Beiträge zum Thema: Bezahlung von Angestellten nach Ausbildung oder Tätigkeit?

11.02.2015 23:50
GunH
GunH Anzahl Beiträge: 12
Ich habe mein Leben lang ein Gastronomiebetrieb gehabt und die Leute immer nach der Leistung abbezahlt. Das ist doch normal.
Dass wir viel zu viel an den Staat abgeben, ist ja jedem klar.
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emirena
emirena Anzahl Beiträge: 7495
Daisy59 schrieb:
So, Emirena hat mich doch tatsächlich motiviert, ein Thema einzustellen:

Findet ihr es besser, eine/n Angestellte/n gemäß seiner Ausbildung (mit Abi/Studium mehr Geld) oder nach seiner tatsächlichen Tätigkeit zu bezahlen?
Einesteils sollen j...
das ist sicher eine sinnvolle Überlegung, Erinnerung.
Aber wenn man dann die Rente nicht mehr erlebt, war es trotzdem die falsche Entscheidung.
6% für jedes Jahr warten? Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob wir vom gleichen Sachverhalt sprechen.

Aber auch egal, ich finde es trotzdem hochgradig ungerecht, wenn jemand nicht aus Begeisterung sondern aus Not* weiter arbeitet und dann soviel abdrücken muss.
Wenn er sagen würde "mir doch egal", dann hol ich mir Geld vom Amt, würde man ihn als Schmarotzer bezeichnen.

Es ist ja auch so, dass bestraft wird, wer zu wenig Geld hat oder verdient, um es gut anzulegen.
Auch Riester, Rürupp usw. kam für viele zu spät und ist ohnehin eine Farce.

emirena
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Erinnerung
Erinnerung Anzahl Beiträge: 2277
Daisy59 schrieb:
So, Emirena hat mich doch tatsächlich motiviert, ein Thema einzustellen:

Findet ihr es besser, eine/n Angestellte/n gemäß seiner Ausbildung (mit Abi/Studium mehr Geld) oder nach seiner tatsächlichen Tätigkeit zu bezahlen?
Einesteils sollen j...
Wer im höheren Rentenalter noch einen "Nebenjob" von über 30.000 € / Jahr hat, sollte sich überlegen, ob er seine Rente schon in Anspruch nimmt oder so lange wie möglich wartet. Schließlich gibt es für jedes Jahr "Warten" einen Zuschlag von 6% auf die spätere Rente.

E.

PS: Man kann nicht alles haben!
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emirena
emirena Anzahl Beiträge: 7495
Daisy59 schrieb:
So, Emirena hat mich doch tatsächlich motiviert, ein Thema einzustellen:

Findet ihr es besser, eine/n Angestellte/n gemäß seiner Ausbildung (mit Abi/Studium mehr Geld) oder nach seiner tatsächlichen Tätigkeit zu bezahlen?
Einesteils sollen j...
àpropos Ausbeuter: der größte Ausbeuter ist der Fiskus/unser Staat.
Beispiel: ein Arbeitnehmer arbeitet über den Renteneintritt hinaus weiter, weil er einigermaßen gesund ist und weil die Rente zu knapp wäre, um LEBEN anstatt nur irgendwie vegetieren zu können.

Das geht. Weiter arbeiten meine ich. Nur wäre es geradezu hirnrissig, weiterhin Beiträge zur Rentenversicherung zu bezahlen. Es würde sich nicht lohnen, zumal auch niemand mit Bestimmtheit sagen kann, ob er in diesem Falle die Rente noch erleben würde. Also, was tut jemand, dem es so geht? Er nimmt die Rente und hofft durch den Verdienst aus seinem Job sich noch ein kleines Polster für seinen Lebensabend anlegen zu können. Denkste! Bei einem 400 +/-?-Job wäre der Stundenlohn entsprechend bescheiden (viele Stunden für wenig Kohle), also lieber richtig? Das geht auch, aber dann kann, nein, wird es passieren, dass vom Verdienst plus Rente am Ende die Hälfte von der Rente der Fiskus frisst. Unmöglich? Schön wär's. Es ist die sogenannte kalte Progression, die auch bei fleißigen Rentnern noch zuschlägt.
Erbarmungslos. (Der Rentenfreibetrag ist bei dieser Rechnung bereits berücksichtigt.

