Beiträge zum Thema: Altlasten unerwünscht

 
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Daisy59
Daisy59
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Man liest in Profilen immer wieder "ohne Altlasten".
Ich frage mich, was sind Altlasten?
Finanzielle Verpflichtungen, seelische "Schäden", Verhaltensstörungen?

Ohne Altlasten - ist das überhaupt realistisch?
Wir haben in unserem Alter doch ein halbes Leben hinter uns, viel Erlebtes, manches, das Veränderungen in unserem Verhalten ausgelöst hat.

Welche Altlasten sind denn akzeptabel?
Dies wird ganz individuell sein, denn jeder hat seine Schmerzgrenze woanders.

Was meint ihr dazu?

Daisy wünscht euch enen schönen Sonntag!
 
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Sprotte1946
Sprotte1946
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@ Orlanda;
Deine Worte kann ich aus eigener Anschauung nur unterstreichen.
Wenn ich erlebe, dass mein Stiefsohn regelmässig aus Göttingen zu Besuch kommt, empfinde ich es als Bestätigung, dass im Zusammenleben mit ihm nur wenig falsch gemacht habe.
Auch wenn es finanziell in den letzten Jahren manchmal eng war, habe ich mit meinen Interessen, Wünschen zurückgestanden und den Kindern ihre Wünsche weitgehend erfüllt.
Aber ich habe diese Erfüllung der Kinderwünsche als Bereicherung für mich erlebt. Und das kann mir niemand nehmen.
Herzliche Grüsse.
Sprotte1946
 
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Orlanda
Orlanda
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Liebe Emirena, davon sprach ich ja auch: Es gibt Anlässe, sich vom Partner zu trennen!
Und es gibt leider auch jene Mütter und Väter, die gezwungen sind, die Kinder alleine aufzuziehen, weil der Partner/die Partnerin als Vater/Mutter versagt haben.
Das ist ein Thema, für das die Gesellschaft und die Unternehmen noch viel mehr leisten müßten!

Aber ich kenne auch einige Fälle, in denen es z. B. den Vätern und auch den Müttern einfach 'langweilig' wurde, "nur" Vater oder Mutter zu sein. Mein Ex war eigentlich mein drittes, noch pubertierendes Kind, dem ich das Spielen mit anderen Jugendlichen (bzw. Kollegen und Freunden beiderlei Geschlechtes) zugestand und bei ihm blieb, dafür war die materielle Absicherung meiner Kinder und mir gewährleistet. Es war im Rückblick nicht so schlimm. Freilich, ich lebte 23 Jahre wie eine Nonne. Aber das tat auch z.B. meine Grossmutter, während mein Grossvater im Krieg war.

Wäre ich so geartet gewesen wie die Cousine meines Exmannes, wären meine Kinder von meinen Eltern aufgezogen worden und ich wäre von einer Disko zur anderen gerollt, hätte unzählige Liebhaber gehabt... Welches Beispiel hätte ich damit meinen Kindern mit ins Leben gegeben? Mutter lebt sich aus, will auch etwas vom Leben haben..? Grundgütiger!

Ich wurde oft gefragt: Wie hast Du es nur ausgehalten? Ich fragte mich das manchmal auch selbst. Aber ich sehe heute, dass es eines der wenigen Dinge war, die ich richtig gemacht habe und die ich heute nicht anders machen würde.
Die Zeit war auch sehr schön. Kinder zu versorgen, mit Kindern zu leben, hat mich sehr bereichert. Und mein gutes Verhältnis zu meinen Kindern heute bestätigt das.

Orlanda
 
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emirena
emirena
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Orlanda, es läuft ja nicht immer alles nach dem gleichen Schema ab, wie z.B. bei Dir.

Was machst Du, wenn ein Elternteil sich seinen finanziellen Verpflichtungen entzieht, während der betreuende Elternteil sich nicht vorstellen kann, die Kinder in die Betreuung "fremder Menschen" zu geben?

