Beiträge zum Thema: " Dominanz in der Partnerschaft "

 
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Bröckchen
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Hallo Gundulabella,

ich sehe das allerdings ein bisschen als Problem:

Wenn Mann sagt: gib her, ich mach das, neigt Frau dazu, ihn machen zu lassen (er wird das schon können, sonst würde er das ja nicht sagen).

Wenn Frau sagt: gib her, ich mach das, neigt Mann dazu, das nicht annehmen zu können (denn Frau kann das ja nicht können, wenn er es nicht kann)

... außer es handelt sich um Fähigkeiten wie Kochen, Putzen, Waschen (denn das kann Frau von Natur aus besser)

Welch ein Unsinn, mir jedenfalls liegen technische Fertigkeiten mehr als hauswirtschaftliche. Und es kostet mich ziemliche Kraftanstrengung, friedlich zu bleiben, wenn man mir die Kompetenz dazu absprechen will. Ich habe wirklich keine Lust, ständig durch liebes Zurückhalten meinerseits den Frieden zu wahren ... das bringt soviel innerliche Wut ...

Bröckchen
 
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Bröckchen
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Hallo Merlin, Hallo Gundulabella,

ich will mal an einem Beispiel verdeutlichen, wo ich Dominanz(versuche) sehe:

Jemand ist, auch mit Bedienungsanleitung, nicht in der Lage, seinen neuen SAT-Empfänger einzustellen. Auf ein freundliches "soll ich das machen" kommt dann: "nein, das kannst du sowieso nicht, da muss ein Fachmann ran" ... obwohl das erwiesenermaßen eine Falschaussage ist, da sämtliche eigenen Geräte erfolgreich selbst eingestellt...

Nur ein ganz kleines Beispiel, das für sich allein genommen noch kein Grund wäre, einen Streit auszulösen. Aber auch kein Grund, sich klein zu machen.

Hier sehe ich einen Dominanzversuch aus der Schwäche heraus - normal sollte sein: "na klar, mach das, ich krieg das nicht hin"

Aber das ist bei Euch, Gundulabella, sicherlich nicht so. Wenn einer etwas besser kann, soll er es auch tun.

Bröckchen
 
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Merlin47
Merlin47
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Liebe Gundel,

in erster Linie hat doch Dominanz etwas mit Machtausübung, Unterwerfung und Kontrolle zu tun. Stärken und Schwächen sind hier nur die Voraussetzungen, um die Dominanz auch ausüben zu können.

Was Du meinst, würde ich als Symbiose bezeichnen, mit der zwei Gegensätze verbunden werden.

Merlin
 
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Bröckchen
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Ist denn ein Mensch eine unsichere Persönlichkeit, Gundulabella, wenn er keine Lust hat auf immer neue Dominanzversuche des Partners?

Das kann ich so nicht sehen. Ein unsicherer Mensch wird sich eher dominieren lassen und dann evtl. in Depressionen landen. Wer sich seiner selbst sicher ist, wird sich gegen Dominanz wehren, und wenn der Partner dann mit stärkeren Dominanzversuchen reagiert, die Partnerschaft kündigen.

Wie Merlin es auch schon früher gesagt hat, ist wohl eher der "Dominierende" der Schwache, denn er glaubt, immerzu stärker und besser sein zu müssen.

Bröckchen
 
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signorina
signorina
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@ rubens,

hier ist mal ein "altes" Thema, "neu rausgehauen".

Damals fühltest Du Dich davon offensichtlich sehr angesprochen.

Als "alter Neuer" kannst Du ja mal Deine heutige Sicht zum Besten geben.

Bist Du immer noch der "Dominator" oder "Führer"?
(Welche Bezeichnung ist Dir lieber?)

Was machst Du, wenn sich jemand von Dir nicht führen lässt? (Nur anprangern?)

LG

Signoina
 
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ruben7587
ruben7587
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guten tag schreiberlinchen ,

gut ausgewertet und erkannt .
ja , ich genieße es , zu führen .