Damit es klarer wird, ein fiktives Beispiel mit Zahlen:
Rente ca. 900,--, ca. 10.000,-- jährlich.
Einkommen aus nichtselbstst. Arbeit ca. 25.000,-- jährlich; davon wurde die Steuer bereits einbehalten. Am Jahresende fallen nochmal ca. 3500,-- bis 4000,-- Steuern an. Dieser Mensch wird also um mehr als ein Drittel seiner ohnehin hart erarbeiteten Rente gebracht. Der Plan, nochmal zu klotzen um Rücklagen zu schaffen, wird auf geradezu groteske Art und Weise vereitelt.
Naja, wenn er, dieser Mensch, eines Tages nicht mehr arbeiten darf oder kann, bekommt er ja notfalls Gnadenbrot in Form von Grundsicherung. Das wird ihn trösten, oder? Wenn der Staat/der Fiskus Glück hat, stirbt der Mensch vorher.

Drum, aufgepasst bei der Berufswahl! Auch die beste Entscheidung ist ohne Gewähr.
Entweder man sorgt rechtzeitig dafür, zu den richtig gut Situierten zu gehören, oder man kann gleich aufhören zu strampeln. ZWISCHEN oben und unten ist nicht viel.

Dieser Beispiel-Mensch muss noch nicht mal viel falsch gemacht haben, er wird trotzdem abgezockt.

Bestimmt kommen jetzt Stimmen, die sagen, der Staat, das sind WIR und wir haben alle etwas davon.
Ja schon, aber eben nicht gleichmäßig verteilt.
Im globalen Zusammenhang ist es ähnlich.

emirena
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Daisy59
Daisy59 Anzahl Beiträge: 903
So, Emirena hat mich doch tatsächlich motiviert, ein Thema einzustellen:

Findet ihr es besser, eine/n Angestellte/n gemäß seiner Ausbildung (mit Abi/Studium mehr Geld) oder nach seiner tatsächlichen Tätigkeit zu bezahlen?
Einesteils sollen ja Leute, die eine gute und langjährige Ausbildung hinter sich haben, hierfür auch belohnt werden.
Andererseits könnte ich auch Arbeitgeber verstehen, die für einen bestimmten Job ein bestimmtes Gehalt bezahlen.
Gut, für einen weniger bezahlten Job werden sich keine Akademiker bewerben, aber ist es nicht so, dass ein niedrig bezahlter Job vielleicht mehr Spaß macht?
Könnte es einen sog. Schlüssel geben, der beinhaltet, welche Bezahlung für welchen Job angemessen ist? Vielleicht gibt es sowas ja, aber könnten sich die Firmen danach richten müssen? Vermutlich nicht, denn wir habe ja eine "freie" Wirtschaft.
Bin gespannt auf eure (bitte nicht so arg langen) Meinungen.

Daisy
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emirena
emirena Anzahl Beiträge: 7495
es gibt nicht nur "schlechte" Unternehmen:
vor wenigen Tagen hatten wir ein vom Vorstand bezahltes vorweihnachtliches Essen in einem richtig guten Restaurant. Es ging locker und lustig zu und alle haben es genossen. Es war aber auch nur ein kleiner Kreis. Wir hätten auch selbst bezahlt, aber für unseren Vorstand war das eine Frage der Ehre und der Selbstvertändlichkeit.

Auch WERTE werden in manchen Unternehmen noch gelebt. Was natürlich nicht heißen kann, dass alles erlaubt ist.

Auch in der Unternehmenskultur sollte es ein Gleichgewicht von Fordern und Fördern geben.
Ich bin überzeugt, dass die meisten Menschen grundsätzlich leistungsbereit sind, wenn sie auch die entsprechende Anerkennung erhalten.

Leistungsbereitschaft von Menschen, die keinen Job haben, muss nicht belohnt, sollte aber m.E. trotzdem mit einer Art Grundsicherung anerkannt werden.
Denn nichts ist demütigender und demotivierender, als erfahren zu müssen, dass man überflüssig ist und eine Belastung darstellt.

Gut finde ich eine Teilnahme an einer Umfrage zu
"best place to work". Mitarbeiter beurteilen, selbstverständlich anonym, die gefühlte Stimmung im Unternehmen.
Die Ergebnisse werden dann, selbstverständlich ebenfalls anonymisiert, veröffentlicht.

Ich glaube, es gibt weit mehr potentielle Ausbeuter als Schmarotzer.

Andererseits: Ausbeutung wird inzwischen nahezu weltweit politisch geduldet, wenn nicht sogar gefördert.
Der Papst hat Recht.
(das sage ich, obwohl ich keiner Kirche angehöre)

emirena
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Orlanda
Orlanda Anzahl Beiträge: 3654
Lieber Merlin, genauso ist es! Ohne Universitätsstudium geht vorallem bei der Nachfolge in den leitenden Positionen gar nichts mehr.

