Beiträge zum Thema: Massenpsychologie, nudging, Verhaltenspsychologie

 
04.11.2021 14:06
tennseni
tennseni
Anzahl Beiträge: 11
"Kampf bis auf's Blut"? Macht nix, der Ludwig alias loisius ist echt gut ?, will mit seinem Wortgefecht auch nur ein wenig spielen, oder ?? Aussitzen!
 
04.11.2021 13:17
loisius
loisius
Anzahl Beiträge: 3
q.e.d.
 
04.11.2021 11:36
loisius
loisius
Anzahl Beiträge: 3
schone alleine die verwendung von phrasen wie "quo vadis", zeigt genau wie naiv jemand denkt.

es geht nicht "wo hin", wir sind schon seit jahrzehnten da.

in einer gesellschaft die im blinden konsum lebt und freiheiten im überfluss hat und darum MISSBRAUCHT.

und genau dadurch "entstehen" menschen die sich aus langeweile waffen aus dem internet bauen und andere damit umbringen. aus purer langeweile. sie haben niemals regeln oder grenzen erlernen müssen. alles ist erlaubt. sie missbrauchen die freiheit.

und so züchten wir kinder die nur noch jammern und motzen. gute ideen oder gar visionen haben die schon lange nicht mehr. hauptsache handy und face-book geht und man kann sinnlose demonstrieren, statt in der schule was zu LERNEN am freitag.

und so züchten wir querdenker die auf jede form der fundierten wissenschaft oder des logischen denkens pfeiffen. auch die postulieren gerne schwachsinn - denn jede "meinung" ist ja erlaubt - egal wie sinnfrei sie ist. = missbrauch von freiheit.

wir sind so verdummt, daß wir uns sogar anmassen die ganze "um-welt" retten zu wollen. es gibt zwar keine guten REALEN lösungen, aber wir schaffen das schon. die ganze welt lacht über unsere dummheit.

eine globale pandemie erzeugt hysterie? na sowas. ist ja total überraschend. vielleicht sollte man beide worte erstmal GENAU verstehen bevor man es pseudobetroffen in die welt posaunt.

wir SIND schon lange genau da wo wir hinwollten. in grenzenloser (mentaler) dekadenz.
erwachet! **lach**

wer das konzept dieser aktuellen "trends" nicht versteht, versteht wohl auch nicht daß diese ganze sosse schon seit jahrzehnten "angerührt" wird. und nein es sind nicht die "bösen politker" schuld. sondern WIR, die wir einfach über die jahre immer dümmer werden. der IQ sinkt einfach. wir verblöden.

denn "blöd" sein und irgendwas lustiges "glauben" ist viel einfacher als etwas wirklich zu "wissen".
der grund dafür wiederrum ist simple trägheit.
sonst müsste man ja am ende sogar noch studieren und selbst fundiertes wissen anhäufen, das wäre ekelhaft.
also geht in die kirche und betet und glaubt, denn LÖSEN werdet IHR diese "problemchen" alle sicherlich nicht können ? warum? siehe oben

gez. Prof.Dr.Dr.Heisenberg

PS: habt ihr gemerkt daß hier mal jemand gar NICHTS aus dem internet zitiert hat? zitieren ist kopieren - das machen nur lemminge. man hat KEINE "eigene meinung", wenn man nur irgendetwas anderes kopiert. man "recherchiert" NICHT wenn man worte bei der **** eintippt. es ist nichts "bewiesen" nur weil man irgendwo im internet eine stelle findet die zufälligerweise den eigenen, naiven AUSWURF stützt.

PPS: wer "scheitern" nicht als zentrale grundlage der evolution/kreativität versteht, war in seinem ganzen leben noch niemals wirklich kreativ. jetzt müsste man natürlich noch verstehe was "kreativ" eigentlich bedeutet.. nicht wahr :) viele denken da sicher an "bunte kissen drappiere"... ihr seid wirklich verloren :)

 
03.11.2021 20:52
tennseni
tennseni
Anzahl Beiträge: 11
Gedankensplitter: Quo vadis Menschheit, qou vadis ERDE, qou vadis DEUTSCHLAND ?!