- stap on my terminal !! -

ruben
 
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ruben7587
ruben7587
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schreiberlinchen ,
ich möchte dir zum thema aus meiner sicht antworten:
wie kommt es , dass alle in helle aufregung geraten , wenn man die begriffe dominant oder devot , erwähnt ?
wie du schreibst , bist du selber schriftstellerin . ich brauche dir deshalb nicht zu erklären , wie schön das pc zeitalter , mit seinem klaren schriftbild ist und / oder wie schwer es im gegenzug ist , die handschrift eines verwirrten goethe oder eines betrunkenen mönch des 12. jahrhunderts , der die bibel in seinem ständigen knatter von wer weiß wo , abgeschrieben hat , zu deuten . also lassen wir die toten ruhen , denke , das ist besser . nun zu deinem thema :
nach vierzig jahren kam ich zu der erkenntnis , dass unsere spezies nicht nur aus männlein und weiblein besteht , sondern insbesondere aus devoten und dominanten personen. um bei diesen begriffen zu bleiben , möchte ich hier nicht den despoten oder den ewig betrunkenen ehemann anführen , dieses hat mit dem thema nichts zu tun .

wenn man sich die mühe macht und richtig alte ehepaare , die für sich in anspruch nehmen eine glückliche und erfüllte ehe zu führen , befragt , dann bekommt man nach kurzer zeit heraus , dass es sich fast immer um die zusammenschließung devot / dominant oder dominant/ dominant , handelt .
betrachtet man andere ehen , insbesondere solche , die unglücklich sind , kommt man zur zusammenschließung devot / devot o d e r devot / dominant , die jedoch nie besprochen oder aufgearbeitet wurde ( glaube , das sind die meisten ).

je länger ich darüber nachdachte , um so mehr traf mich die erkenntnis , das dieses gebiet eine riesige spannweite hat . ich weiß nicht , wo man beginnen und wo man enden soll . ich möchte es hier auch vermeiden ein oder mehrere beispiele zu nennen , weil ich daran mit sicherheit gemessen werde und mir das beschriebene verhalten persönlich zuerkannt wird .

meines erachtens gibt es keine noch so gute partnerschaft , die man nicht zerreden kann !
gleichwohl ist es erforderlich , bereits vorher miteinander zu reden , damit mein gegenüber weiß , mit wem er es zutun hat . zu diesem zeitpunkt kann mein gegenüber entscheiden , ob eine evtl. partnerschaft bestand haben könnte oder ob man sich besser trennt .

ich weiß nicht , wer in der ersten verliebtheit daran denkt , kenne jedoch genügend fälle , in denen die aussage fällt , der andere partner habe sich - im nachhinein - als ein ganz anderer entpuppt .
vielleicht sollte man den beginn einer neuen parnerschaft unter diesem licht betrachten . schadet bestimmt nicht

ruben
 
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Merlin47
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Ja, es ist ein Kreuz mit dem guten alten Goethe, denn er hatte sich bei dem was er schrieb auch noch etwas gedacht :-))
 
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Ehemaliges Mitglied
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Der Zusammenhang ist dergestalt,dass Lilith ,zurückgehend auf ihre babylonische Vorläuferin ,in der jüdisch-christlichen Mythologie als Kindermörderin dargestellt wird.
Die Gestalt des Gretchens geht bei Goethe auf den Fall der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt aus FFM zurück,die verurteilt und hingerichtet wurde.Gretchen wird ja auch zur Kindsmörderin.
Gruss KF.
 
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Ehemaliges Mitglied
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Ich blätter mal zurück, zum 3.11. und zu Cardia:
In Goethes Faust wird sie (Lilith?) als teuflisches Gretchen dargestellt....
Das verstehe ich jetzt nicht so ganz.... das Gretchen ist doch die, die von der Beichte kommt und der Herr Faust will sie nach Hause begleiten, weil sie so schön ist.....
Und das ist doch auch die, die die "Gretchen-Frage" stellt:.... wie halten Sie es denn nun mit der Religion?"
Also ist sie doch die GUTE, oder wie???
Oder überlege ich geraden "...um des Pudels Kern" herum????