Heute sind solche Mütter gezwungen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wenn sie nicht die Schikanen der Bürokratie auf sich nehmen wollen.
An diesem "Spagat" kann man auch zerbrechen.
Was soll dann aus den Kindern werden?

In manchen Fällen ist eine Trennung unumgänglich und sogar die bessere Lösung.

Außerdem gibt es auch Menschen, die den hohen Ansprüchen der Ethik, der Moral und dem Wohl der Kinder nicht gewachsen sind und zerbrechen.
Hilft das den Kindern denn weiter?
Es gibt reichlich Beispiele auch dafür, dass das Fortführen einer Beziehung/Ehe nicht zu empfehlen ist, obwohl man das Beste für die Kinder will.

emirena
 
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Orlanda
Orlanda
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Man sollte abwägen: Ist ein Weiterführen der Partnerschaft unerträglich, weil der Partner z.B. Alkoholiker ist oder gewalttätig, trägt er nicht seinen Teil zur Partnerschaft bei? In diesem Fall ist eine Trennung unumgänglich.

Wenn es aber nur um das eigene Wohl geht, weil man sich z.B. "nur" nicht mehr mit dem Partner versteht, so sollte auch überdacht werden, inwieweit sich eine Trennung auf den Alltag der Kinder auswirken wird. In einer Ehe, in der nicht gestritten wird, obwohl die Eltern sich nicht mehr verstehen, wird es für die Kinder immer noch mehr Geborgenheit geben, als in einem Aufwachsen bei einem Elternteil mit immer wieder wechselnden Partnern.
Auch kleine Kinder einer neuen Partnerin des Ex 'auszuliefern' wäre für mich nie in Frage gekommen.

Für mich wäre es z.B. unerträglich gewesen, hätte es sich ein neuer Partner (oder eine neue Partnerin des Ex) 'erdreistet', sich in die Kindererziehung einzumischen, wie man das immer wieder hört.
Aber auch der "Spaghat" zwischen Kindern und neuem Partner ist m.E. viel mehr belastend, als, z.B. bei mir, das Leben mit einem polygamen Ehemann.

Die Kinder sich selbst zu überlassen, nicht mehr für sie dasein können, weil der durch die Trennung notwendige Beruf einen daran hindert, wäre für mich undenkbar gewesen.
Genauso allerdings auch, die Kinder, solange sie klein waren, einer fremden Institution zu überlassen, nur um eine angebliche Selbstverwirklichung auszuleben. (manchmal ist die Selbstverwirklichung eine Farce, wenn Frau z.B. in einer sehr untergeordneten Position arbeitet!).

Für mich gilt das alte Gebot: Trennung ja, wenn das Wohl der Kinder auf dem Spiel steht (Vater Alkoholiker, Schlägertyp) - zum Wohl eines Kindes gehört u.a., dass es geborgen ist, gut versorgt wird und nicht fremden Menschen ausgeliefert ist. Das eigene Wohl kommt erst in zweiter Linie.

Wie wenig man darauf vertrauen kann, eine zweite Chance zu bekommen, um "endlich" eine gute Partnerschaft leben zu dürfen, hat sich bei mir gut gezeigt. Bin ich froh, dass ich dieses Unterfangen erst nach dem Erwachsenwerden meiner Kinder begonnen habe. All diese Ärgernisse, diese Traurigkeiten, die ich nach meiner Trennung erlebte, wären für kleine Kinder eine Katastrophe gewesen!
Und die Männer, die ich kennenlernte auch. Wer hätte es wagen dürfen, mir vorzuschreiben, was ich meinen Kindern zugestehe, was ich ihnen an Fürsorge angedeihen lasse. Ich stehe immer auf Seiten der Kinder und niemals auf Seiten eines Mannes, wenn es um die Kinder geht!
Ein neuer Mann ist, wie bei den Löwen, für Kinder sehr oft eine große Gefahr (siehe pädophile Männer, die sich absichtlich Frauen mit Kindern aussuchen!).