Gegoogelt und gefunden: LINK: claudiarachut.com/2016/07/09/prognosen-fuer-den-homo-sapiens/
Prognosen für den Homo sapiens
Mal schauen, ob ich (Claudia Rachut) es hinbringe, den o.g. Artikel aus meiner Lieblingszeitung (Die Zeit), also der Sonderbeilage vom 16. Juni 2016 in einer Kurzfassung wieder zu geben.
Es passiert relativ selten, dass ich mir die Zeit nehme – hahaha – und einen so langen Artikel oder wie in diesem Fall muss man es wohl einen Essay nennen (ich weiß nicht mehr wirklich, wie man den definiert, aber egal) bis zum Ende lese. Aber als ich einmal angefangen hatte, musste ich mich dadurch beißen, weil der Autor Klaus-Dieter Rauser die Frage gestellt hat, ob der Homo sapiens noch zu retten ist, oder ob es schon zu spät ist. (dies ist nur ein Ausschnitt der Gedanken von C. Rachut) .....

Ich, tennseni, habe heute zufällig die oben genannte Die Zeit-Sonderbeilage vom 16. Juni 2016 von Klaus-Dieter Rauser in meinem Archiv/Bermudadreieck wieder  gefunden. Beim ersten Durchblättern fand ich seine interessanten Gedankenspiele "Ist es schon zu spät, oder ist der Homo Sapiens noch zu retten" auf 41 Seiten. Etliche konnte gut nachvollziehen.
  
Untertitel auf der Vorderseite dieser Sonderbeilage: Gedankenspiele zu einem aktiven Artenschutz und zur Rolle von Prognosen als Mittel zur Arterhaltung. Soweit ist es gekommen, der Mensch hat viele Arten über die "Klinge" springen lassen. Nun geht es um die Erhaltung des Homo sapiens.

Es gibt sie noch, wachsame Mitmenschen mit klugen Ideen. Aber zwischenzeitlich sind schon wieder 5 Jahre vergangen.

Folgender Spruch wurde in der Sonderbeilage als Einstiegsmotto und auf der letzten Seite noch einmal als Ausklang gewählt:
Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. / Samuel Beckett
(frei übersetzt: Jemals versucht? Jemals gescheitert? Macht nichts. Versuch´s noch mal. Scheitere dann besser.)

 
03.11.2021 11:55
Ehemaliges Mitglied
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Genau, ein Schuss Naivität. So klingt es wunderbar. ?

Der Ausdruck Naivität hat übrigens viele positive Synonyme: Natürlich, echt, ursprünglich, ungekünstelt, unverbildet, Leider in unserer heutigen Zeit noch viele mehr, die dieses schöne Wort ins Negative ziehen. 326 Worterklärungen ergab meine Suche, wobei ich, um mich zu definieren, die als erstes oben angeführt habe, die mir m.E. nach entsprechen.

Ich habe etliche Kinder großgezogen in meinem Leben, Eigene, Adoptierte, Pflegekinder die auf Dauer da waren und welche die nur Monate oder wenige Jahre mein Leben bereicherten, Die meisten der Kinder, die ich erleben durfte, fanden in ihrer kindlichen Art für alles Lösungen, solange sie das Glück hatten unverbildet leben zu dürfen oder von ihren Eltern als selbstdenkende Wesen wahrgenommen wurden (denen man die Wahl des selbständigen und selbstbestimmten Handelns lies). Diese Lösungen waren meistens andere, als die, die Erwachsene für gut befunden hätten, aber sie führten zum Ziel. Eines waren sie auf jeden Fall immer, kreativ, fantasievoll, ideenreich und spontan. Man könnte auch sagen, sie wurden aus der kindlichen Naivität heraus geboren.  