Jockeline, auf Antwort wartend
 
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Merlin47
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Hm ..., das klingt jetzt aber nicht besonders prickelnd.
 
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Merlin47
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Zu Betrag 11.42 Uhr:

Grrr ...! Sie = So
 
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Merlin47
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Auch die Vernunftehe ist nicht frei von Emotionen und Gefühlen und sei es das Gefühl von Sicherheit. Du nimmst es mir hoffentlich nicht übel, wenn ich mich hier Deiner Meinung nicht anschließen möchte.
 
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Merlin47
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Zitat Schreiberlinchen: ... ich denke dass wir die Steinzeit-Methode schon lange hinter uns gebracht haben...

Hier irrst Du leider. Von den 1,8 Millionen Jahren der Menschheitsgeschichte leben wir gerade einmal schlappe 50 oder 60 Jahre in einer veränderten Gesellschaftsstruktur.

Dieses archetypische Verhaltensmuster sitzen so tief in uns verankert, daß wir uns dem nicht entziehen können. Sie befinden sich die Männer zum Beispiel hinter dem Steuer eines Autos auch heute noch auf der Jagd, was man deutlich am Verhaltensmuster erkennen kann.
 
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Merlin47
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Zitat Bikermike: ... besteht nicht im Hinterkopf das Bild vom starken Beschützer/Verteidiger der Familie ...

Das ist eine grundsätzliches archetypisches Verhalten besonders sehr junger Frauen, das sich aber beim Übergang in eine andere Lebensphase häufig ändert. Mit ein Grund, warum so viele Ehen geschieden werden.

Ich denke nicht, daß die Balance zwischen Dominanz und Unterwerfung zu einer guten Partnerschaft führt, sondern eine Balance der Dominanz beider Partner. Ich meine damit die Fähigkeit Dominanz geben, aber auch annehmen zu könne. Sicherlich gibt es daneben auch Menschen, die sich in der Dominanz des Partners geborgen und wohl fühlen, hat dann aber mit besagtem Defizit zu tun.
 
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Merlin47
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@Kiri: Du brauchst Dich doch dafür nicht zu entschuldigen, denn man kann ja nicht alles wissen. Zudem wäre das Leben mit dem Stein der Weisen ja langweilig, denn es gäbe keine Geheimnisse mehr, die man ergründen kann.

Wie ich schon erwähnte, entspricht Lilith nicht den Vorstellungen der christlichen Institutionen zu Frauen, deshalb wurde sie ja auch weitgehend auch aus der Bibel verbannt. Ein Schicksal, das sie mit Maria Magdalena teilen muß. Du wirst in der Bibel also nur die von mir zitierten Verse finden.

Die Rolle der Frau in der christlichen Lehre ist über die Zeit schon merkwürdig geworden, obwohl sie eigentlich die Träger dieser Institution darstellen. Hier wird auch wieder die Grundregel der Dominanz sichtbar, indem es welche geben muß, die sie annehmen müssen.

So verstehe ich auch, warum sich Frauen aus den Frauenbewegungen von dieser Institution abwenden und sich geistig und spirituell anders orientieren möchten (z.B. Wiccas).


Merlin
 
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Merlin47
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Zitat von Schreiberlinchen: ... und ich laufe weniger Gefahr den falschen Partner zu wählen!

Das ist zwar ein guter Vorsatz, aber leider nicht ganz so einfach, wie es scheint, denn die Entscheidung darüber wird in den ersten 7 Sekunden einer Begegnung getroffen. Das Unterbewußtsein mit seinen Gefühlen und Emotionen entscheidet hier, noch ehe wir überhaupt wissen, wie uns geschieht. Um Fehler nicht zu wiederholen, ist deshalb neben all´den Gefühlen auch ein Moment für die kühle Ratio angesagt.

