicht ist das auch der Stichpunkt an die eigenen Populisten zu erinnern, die stückchenweise die Sprachmuster des 3. Reiches in unsere Alltagssprache einführen und die Grenzen des unsagbaren immer weiter ausdehnen.
Nocheinmal zurück zur Türkei und dem Krieg in Syrien. Die Türkei leistet sehr viel Unterstützung für die Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten. Weit mehr als es Deutschland tut oder Willens wäre. Doch das wäre auch so, wenn es in der Türkei keinen AKP und keinen Erdogan gäbe.
15.02.2018 19:31
Jadestern
Jadestern Anzahl Beiträge: 52
Super zusammengefasst von Wilber.
Die sogenannte Osmanische Ohrfeige wirde nur gebraucht, wenn Säbel/Schwert nicht verfügbar war und nur in höchster Not, um das eigene Leben zu retten. Erdogan benutzt Sprache wie es ihm beliebt, das macht ihn irgendwann unglaubwürdig
15.02.2018 18:28
Ehemaliges Mitglied
Ehemaliges Mitglied Anzahl Beiträge: 39
Erdogan ist Populist, machtgierig, und hat große Ziele. Der als sogenannter kleiner Mann des Volkes aufstieg um die Macht zu erobern ist auch berauscht davon, weil niemand ihm Grenzen setzt. Und er spielt immer noch die Karte vom Mann aus dem Volke, obwohl er sich und seinen Klan schamlos bereichert hat. Veröffentlichungen über diese Bereicherungen wurden gnadenlos unterdrückt. Daraus erfolgte der Bruch der politischen Freundschaft zwischen Herrn Erdogan und Herrn Gülen und entzündete eine gnadenlosen Verfolgung des einstigen Wertgefährten. Die Geschichte fast aller Dikatoren zeigt, dass diese auf ihrem Weg zur Macht den Dolch in der Tasche tragen. Das war auch so bei Stalin, Hitler, wie auch immer sie heißen.

In den 60 ziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wäre Erdogan von den Militärs aufgeknüpft worden, wie der damalige türkische Ministerpräsident Menderes. In den 80-ziger Jahren wäre er von den Militärs ins Gefängnis gesteckt worden, da er gegen den Laizismus verstößt und den Umsturz der Verfassung betreibt. Später war er auch deswegen im Gefängnis. Dies lehrte ihn konsequent die Militärs zu entmachten, damit ihm das nicht wieder passiert. Anstatt dieses Vorgehen kritisch zu beäugen, gab es viel Beifall für den mutigen Schritt, nichtsahnend, dass er nicht bei den Militärs halt macht und es jeden treffen wird, der ihm nicht zujubelt.

Die Militärs waren kemalistisch, laizistisch, nationalistisch (türkisch) ausgerichtet, nach dem Gründer Kemal "Atatürk". Die türkische Republik ist aus dem zerfallenen osmanischen Reich hervorgegangen. Atatürks Ziel war es eine rein türkische Republik zu gründen, in der es eine strikte Trennung des Islams vom Staat gibt. Erdogans Politik ist die genaue Umkehr - die Aufhebung dieser Trennung. Nebenbei, Saudi-Arabien trug jahrzehntelang maßgeblich an der "Reislamisierung" der Gesellschaft bei in dem sie massiv den Bau von Moscheen in der Türkei flächendeckend unterstützte und mitfinanzierte.

Nun ist es doch interessant warum Herr Erdogan im Konflikt mit der USA von einer osmanischen Ohrfeige spricht und nicht von einer türkischen Ohrfeige. Da schrillen bei jedem wissenden Beobachter die Alarmglocken. Der IS (islamische Staat) ist angetreten einen neuen Staat zu gründen, dessen künftiges Reich die Aufhebung der willkürliche Grenzziehung durch die Briten und Franzosen im Sykes-Picot Abkommen von 1915 zum Ziel hat. Das einstmalig riesige osmanische Reich ist zerfallen und umfasste u.a. auch die Gebiete des heutigen Syriens und Iraks. Dieses Sykes-Picot Abkommen schuf durch einen gradlinigen Schnitt die Staaten Syrien und Irak. Wenn Erdogan heute von einer osmanischen Ohrfeige spricht, dann knüpft er an diese Zeiten an, erhebt indirekt Anspruch authorisiert zu sein in diesen Gebieten eingreifen zu dürfen. Diese expansiven Gedanken dürften heute einigen Kreisen das gruseln lehren.

Was Herr Erdogan vom osmanischen Reich lernen könnte ist Toleranz gegenüber anders Denkenden und anders Gläubigen. Hat jemals ein Diktator auf seinem Weg etwas von Humanismus gelernt?
13.02.2018 17:47
ChapeauBerlin
ChapeauBerlin Anzahl Beiträge: 156
In Nordkorea hat das Säbelrasseln etwas nach –
gelassen, dafür spitzt sich die Lage in Syrien zu.
Hier stehen sich zwei NATO-Staaten gegenüber
– USA und Türkei.
Erdogan droht den US-Truppen mit einer
„osmanischen Ohrfeige“ - hier kämpft jeder gegen
jeden und Putin gegen alle.

Eine halben Million Tote und 11 Millionen Flüchtlinge
in sieben Kriegsjahren – es ist eine Schande für die Welt !

http://www.sueddeutsche.de/pol

https://www.blick.ch/news/ausl
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