Ich habe mir schon in meiner Jugend vorgenommen nie "erwachsen" zu werden, nie meine kindliche Freude an allem, was ich tue, zu verlieren, und meinen Kindern jeden Raum zur Entfaltung ihrer besten Eigenschaften zu lassen. Es ist mir nicht immer gelungen, jedoch eines konnte ich mir bewahren meine fantasiereiche, kindlichnaive Art die Welt und alles darin befindliche betrachten zu können und das ein Stück weit meinen Kindern zu vermitteln.

Wie hat Herbert Grönemeyer so schön gesungen:
"Gebt den Kindern das Kommando
Sie berechnen nicht was sie tun.
Die Welt gehört in Kinderhände,
dem Trübsinn ein Ende.
Wir werden in Grund und Boden gelacht.
Kinder an die Macht."

Kinder sind, solange sie klein sind, nicht berechnend. Berechnend zu sein lernen sie von denen, die meinen, ihnen die Welt erklären zu müssen, weil sie die Kinder für unfähig halten, diese durch Erfahrung zu erforschen und für sich zu gestalten. Dem ist nicht so, kann ich da nur sagen.

Aber ich weiche vom Thema ab. Dieses Abweichen vom eigentlichen Thema ist wieder so ein Rückfall in die Welt der gelehrten (verbildeten) Menschen. Geht gar nicht, höre ich da einige (laut) denken.,.. Ganz spurlos ist diese Welt auch an mir nicht vorübergegangen.... seis drum. Ich weiß, daß es so ist.  ?
Ich kann gut damit leben, denn für mich ist naiv zu sein, zu denken und manchmal auch zu handeln, im Sinne obiger Worte, eher eine Auszeichnung, denn eine Denunziation.

In diesem Sinne
Carpe diem
oder noch besser
Namaste


 
03.11.2021 10:22
Karlsucht
Karlsucht
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Lieber tennisen,

ich danke dir aufrichtig für dein Hintergrundwissen und deinen Langmut (der sich insbesondere in deiner kommunikativen Fairness zeigt). Die Abstammung des Wortes „Masse“ vom griech. röm. Wort „mássein“ für „kneten“ war mir nicht bekannt. Ebensowenig war mir bekannt , dass die Bezeichnung somit ursprünglich die „Gekneteten“ und nicht die „Geknechteten“ meint. Danke dafür.

Mit Verlaub, läuft das lange vor Lippmann nicht auf das Gleiche hinaus? (Eventuell wäre zeitgemäß statt von „Geknechteten“ eher von „Bekonsumierten“ die Rede.) Sei´s drum.

Du sagst selbst, dass der Ausdruck „Masse“ im heute allgemein Üblichen eher eine Vielzahl von Menschen oder Dingen meint. Ich denke, dass eine weitere Diskussion sich in dem Fall am Sprachgebräuchlichen orientieren sollte, um möglichst vielen Menschen verständlich zu sein. Schließlich meint Demokratie im Kern die Beteiligung vieler.

In diesem Sinne ist mir dein Ansatz mit entsprechenden literarischen Verweisen etwas zu akademisch, greift zu kurz, um die Menschen dort abzuholen wo sie sind.

Mit zwei Beispielen möchte ich das gerne illustrieren.

Mindestens ein Großteil der hier im Portal Anwesenden wird im Besitz des Führerscheins sein. Die wenigsten davon haben jedoch eine Ausbildung als KFZ-Mechaniker/Mechatroniker gemacht. Jedes Opfer im Straßenverkehr ist eins zuviel. Aber sind all die, welche nicht über die genannte automotive Vorbildung verfügen unsichere (weil unaufgeklärte) Teilnehmer im Straßenverkehr? Nebenbei glaube ich, dass die menschliche Intuition mindestens ebenso viele Verkehrsunfälle verhindert wie das ausgeklügelte Verkehrsregelwerk.

Ein eher akademisches Beispiel: Man könnte den alten Machiavelli – zugegebenermaßen verkürzt - als „Furz im Fürstenarsch“ bezeichnen. Und dies würde umgangssprachlich seiner Rolle in der damaligen Adelshierarchie und ihren politischen, soziologischen und elitären Bestrebungen gerecht. Dennoch greift diese Begrifflichkeit in seiner Bewertung auch ohne Kenntnis seines Machwerks „Der Fürst“.