Danke für die Blümchen aus Deinem Eingangssatz. Ich versuche eigentlich immer die Dinge aus der Distanz eines Betrachters zu sehen, denn dadurch gelingt es auch sie zu verstehen (leider nicht immer :-) ).

Merlin
 
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emirena
emirena
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Merlin, dazu habe auch ich nichts mehr hinzuzufügen.

Nur eines wundert mich immer wieder:
Ich habe das jetzt nicht bis in alle Einzelheiten überprüft, aber Du zitierst gerne, sprichtst aber Personen nicht direkt an. Was steckt dahinter? Eine bewußte Distanz von einer vermeintlich höheren Warte aus? Liegt das an der natürlichen Dominanz oder am Beruf?

Stobbs, "was falsch daran ist" kann nicht pauschal beantwortet werden. Für den einen ist es falsch, für den anderen eben nicht. So einfach. Wir sind nicht alle gleich und das ist gut so.

emirena
 
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Merlin47
Merlin47
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Zitat von Emirena: Freut mich, Männer, dass Ihr die Lilith nicht in die böse Ecke stellen wollt.

Daran siehst Du, daß wir gar nicht so sind, wie manche uns gerne sehen möchten. Dominanz ist ein ganz natürliches Verhaltensmuster der meisten höher entwickelten Lebewesen, mit der man eigenendlich gelassen umgehen sollte. Zur Dominanz gehören aber immer zwei, der eine, der sie für sich in Anspruch nimmt und der andere, der sie zuläßt. Probleme treten damit in einer Partnerschaft immer dann auf, wenn einer der beiden ein Defizit in seiner Persönlichkeit hat.

Ein Mensch mit einem schwachen Selbstbewußtsein wird sich von der natürlichen Dominanz seines Partners oder seines Umfeldes bedroht fühlen und je nach Temperament versuchen sich der Sache zu entziehen. Mangelndes Selbstbewußtsein ist aber auch der Grund für ein ein übertriebenes dominantes Verhalten mancher Zeitgenossen, denn damit sollen die eigenen Defizite überdeckt werden.

Bei der unbewußten Entscheidung für einen Partner spielen diese Dinge eine entscheidende Rolle, das ist dann auch der Grund, warum viele Frauen oder Männer immer wieder die gleichen Erfahrungen mit ihren Partnern sammeln müssen.
 
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emirena
emirena
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danke für die Aufklärung!
Freut mich, Männer, dass Ihr die Lilith nicht in die böse Ecke stellen wollt. Bei dem von Merlin angedeuteten "Stellungskrieg" der Bibelforscher hätte ich mir das auch nicht vorstellen können.

Aber, Katzenfreund, der Hinweis auf die Gunst von A. Schw. war ja auch wieder unnötig. Du glaubst doch nicht, dass wir das nötig haben. Wir modernen Liliths brauchen keine Rechtfertigung.

Von der offenen zur subtilen Dominanz, das ist naheliegend, aber vielleicht nicht unbedingt im Sinne von Schreiberlinchen gewesen.

Subtile Dominanz (Manipulation) ist allgegenwärtig. Sag mir keiner, er wäre vollkommen frei davon.
Bei Inanna und Gilgamesch beruhte das nach meiner Auslegung auf Gegenseitigkeit, obwohl Gilgamesch - der ja menschliche und göttliche Anteile zugleich in sich trug, der göttlichen Inanna gegenüber eine schlechtere Ausgangspolition hatte. Er wusste angeblich damit umzugehen.
In der Überlieferung ist Gilgamesch einer der ersten Helden überhaupt.

Buchtipp; nur ein Roman, aber der Autor ist soweit mir bekannt ist, Wissenschaftler. Denn nur ein solcher kann das Epos so genial umsetzen:
"Gilgamesch, König von Uruk"

Schönen Tag wünscht allen Historikern und anderen Forschern
emirena

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