Für mich ist nach wie vor das Ideal: Wer Kinder hat ist für diese verantwortlich und es geht, bis die Kinder groß sind, nicht um das eigene, sondern um das Wohl der Kinder.
Das diese Einstellung nicht falsch ist, zeigt sich daran, dass meine Kinder gut gediehen sind! Und das, was mein Ex-Mann nach der Trennung gegenüber meinen Kindern zeigte, zeigt auch die Richtigkeit der Entscheidung, mich erst nach dem Erwachsenwerden der Kinder von ihm zu trennen. Sie mußten in ihrer Kindheit auf nichts verzichten und sind heute unabhängig von der "Gnade" des Vaters.

Orlanda
 
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emirena
emirena
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tatsächlich gibt es nicht Wenige, die Kinder aus einer vergangenen Beziehung/Ehe als Altlast bezeichnen.
So grausam das auch ist - es ist dennoch wahr.

In diesem Zusammenhang fragt man sich immer wieder, ob es richtig ist, "nur" der Kinder wegen in einer Beziehung zu verharren, die längst "nur noch" eine Farce ist.

Tut man den Kindern wirklich einen Gefallen damit, wenn man bleibt, wider besseres Wissen und/oder wider des eigenen Bauchgefühls?

Ist es vielleicht sogar sinnvoller, klare Verhältnisse zu schaffen?

In unserer Generation (50+) wird sich diese Frage nicht mehr so oft stellen, aber als "weise (?) Ratgeber"
für unsere Kinder und Kindeskinder werden wir dennoch mit der Thematik konfrontiert.

Wie wirkt sich Bleiben oder Gehen auf uns selbst, auf die evtl. spätere Partnersuche und auch auf die "Gesellschaft" aus?

Müsste nicht ein evtl. involvierter Therapeut völlig wertfrei und unvoreingenommen die verschiedenen
Alternativen im jeweiligen Einzelfall hinterfragen?

emirena
 
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Merlin47
Merlin47
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Liebe Orlanda,

ein Therapeut in Seelendingen heilt gar nichts, er kann dir lediglich Wege aufzeigen. In dieser Fehleinschätzung liegt dann auch der Grund, warum viele von einem zur anderen Therapeuten pilgern, ohne jemals einen Schritt weiterkommen zu können. Für das Seelenheil ist jeder selbst verantwortlich. Es reicht nicht aus, vom rechten Weg zu reden, er muss Schritt für Schritt selbst gegangen werden.

Von einem Partner verspricht man sich in erster Linie, dass man durch ihn seine eigene Persönlichkeit erweitern und entfalten kann. Sind wir also nicht alle auf der Suche nach einem "Therapeuten"?

Unabhängig davon bedeutet ja Liebe, dass ich mich einer anderen Seele zuwenden möchte. Wie würde ich mich da fühlen, wenn es Dinge gäbe, über die das Mäntelchen des Schweigens gebreitet wurde? Da würde ich mich dann schon fragen, welche Rolle ich in dieser Beziehung spielen sollte. Für einen Statisten wäre ich mir dann doch zu schade. Viele schreiben in ihre Profile, wie wichtig ihnen Ehrlichkeit ist, da hoffe ich, dass sich diese nicht nur auf das Gegenüber bezieht.

Sollte sich die Nächstenliebe nicht auf jene richten, die meiner Hilfe bedürfen? Warum sollte sie dann gerade bei der Liebe zwischen zwei Menschen ihre Gültigkeit verlieren?


Merlin
 
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Orlanda
Orlanda
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Ja, warum denn das, lieber Aron?