Auch ich erinnere mich, dass es an meiner Arbeitsstelle vor 30 Jahren nur zwei Herren in den höchsten Positionen gab, die einen Doktortitel hatten (beide waren Juristen!), einer der damaligen obersten Leitenden begann seine Karriere als Lehrling in der Kupferschmiede!
Wer es damit bis in die Direktion (so hieß das damals noch!) brachte, war wirklich GUT, verstand nicht nur sein Fach, sondern auch viel über Menschenführung. Knallhart waren diese Führungskräfte bisweilen schon. Besonders der gelernte Kupferschmied brüllte bisweilen, dass man es 10 Büros weiter auch noch hörte - voallem wenn er telefonierte. Aber es gab trotzdem noch so etwas wie Ethik in den Führungsetagen!

Damals hätte z.B. kein Arbeiter und kein Angestellter sein Essen bei der Weihnachtsfeier selbst bezahlen müssen so wie das heute der Fall ist!
Die Herren Aktionäre können sich eine einmalige Bewirtung im Jahr für ihre Beschäftigten anläßlich einer Weihnachtsfeier nicht mehr leisten.

Es wurde schon überlegt, ob man nicht alles umdrehen sollte und bei der Weihnachtsfeier für die hungerleidenden Aktionäre sammeln soll...

Orlanda
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Merlin47
Merlin47 Anzahl Beiträge: 1634
In einer leitenden Position habe ich oft erfahren, dass Diplome jeglicher Art keine Garantie für das Können eines Bewerbers ist. Häufig stellt es aber eine Hürde dar, mit der wirklich gute Leute von einer Karriere ausgeschlossen werden. Viele Karrieren in der Vergangenheit wären unter den heutigen Voraussetzungen nicht mehr möglich und das liegt nicht an den gestiegenen Anforderungen.

Nicht das Wissen ist für die Erfüllung einer guten Arbeit entscheidend, sondern die Kreativität und das Engagement. Der allzugroße Blick auf die Diplome ist häufig auf die mangelnde Menschenkenntnis und dem fehlenden Mut im Personal- management zurückzuführen. Mir war jedenfalls ein begabtes Naturtalent lieber, als ein Unbegabter mit Diplom.


Merlin
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Erinnerung
Erinnerung Anzahl Beiträge: 2277
Liebe Orlanda, niemand hindert Dich daran, es besser zu erklären bzw. stilvoll auf "Stammtischreden" einzugehen!!!

E.


PS: Im Grundsatz hast Du ja nicht widersprochen.
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Orlanda
Orlanda Anzahl Beiträge: 3654
Liebe Erinnerungen, manche Deiner Aussagen erinnern mich an Stammtischreden!

Orlanda
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Erinnerung
Erinnerung Anzahl Beiträge: 2277
Wer eine Bezahlung nach Studium bzw. höherer Ausbildung wünscht, sollte Beamter werden.

Da gibt es außerdem noch Zuschläge, wenn jemand verheiratet ist und Kinder hat.

Die Pension mit rund 72 % vom letzten Monatseinkommen ist ja auch nicht schlecht.

Dafür sind Beamte aber auch "staatstragend".

E.
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Orlanda
Orlanda Anzahl Beiträge: 3654
Liebe Emirena, ich sprach in diesem Zusammenhang nicht von den Ausbeutern, zu denen ich die hohen Manager zähle, sondern von Mitarbeitern mit akademischer Ausbildung, die sich mit Blick auf eine gute Karriere ausnutzen lassen.

Das sind meistens außertarifliche Mitarbeiter, die noch nicht einmal den Schutz genießen, den tarifliche Mitarbeiter haben. Sie kommen auch nicht in den Genuss der - wenn auch manchmal spärlichen tariflichen Lohnerhöhungen.

Aber freilich: Jeder Mensch entscheidet für sich auf welche Seite er sich stellt und wer bereit ist, alles in den Dienst der Karriere zu stellen, bleibt manchmal auf der Strecke.
Meine Erfahrung ist auch, dass sich Mitarbeiter, die sich besonders anpassen und besonders arbeitswillig erscheinen, oftmals jahrzehntelang auf ein und derselben Position befinden, ohne die erträumte Entwicklung nach oben.

Früher mußten die Menschen immer Angst vor Krieg oder anderen feindlichen Übergriffen haben. Der heutige Mensch, solange er im Erwerbsleben steht, wird von Arbeitsverlust und immer menschenfeindlicheren Praktiken in der Unternehmensführung bedroht.