Danken möchte ich auch „Malvina“ für ihren Beitrag. Man kann ihn als naiv denunzieren, das ist mir klar. Aber genauso ist mir klar, dass sie dies weiß und in Kauf nimmt. Und ein Schuss Naivität in all der „verkomplexten“ Debatte und eine Besinnung auf einfache – und damit orientierende – Einsichten und Zukunftswege (damit sind keineswegs „Lösungen“ gemeint) täten in jedem Fall gut.

Nimm diese Zeilen bitte als kommunikative Anregung meinerseits und nicht als Kritik in der Sache. ?
 
02.11.2021 22:50
Ehemaliges Mitglied
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Ich denke, diese Eliten, die versuchen die Welt so zu verändern, daß sie nur Ihresgleichen Vorteile bringt gab es schon lange, lange vor 1900. Sie haben lange vorbereitet was jetzt geschieht.
Ich sehe es so, daß ein Großteil der Menschen solche Zusammenhänge gar nicht wissen will, sie wollen nur in Ruhe gelassen werden.

Wenn eine Veränderung Erfolg haben soll, dann muß sie von unten kommen.
Diese Krise könnte uns genau das an die Hand geben was dazu gebraucht würde. Die Menschen sind zu Hause, fahren weniger in Urlaub, beschäftigen sich vielleicht wieder damit einen Gemüsegarten anzulegen oder handwerklich im Haus was zu tun. Der Nachbar tut das vielleicht auch und damit beginnen Menschen wieder miteinander in Kontakt zu kommen, reden wieder mehr, weil sie auf einmal ein Thema haben und so wird sich, so meine Hoffnung, wieder ein kleinbürgerliches Leben entwickeln können. Da interessiert es nicht mehr, was die Eliten dieser Welt wollen oder nicht wollen.
In dem Moment wo die Abhängigkeiten von Staat und Gesellschaft aufhören würden, weil der eine wieder dem anderen hilft, Handwerk wieder Freundschaftsdienst wird, wofür man irgendetwas anderes bekommt (ohne Geld, einfach im Tausch) wird die Macht derer aufhören, die nur Gewinn als Ziel sehen.

Ich weiß, das klingt jetzt alles weit hergeholt und wird sich auch nicht von heute auf Morgen verändern. Aber hier in meinem Umfeld entwickelt sich gerade das, im Hier und Jetzt beginnt hier eine Änderung in diese Richtung. Schleichend zwar, aber überall sichtbar.

Seit ich vor einigen Jahren den Fernseher rausgeschmissen habe, die Kontakte über Medien aufs nötigste beschränkt habe, sehe ich nicht nur wieder eine Welt voll mit netten Menschen, ich teile sogar einen Teil meiner Zeit mit ihnen. Das schöne daran ist, daß genau das Menschen sind die geblieben sind, auch in der jetztigen Krise. Menschen, die sich gegenseitig helfen und unterstützen sind stark und viel weniger beeinflussbar, weil weniger abhängig.

Ja, es ist gut zu wissen wie Demokratie funktioniert, was marktradikales Denken ist, was die Eliten mit uns machen und vieles mehr. Auch Basisdemokratie tatsächlich zu leben müssen wir erst wieder lernen und genau das tun wir und zwar Jetzt. Es ist spannend zu sehen, wie sich das weiterentwickelt.
 
02.11.2021 21:09
tennseni
tennseni
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Zwecklos, oder nicht??!  Mir geht es nicht darum, dass Hintergrundwissen meiner Mitmenschen zu testen oder einzuschätzen. Interessant wäre für mich nur, was wir weltweit auf den Spuren unserer Altvorderen erfahren und in unsere Zeit übernehmen könnten oder eben nicht übernehmen sollten für eine funktionierende Demokratie.
Hier noch einige Splitter "Hintergrundwissen":
Walter Lippmann, ein zweiter interessanter Mann, gilt als einer der einflussreichsten Propagandisten des Neoliberalismus und einer gelenkten Demokratie, der dem marktradikalen Denken zum Siegeszug verhalf. Lippmanns 1922 erschienenes Buch "Public Opinion" gilt als ein Klassiker in Sachen Manipulation und Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Von ihm wurde der Begriff "Kalter Krieg" geprägt und in den allgemeinen Sprachgebrauch gebracht.