Orlanda
 
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Orlanda
Orlanda
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Liebe FinCh,
Kinder sind das einzige, das ich nicht als Altlast bezeichnen möchte. Kinder sind ja das Produkt, was wir als Eltern aus einem anfangs recht unschuldigen kleinen Menschen gemacht haben.

Die Altlast haben vielmehr die Eltern zu tragen, wenn ihre Kinder neurotisch oder sonst irgendwie unleidlich sind.

Dass Kinder eifersüchtig sein können auf neue Partner und mit allen Mitteln dreinfunken können, gehört eínfach zum Programm einer neuen Partnerschaft, in der es auch Kinder gibt.

Anders die oftmals dazugehörigen geschiedenen/getrennten Ehepartner. In manchen Fällen geht es halt nicht ohne fachliche Hilfe...

"Drum schau, wer sich NEU bindet...!

Manchmal ist ein Leben allein wirklich sehr viel einfacher und es stellt sich die Frage, ob all der mögliche Ärger wirklich ein angemessener Preis ist für ein wenig GEborgenheit und Liebe...?

Orlanda
 
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Orlanda
Orlanda
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Ja, Merlin, da hast Du sicher Recht. Aber man kann lernen, mit solchen Verletzungen umzugehen und nicht gleicht das volle Programm ablaufen zu lassen, wenn der Partner darauf drückt.

Ich weiß aus Erfahrung, dass man, solange man nicht weiß weshalb es so geschieht, immer an dieselben Typen von Partnern gerät. Erst wenn man das Muster erkannt hat, kann man gegensteuern bzw. man gerät dann erst gar nicht auf eine solche Schiene.

Früher triefte ich immer vor Mitgefühl und Verständnis bei Männern, die recht eigentümlich waren und - wie im Märchen die Prinzessin - ich glaubte, dass man damit das "Monster" in einen "Prinzen" verwandeln kann. Das ist die größte Täuschung und die größte Lüge, die in solchen Märchen kleinen Mädchen aufgetischt werden: Jemand, der psychisch krank ist oder einen Komplex hat, kann nur ein Therapeut eventuell heilen und nicht die "Liebende Frau". Diese wird mit der Zeit höchstens selbst kaputt beim "Helfen".

Genauso ist es mit Alkoholikern (auch Alkoholismus, Drogensucht IST oftmals ein Altlasten-Problem). Kein Mensch kann einen Alkolholiker oder Drogensüchtigen nur mit Verständnis 'heilen'!

Was ein Mensch üblicherweise an Eigenarten, Verletzungen, schlechten ERfahrungen in eine neue Partnerschaft bringen kann würde ich nicht generell als "Altlast" bezeichnen. Natürlich gehören all diese Dinge in einem langen Leben mit dazu. Aber sie sollten 'aufgeräumt' sein. Es kommt immer, wie überall, auf das Maß an.

Orlanda
 
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Merlin47
Merlin47
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@Orlanda: ... aber manchmal hat sie traumatische Erinnerungen hinterlassen, die man, ehe man wieder in eine neue Beziehung startet, besser mit fachlicher Hilfe bewältigen sollte. Eine Partnerschaft ist keine Therapiestunde ...

Liebe Orlanda,

sicherlich lassen sich schlimme Verletzungen heilen, insbesonders bei der Seele werden aber immer Narbe zurückbleiben. Solche Erinnerungen lassen sich nicht mehr löschen - man kann nur versuchen, sie mit neuen Erfahrungen zu verändern.

Merlin
 
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Ehemaliges Mitglied
Ehemaliges Mitglied
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Altlasten, also " alte Lasten " hatte sicher jeder Mensch, doch wenn diese Zeitlebens mit herum geschleppt werden, ist damit nur schwer umzugehen....

Auch wenn Getrennt lebende, frisch Geschiedene und gerade Verwitwete damit neue Partnerschaften beLASTEN,
dann finde ich es einer neuen Partnerschaft gegenüber unfair und...als eine schwere Last.
Ich möchte es keinem " zumuten!"