Orlanda
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emirena
emirena Anzahl Beiträge: 7495
"..Wenn man das "hohe" Gehalt auf die geleisteten Arbeitsstunden umrechnet (durchschnittlich 12 Stunden täglich), kommt man auf einen nicht sehr hohen Stundenlohn" Zitat Orlanda

Naja, bei manchen Managergehältern (von denen Du wahrscheinlich nicht gsprochen hast) kommen schon irre hohe Stundenlöhne raus, auch bei 12 Stunden.
Wenn man dann auch noch die Millionen-Abfindungen auf die Stunden umrechnet, wird einem Normalverdiener schon mal schwindelig.
So viel können die gar nicht gearbeitet haben.
Ist ja bekannt, dass die Abfindungen oft sogar dann noch fließen, wenn das Unternehmen runter gewirtschaftet wurde.
Oder nimm manche Managergehälter vieler Banken:
Der Stundenlohn nimmt überpropotional zu der schleichenden Enteignung der normalen Mitarbeiter bzw. der normalen Bankkunden zu. DAs kann doch ncicht richtig sein. ABer leider ist es trotzdem WAHR.

emirena
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Orlanda
Orlanda Anzahl Beiträge: 3654
Dass man aufgrund der Ausbildung bezahlt würde ist mir neu! Aber jemand, der ein STudium vorzuweisen hat, wird höher eingestuft als jemand, der "nur" eine einfache Ausbildung hat.

Die Bezahlung richtet sich (in der idealen Vorstellung!) vorallem danach, was der-/diejenige mit seiner Leistung dem Unternehmen wert ist bzw. was er sie an Wertschöpfung einbringt.

Die Realität ist heutzutage aber nicht ideal, weil die Ausbeuter wieder Oberwasser zu haben scheinen.

Neuerdings gelte ich mit meinem eher niedrigen Gehalt als "überbezahlt", weil ich schon vor fast 30 Jahren eingestellt wurde! Alle "Alten", so ein Vorgesetzter, seien prinzipiell überbezahlt! Wer heute eingestellt wird, ob mit oder ohne Studium, muss damit rechnen, dass er/sie mit sehr niedrigem Gehalt abgegolten wird.

Das gilt auch für angeblich "gut bezahlte" Akademiker, denn bei ihrem sich zwar vordergründig hohem Einkommen, müssen sie mehr leisten als noch jene Arbeitnehmer vor 25 Jahren! Wenn man das "hohe" Gehalt auf die geleisteten Arbeitsstunden umrechnet (durchschnittlich 12 Stunden täglich), kommt man auf einen nicht sehr hohen Stundenlohn! Mehrarbeitsstunden werden natürlich nicht bezahlt. Dafür darf man sich aber zur Elite zählen.

Dafür ist aber diesen armen Seelen das Himmelreich - sprich der sichere Aufstieg in die nächste Hierarchieebene - versprochen.
Ein wenig erinnert das an die Versprechungen der Katholischen Kirche in früheren Zeiten: Da versprach man auch den Geknechteten den Himmel für erduldete Ausbeutung und Ungerechtigkeit!

Gestorben sind sie alle - und auch in großer Zahl jene Heutigen, die sich im Übermaß engagieren und ihren letzten Blutstropfen der Karriere opfern. Von einer Himmelfahrt konnte ich allerdings nichts mitbekommen. Sicher ist nur, dass siezu Grabe getragen wurden....

Wem es gut und immer besser geht, das sind die Ausbeuter....

Orlanda
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allgäuerbw
allgäuerbw Anzahl Beiträge: 257
liebe Emirena,
was ist ein typischer "Allgäuer", ich besitze z.B. keine Lederhose.

grias di
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emirena
emirena Anzahl Beiträge: 7495
oh Mann, ein typischer "Allgäuer"!
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allgäuerbw
allgäuerbw Anzahl Beiträge: 257
Guten Morgen,

es sollte schon nach Leistung gehen, das ist auch oft so, deshalb verdient die Masseuse auch mehr als die Masseurin.
Angebot und Nachfrage sind entscheidend.

lg aus em sonnigen Westallgäu
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emirena
emirena Anzahl Beiträge: 7495
Nach der Tätigkeit natürlich.
In aller Regel ist es ja so, dass man eine der Ausbildung entsprechende Tätigkeit anstrebt.
Ob man diese Tätigkeit auch bekommt, ist eine andere Frage; ggf. muss man (vorübergehend) Kompromisse schließen.

Mit einer guten Ausbildung hat man Chancen auf eine adäquate Tätigkeit, eine Garantie bzw. einen Freibrief auf gutes Einkommen, weil man sich irgendwann mal angestrengt hat, erwirbt man damit nicht automatisch.
Man wird nicht für Ausbildung BELOHNT, sondern für Leistung. Wäre es anders, wären ja alle, die sich eine gute Ausbildung nicht leisten können, doppelt gestraft.

Daisy, wie kommst Du denn darauf???

emirena
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