Pressestimmen zu seinem Buch:
"Lippmann einer der bedeutendsten amerikanischen Intellektuellen jener Zeit ... Sein Werk verändert politische Prinzipien in der Demokratie radikal." arte
"Dieses Buch sollte man lesen, wenn man verstehen will, wie Meinungsbildung funktioniert, welche Rolle dabei der Journalismus spielt und welche die Mächtigen, die die Redaktionen füttern." medienblog.hypotheses
Lippmanns These: Weil die Durchschnittsbürger in einer Demokratie damit überfordert sind, komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge zu durchschauen, entwickelte er das Konzept einer gelenkten Demokratie, um die Meinung der Masse mit Hilfe manipulativer Techniken zu steuern. Seine Methoden der Meinungsbeeinflussung sind heute aktueller denn je.
Daraus entwickelte sich z.B. die Erhöhung einiger selbst ernannter "Oberdemokraten" zur sogenannten Elite. Zwangsläufig blieb nun die "MASSE der Durchschnittsbürger" übrig, oder?

Kleine Legende: Wortherkunft MASSE - lat. griech. mássein „kneten“; die Ausgangsbedeutung von Masse ist demnach „das Geknetete“, nicht zu verwechseln mit "den Geknechteten", denn heute wird deshalb unter Masse neben einem zähen Stoff vor allem eine große Anzahl von Menschen oder Gegenständen verstanden.
 
02.11.2021 14:10
Karlsucht
Karlsucht
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Lieber tennseni,

deine Anregung zum "erhellenden Meinungsaustausch" hat mich dann wohl im Dunkeln gelassen. Ich bin schlicht auf das eingegangen, was du veröffentlicht hast. Wusste ja nicht, dass ich dafür mehr Hintergrundwissen brauche als ich habe.
 
02.11.2021 13:18
tennseni
tennseni
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Ich weiß nicht, welches Hintergrundwissen jeder so mitbringt für einen erhellenden Meinungsaustausch. Das von mir gewählte Zitat, war nur ein kleiner Einblick, sollte ein Denkanstoß sein, vielleicht das Buch ganz zu lesen.
Ich sehe bei den von Le Bon erarbeiteten Thesen durchaus Parallelen zur heutigen Zeit. Jeder von uns kann mehr oder weniger "gezielte Medienarbeit" erkennen, wenn er das Hintergrundwissen hätte. Nicht umsonst wurden z.B. im Bundeskanzleramt Verhaltenspychologen eingestellt. Auch die Begriffe Nudging und framing sollten bei vielen unserer Mitmenschen angekommen  sein. Aber vielen ist noch nicht bewußt, wie diese Techniken zur Meinungsbildung und -manipulation von den ör Medien offensiv eingesetzt werden.
Und die Frage, wem dieses nützt, wäre schon eine Debatte wert. Hierzu könnte vielleicht auch jede/ jeder einige Beispiele einbringen.

Übrigens, das Buch von Le Bon könnte sich jeder als pdf-Datei aus dem  Internet herunterladen.

 
02.11.2021 10:42
Ehemaliges Mitglied
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Lieber Karlsucht
Die Nachricht entsteht beim Empfänger. Das ist mit anderen Worten formuliert das Gleiche, was Du in Deinem letzten Satz geschrieben hast.

Ich denke, unser Erleben und unser Glaube erzeugen unsere Wirklichkeit und damit auch unsere Wahrheiten. Ein Bekannter fragte mich mal: "Könnte es sein, daß die Wirklichkeit deshalb so ist wie sie ist, weil wir sie so glauben?"
Gibt es überhaupt so etwas wie eine für alle gültige Wahrheit? Viele der lange angenommenen Wahrheiten der letzte Jahrhunderte waren ja auch nur so lange wahr, bis sie widerlegt wurden.