Wenn Altlasten nicht verarbeitet, sondern verdrängt wurden,( und das dauert seine Zeit...) kommen sie immer wieder zum Vorschein und...
werden so auch zur Belastung; denn ein Partner ist kein seelischer Mülleimer.-

Cardia
 
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Daisy59
Daisy59
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Da hast du völlig Recht, Orlanda. War etwas blöd ausgedrückt von mir. Aber die Zahlung kommt halt mal vom Staat, wenn er sie erhält.

Wie du schon schreibst - das ist ein anderes Thema.

Daisy
 
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Orlanda
Orlanda
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Ein Rentner lebt nicht vom Staat, sondern von dem Geld, das er/sie Zeit seines Arbeitslebens in die Rentenkasse eingezahlt hat!
Würde man diese Menge Geld bei einer seriösen Versicherung einzahlen, könnte man im Alter wunderbar davon leben.

So aber kassiert Raubritter Staat das GEld und verteilt dann Almosen! Man/frau muss froh sein, wenn am Ende des Arbeitslebens genügend Geld zum Leben da ist.

Würde der Staat mit unseren Rentenbeiträgen nicht alles mögliche finanzieren, sondern es so anlegen, wie man das als anständiger Mensch machen würde, gäbe es immer noch genug, um auch Menschen einen Rente zu zahlen, die wenig eingezahlt haben.

Aber der Staat veruntreut ein große Menge der Rentenbeiträge!

Die Rentner leben nicht vom Staat, sondern der Staat lebt von den arbeitenden Menschen hier!

Ach was, das ist ein ewiges Thema. Und auch eine Altlast der Bundesrepublik.
Einst eingeführt mit guter Absicht, ist der arbeitende Mensch mittlerweile zur Melkkuh des Staates verkommen.

Orlanda
 
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Daisy59
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Hallo Aaron1821,
Thailand schön und gut - aber der Flug kostet ja schließlich auch ne Menge Geld.


Zitat: "Jede Mens hat Altlasten, es ist nur wie geht Mann da mit um."

Da stimme ich dir zu. Es muss jeder selbst wissen, auf was er sich einlassen möchte und auf was nicht.

Menschen sind Gott sei Dank unterschiedlich, so dass man eigentlich - egal in welcher Situation und / oder mit welchem handicap - doch eine Chance hat, eine/n Partner/in zu finden, oder? Manchmal dauert die Suche halt länger.

Daisy
 
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Daisy59
Daisy59
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Vielleicht ist es manchmal einfach eine unglückliche Formulierung, denn ich habe es schon gelesen in der Form, dass jemand nur von sich selbst behauptet, keine zu haben, aber auch wieder andere, die nur Menschen suchen ohne Altlasten.
Ich finde, man muss in unserem Alter einfach auch die Lebensgeschichte eines evtl. Partners in Kauf nehmen, wenn man mit ihm/ihr zusammen sein will, denn es lässt sich sowieso nicht mehr rückgängig machen. Der Andere muss ja auch meine "Unebenheiten" hinnehmen.

Als etwas schwierige Situation empfinde ich es, wenn jemand vom Staat lebt. Dabei ist es unerheblich, warum das so ist. Ein neuer Partner möchte vielleicht verreisen, der andere kann aus finanziellen Gründen nicht mithalten. Dann passt es vom Finanziellen her einfach nicht. Ist das dann eine Lösung, wenn man sich nur unter "Gleichen" umsieht? Ich weiß es nicht.
Andererseits gibt es sicher auch viele Menschen, die selbst genug haben und die es nicht stört, jemand zu unterstützen. Aber führt das nicht früher oder später zu großen Konflikten auf beiden Seiten?

Daisy - jetzt gibt's Kaffee...
 
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Orlanda
Orlanda
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Ich verstehe unter Altlasten nicht bewältigte Trennungen von ehemaligen Partnern/Partnerinnen oder auch Zahlungsverpflichtungen aus der Vergangenheit.