Ein Beispiel: Versucht jemand übers Feuer zu gehen und verbrennt sich die Füße, wird es seine Wahrheit sein, daß es nicht geht. Sieht er dann jemand anderen, der übers Feuer geht und sich nicht die Füße verbrennt, dann fängt er vielleicht an an seiner Wahrheit zu zweifeln, oder er hält das, was er sieht, schlichtweg für einen Trick, den ihm der andere da vorführt. Ihn in letzterem Fall überzeugen zu wollen, wäre völlig zwecklos. Er selbst hat ja erlebt, daß es nicht funktioniert hat.

So ist es mit Vielem von dem, was wir heut überall rund um uns herum erleben. Es gibt durch die Informations-Möglichkeiten, die wir heutzutage haben, unzählige Wege seine eigenen Wahrheiten zu verbreiten. Das Ergebnis davon ist, daß die Masse verzweifelt nach der einen wirklichen und echten Wahrheit sucht, die es doch irgendwo geben müßte.

Die Folge ist ein Chaos totaler Verwirrtheit und was ich bei Bekannten oft erlebe, der Rückzug auf die Wahrheiten der vermeintlich wahr berichtenden Mainstreammedien. Alles andere als Verschwörungstheorie abzutun ist der einfachste Weg.

Immer schön weiter im Hamsterrad des Lebens. Das was man kennt, ist der sichere Hafen, in den leider viele sich zurückziehen. Dort kann man sich wohlfühlen, muss nicht denken und schon gar nicht handeln.
 
02.11.2021 09:25
Karlsucht
Karlsucht
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Kleiner Nachtrag: Wahrscheinlich meinte Be Bon mit dem Wort "Masse" eher die "Mehrheit" (welche ebenfalls inzenierbar ist). Im speziellen ein dumpfes "Wir-Gefühl". Aber mit seiner Wortwahl habe ich ihn halt so verstanden. Auch glaube, das habe ich mit anderen gemeinsam. Wahr ist halt, was A sagt und was B versteht.
 
02.11.2021 09:12
Karlsucht
Karlsucht
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tennseni schrieb:
Hier etwas zum Lesen und Nachdenken, vielleicht auch zu einem Gedankenaustausch!

Gustave Le Bon (1841-1931) - Psychologie der Massen (erstmals veröffentlicht 1895 in französischer Sprache, in deutscher Sprache 1911)

Zitiert aus:  Erstes Buch Die Massenseele 1. KAPITEL Allgemeine Kennzeichen der Massen. Das psychologische Gesetz von ihrer seelischen Einheit, S. 17 - Umwandlung der Gefühle des Einzelnen

"Unter dem Einfluß einer Suggestion wird er sich mit unwiderstehlichem Ungestüm auf gewisse Taten werfen. Und dies Ungestüm ist in den Massen noch unwiderstehlicher als bei den Hypnotisierten, weil die für alle einzelnengleiche Suggestion durch Gegenseitig-keit wächst.

Die einzelnen in einer Masse, die eine hinreichend starke Persönlichkeit haben, um dem Einfluß zu widerstehen, sind in zu geringer Anzahl vorhanden, und der Strom reißt sie -mit. Höchstens können sie vermittels eines anderen Einflusses eine Ablenkung versu-chen. Ein glücklicher Ausdruck, ein im rechten Augenblick angewandter bildlicher Vergleich hat oft die Massen von den blutigsten Taten abgehalten.

Die Hauptmerkmale des einzelnen in der Masse sind also: Schwinden der bewußten Persönlichkeit, Vorherrschaft des unbewußten Wesens, Leitung der Gedanken und Gefühle durch Beeinflussung und Übertragung in der gleichen Richtung, Neigung zur unverzüglichen Verwirklichung der eingeflößten Ideen. Der einzelne ist nicht mehr er selbst, er ist ein Automat geworden, dessen Betrieb sein Wille nicht mehr in der Gewalt hat.

Allein durch die Tatsache, Glied einer Masse zu sein, steigt der Mensch also mehrere Stufen von der Leiter der Kultur hinab. Als einzelner war er vielleicht ein gebildetes Individuum, in der Masse ist er ein Triebwesen, also ein Barbar. Er hat die Unberechen-barkeit, die Heftigkeit, die Wildheit, aber auch die Begeisterung und den Heldenmut ursprünglicher Wesen, denen er auch durch die Leichtigkeit ähnelt, mit der er sich von Worten und Vorstellungen beeinflussen und zu Handlungen verführen läßt, die seine augenscheinlichsten Interessen verletzen. In der Masse gleicht der einzelne einem Sandkorn in einem Haufen anderer Sandkörner, das der Wind nach Belieben emporwirbelt.

Aus diesem Grunde sprechen Schwurgerichte Urteile aus, die jeder Geschworene als einzelner mißbilligen würde, Parlamente nehmen Gesetze und Vorlagen an, die jedes Mitglied einzeln ablehnen würde."
Lieber tennseni,

nichts gegen den altehrwürdigen Gustave Le Bon, sicherlich beschreibt er mögliche Phänomene, die in der Masse durchaus die Oberhand gewinnen können (besser gesagt, die Unterhand, denn er spricht vom quasi automatischen Abstieg des Individuums auf der Kulturleiter). Doch eine Frage lässt er doch außen vor: Wie kommen Massen zustande?

Sicher, Massen lassen sich inzenieren und es gibt schlimme Beispiele dafür. An dieser Stelle seien nur die schwülstigen Fackelzüge der Nazis erwähnt, inzeniert durch eine menschenverachtende Propaganda. Wobei diese Menschenverachtung die Menschen überhaupt erst zusammengeführt hat. Der kulturelle Abstieg fand also nicht statt, sondern war die Voraussetzung. Dieses wurde durch das emotionale Erlebnis der Gemeinsamkeit nur gefestigt und wiederum propagandistisch genutzt. In der Kristallnacht wurde genau das freigesetzt, was Le Bon vorausschauend beschreibt,

Aber der Entscheidung, sich "massiv" (in einer Masse) zu beteiligen, geht doch in der Regel eine individuelle Entscheidung voraus. Schließlich muss man erst mal hin. Ausschlaggebend für die Entgleisungen einer Massenveranstaltung ist doch eher der Widerstand oder gar das Verbot der jeweiligen Obrigkeit, die oft genug diese Entgleisung aus der Masse heraus provoziert. Es gibt genügend Beispiele für friedliche Massenversammlungen, als demokratischer Ausdruck des Willens vieler Menschen gegen politische Verhältnisse (Marsch auf Washington der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung mit Martin Luther King, die Montagsdemonstationen vor dem Mauerfall oder eben heute die Proteste gegen die Coronapolitik. Die Masse kann auch unpolitisch für einen bestimmten Lebensstil werben (Woodstock und seine Hippies).

Die Darstellungen des Gustave Le Bon sind mir zu einseitig, schüren eher die Angst vor Gemeinsamkeit, als dass sie in dieser Gemeinsamkeit etwas verbindendes sehen. Gemeinsame "Geschlossenheit" ist für mich eh der falsche Weg, ich plädiere hier für eine gemeinsame "Offenheit", die jeden in der Masse aufnimmt, der teilnehmen möchte und jeden begrüßt, der friedlich dazustoßen will. Die Masse ist kein Schreckgespenst, sondern schlicht eine Zusammenkunft vieler. Natürlich birgt sie Gefahren, aber zu denken, dass die "massive" Kraft an sich eine Gefahr ist, hieße ohne Feuer oder Strom zu leben, denn auch die Energie kann tödliche Kräfte entfalten.


 
01.11.2021 23:20
tennseni
tennseni
Anzahl Beiträge: 11
Hier etwas zum Lesen und Nachdenken, vielleicht auch zu einem Gedankenaustausch!