Es soll auch nicht so sein, dass die Vergangenheit nicht erwähnt werden darf, aber manchmal hat sie traumatische Erinnerungen hinterlassen, die man, ehe man wieder in eine neue Beziehung startet, besser mit fachlicher Hilfe bewältigen sollte. Eine Partnerschaft ist keine Therapiestunde.

Ich würde es auch ablehnen Einschränkungen hinzunehmen, nur weil der Partner gegenüber einer ehemaligen Partnerin große finanzielle Verpflichtungen hat. Dann schon lieber keine Partnerschaft.

Für mich sind solche Dinge nicht nur Theorie. Männer, die gezielt finanzstarke Frauen suchen, um trotz finanzieller Verpflichtungen gegenüber ehemaligen Partnerinnnen oder auch trotz hoher sonstiger Schulden ein gutes Leben führen zu können, begegnen wohl jeder partnersuchenden Frau irgendwann ein- oder mehrfach.
Es gibt aber auch Frauen, die gezielt nach Männern suchen, um z.B. nicht mehr arbeiten zu müssen (Aussage einer geschiedenen Kollegin: "Ich brauch unbedingt wieder einen Mann. Ich komm ja zu gar nix mehr vor lauter Arbeit - nicht nachmittags in den Fitnessclub, nicht zur Kosmetikerin vor lauter Arbeit!).

Es gibt nix was es nicht gibt...

Orlanda
 
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Merlin47
Merlin47
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Bei einem Menschen in unserem Alter ohne Vergangenheit beschleicht mich immer ein unbehagliches Gefühl. Da stellt sich mir dann immer die Frage, was möchte dieser Mensch verbergen oder verdrängen.

Sicherlich haben viele eine Lektion in ihrem Leben erhalten, die sie nie mehr vergessen werden. Für mich erscheint dann immer wichtig, wie ehrlich sie mit diesen Altlasten umgehen. Es gibt nichts Schlimmeres als eine seelische Zeitbombe, die dann irgendwann die Partnerschaft oder gar den Partner zerstört.

Partnerschaft bedeutet ja auch, dass man nicht nur die unbeschwerten Seiten des Lebens mit dem anderen teilen möchte, dabei ist es aber ratsam, die eigenen Kräfte nicht zu überschätzen.


Merlin
 
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emirena
emirena
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Hallo Daisy,

das ist doch mal ein Thema, das bei der Partnersuche im reiferen Alter (aber nicht nur) wahrscheinlich sehr häufig mitschwingt. Und zwar in JEDER Hinsicht.
Sowohl finanzielle oder soziale Verpflichtungen als auch seelische Schäden oder, wie ich glaube, auch Behinderungen, Krankheiten etc. spielen häufiger eine Rolle, als dies offensichtlich ist.

Es wird nur (verständlicherweise) ganz ungern offen darüber gesprochen. Denn je klarer die Aussage, desto mehr grenzt man gleichzeitig dort aus, wo es evtl. doch eine Chance gäbe.

Das Wort "Altlast" an sich ist ja schon stigmatisierend.
Für den der evtl. nach der vorherrschenden Meinung eine hätte als auch für den, der es wagt, bestimmte Altlasten auszuschließen, wenn es darum geht, jemanden kennenzulernen.

Klar ist für jeden etwas anderes akzeptabel oder nicht akzeptabel. Dagegen kann man wohl wenig machen.
Auf jeden Fall würde ich empfehlen, dass derjenige, der solche K.O.-Kriterien aufstellt, erst einmal in den eigenen Spiegel (auch im übertragenen Sinn) gucken sollte.

Auch ist es jedermanns Entscheidung, ob er unter bestimmten Vorzeichen den nächsten Schritt auf einen anderen Menschen zu machen will oder lieber gleich Abstand nimmt.

emirena

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