Gustave Le Bon (1841-1931) - Psychologie der Massen (erstmals veröffentlicht 1895 in französischer Sprache, in deutscher Sprache 1911)

Zitiert aus:  Erstes Buch Die Massenseele 1. KAPITEL Allgemeine Kennzeichen der Massen. Das psychologische Gesetz von ihrer seelischen Einheit, S. 17 - Umwandlung der Gefühle des Einzelnen

"Unter dem Einfluß einer Suggestion wird er sich mit unwiderstehlichem Ungestüm auf gewisse Taten werfen. Und dies Ungestüm ist in den Massen noch unwiderstehlicher als bei den Hypnotisierten, weil die für alle einzelnengleiche Suggestion durch Gegenseitig-keit wächst.

Die einzelnen in einer Masse, die eine hinreichend starke Persönlichkeit haben, um dem Einfluß zu widerstehen, sind in zu geringer Anzahl vorhanden, und der Strom reißt sie -mit. Höchstens können sie vermittels eines anderen Einflusses eine Ablenkung versu-chen. Ein glücklicher Ausdruck, ein im rechten Augenblick angewandter bildlicher Vergleich hat oft die Massen von den blutigsten Taten abgehalten.

Die Hauptmerkmale des einzelnen in der Masse sind also: Schwinden der bewußten Persönlichkeit, Vorherrschaft des unbewußten Wesens, Leitung der Gedanken und Gefühle durch Beeinflussung und Übertragung in der gleichen Richtung, Neigung zur unverzüglichen Verwirklichung der eingeflößten Ideen. Der einzelne ist nicht mehr er selbst, er ist ein Automat geworden, dessen Betrieb sein Wille nicht mehr in der Gewalt hat.

Allein durch die Tatsache, Glied einer Masse zu sein, steigt der Mensch also mehrere Stufen von der Leiter der Kultur hinab. Als einzelner war er vielleicht ein gebildetes Individuum, in der Masse ist er ein Triebwesen, also ein Barbar. Er hat die Unberechen-barkeit, die Heftigkeit, die Wildheit, aber auch die Begeisterung und den Heldenmut ursprünglicher Wesen, denen er auch durch die Leichtigkeit ähnelt, mit der er sich von Worten und Vorstellungen beeinflussen und zu Handlungen verführen läßt, die seine augenscheinlichsten Interessen verletzen. In der Masse gleicht der einzelne einem Sandkorn in einem Haufen anderer Sandkörner, das der Wind nach Belieben emporwirbelt.

Aus diesem Grunde sprechen Schwurgerichte Urteile aus, die jeder Geschworene als einzelner mißbilligen würde, Parlamente nehmen Gesetze und Vorlagen an, die jedes Mitglied einzeln ablehnen würde."
 
31.10.2021 21:01
Karlsucht
Karlsucht
Anzahl Beiträge: 42
Oktoberfrau schrieb:
Dann schau mal unter "Mitglieder online" nach.
Du machst das schon
 
31.10.2021 20:58
Oktoberfrau
Oktoberfrau
Anzahl Beiträge: 37
Dann schau mal unter "Mitglieder online" nach.
 
31.10.2021 20:56
Kym
Kym
Anzahl Beiträge: 3
Ich stehe für keine Studie zur Verfügung, auch nicht mit Zwang durch die Hintertür!
 
31.10.2021 20:51
Karlsucht
Karlsucht
Anzahl Beiträge: 42
Oktoberfrau schrieb:
Sag mal, warum findet man dich eigentlich unter karlsucht aus Köln und als Bum aus Gelsenkirchen? Spannend!!!
Niemand hier findet mich als Bum aus Gelsenkirchen. Netter Versuch, aber unwahr. Und spannend find ich das nicht, nur reichlich verleumderisch
 
31.10.2021 20:44
Oktoberfrau
Oktoberfrau
Anzahl Beiträge: 37
Sag mal, warum findet man dich eigentlich unter karlsucht aus Köln und als Bum aus Gelsenkirchen? Spannend!!!
 
31.10.2021 20:40
Weib
Weib
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Jepp !?

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