Beiträge zum Thema: Gemeinsame Interessen

 
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Orlanda
Orlanda
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Kann man mit jemandem in einer Partnerschaft leben, dessen Interessen ganz anders sind?

Mir fällt immer wieder auf, dass Männer offenbar auf das, was im Profil einer Frau steht, wenig achten. Ich habe z.B. eine große Palette von Hobbies und Interessen und ich sehe keine Bereicherung darin, jemanden kennenzulernen, dessen Interessen in keiner Weise den meinen ähnlich sind und manchmal sogar völlig gegensätzlich.

Und es muss noch viel mehr zusammenpassen: Die Art von Humor, die Bereitschaft zu geistiger Beweglichkeit und dazu, sich auch ohne große vorherige Diskussion in einem Gedankenfeld wiederzufinden. Das kann nicht konstruiert werden, das muss bereits vorhanden sein, bevor man sich kennenlernt.

Viele Menschen mögen denken, das käme schon im Laufe einer Beziehung oder man könnte sich anpassen, angleichen. Ein Anpassen, sich verstellen kann aber auf Dauer sehr ermüdend sein und befriedigt niemanden.

Orlanda
 
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emirena
emirena
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das Salz in der Beziehungssuppe würde wenig nützen, wenn der "Fond" nicht auf einer guten Basis (mit Liebe) gekocht wurde. Sonst ist es im schlimmsten Fall nur Salzwasser.

Man kann recht ordentliche Fonds fertig kaufen. Das tun viele. Und wundern sich dann, dass der "Pfiff" (individuelle Würze) fehlt. Aber es passt halt auch nicht jedes Kraut in jede Suppe.

Ich denke, man sollte die Bedeutung profaner Dinge auch nicht unterschätzen. Wem das genügt, ist vermutlich gar nciht sooo schlecht dran.

emirena
 
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Orlanda
Orlanda
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Liebe Emirena, Du sagst es und schreibst es sehr schön:

"Es gibt so unendlich viele, die in uralten Traditionen so sehr verhaftet sind und nichts dazu gelernt haben, dass unter all diesen Angepassten und anpassungsbereiten die wenigen wirklichen Freigeister wenig Chancen haben, auf einen einzigen Gleichgesinnten zu treffen."

Darin liegt des Pudels Kern, aber auch darin, dass es nach meiner Erfahrung viel zu viele Menschen (aus meiner Erfahrung Männer) gibt, die außer ein paar profanen Interessen wie Biergarten, Wohnmobil, Essen&Trinken, Haus&Garten, Fußball oder ein anderer Sport per TV kaum Interessen haben.

Das Spielerische, Leichte ist vielen Menschen verloren gegangen. Was zählt ist die materielle Absicherung, es wird gejammert was das Zeug hält (vorallem von Menschen, die offenbar viel zu verlieren hätten), das was tagtäglich von den Medien in die Köpfe gestülpt wird. Da bleibt nicht viel übrig für freie Fantasien, für Interessen an ungewöhnlichen oder gar gewöhnlichen Dingen.

Verhaltensforscher haben herausgefunden, dass der Mensch ein Lebewesen ist, das angeblich nicht wirklich erwachsen wird, weil es ständig forscht und auch im Alter noch fähig ist zu spielen. Wildtiere legen die Jugendlichkeit mit dem Eintritt der Geschlechtsreife ab.
Man vermutet, dass die Entwicklung zum Menschen eingetreten ist, weil dieses menschliche Urwesen über lange Zeit jugendlich blieb, das heißt, neugierig blieb und seine Umwelt bis weit ins Erwachsenenalter hinein zu erforschen begann.

Es ist ja auch heute noch so, dass Menschen, die aufgeschlossen, neugierig und lernbereit bleiben, bis ins hohe Alter geistig und körperlich fit bleiben. Wer aufhört neugierig zu sein, das Interesse an der Umwelt und an neuen Dingen verliert und auch körperlich rostet, siecht rasch dahin und verkümmert.

Für mich ist das ein hochinteressantes Feld, denn ich sehe natürlich auch mein Verhalten, das Nachlassen von Kräften und den Wunsch zum Rückzug.
Ich merke auch, wie die Abkehr von meinen Interessen und Hobbies wegen der starken beruflichen Belastung mir ein Gefühl der inneren Verarmung bereitet.
Ich lebe, wenn ich all das machen und denken darf, was ich will, was aus mir kommt, und nicht, wenn ich eingekerkert und domestiziert das machen muss, was andere Menschen sich für mich ausgedacht haben.

Meine Beziehungsmänner haben mich immer blockiert bzw. ich habe mich blockieren lassen.
Wahrscheinlich sind es vorallem die Männer, die gerne vorgeben, was getan oder nicht getan wird und Frauen sind viel weicher und geben gerne nach (bis auf Ausnahmen natürlich!). Männer ziehen alles mögliche durch: Beruf oder Sportliches. Auch anfangs harte Frauen sehe ich nachgeben, der Familie, der Kinder wegen.

Wenn man einen Mann kennenlernt, so bekommt man meist schon in den ersten Stunden vorgesetzt, was ER gerne macht, liest, wie er seine Wohnung einrichtet etc. Was denn Mann an der Frau interessiert ist, ob sie Wohnungseigentum oder andere materielle Werte besitzt.

Für mich kein guter Einstieg bzw. akurat das, was ich eh schon weiß.

Doch, es gab einen Freund, mit dem teilte ich viele Interessen: Radfahren, Kunst&Malerei, Fotografie, Landschaften, und er hatte einen Humor wie ich ihn liebe (ein wenig schwarz, ein wenig boshaft)... Als Freund war er perfekt...

Orlanda
 
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emirena
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ich frage mich hier immer wieder, warum es vielen Menschen so unmöglich erscheint, zu zweit und doch selbstbestimmt zu leben.

Ich lebe alleine, aber ich sehe das nicht als Voraussetzung dafür, die Dinge zu tun, die mir wichtig sind. Allerdings geht für mich Beziehung nur mit einem Partner, der keine Selbstaufgabe von mir fordert. Mehr noch; ich glaube, dass es möglich ist.
Aber eben nicht jeder mit jedem.
Das trifft übrigens auf Freundschaften ebenso zu.

Es gibt so unendlich viele, die in uralten Traditionen so sehr verhaftet sind und nichts dazu gelernt haben, dass unter all diesen Angepassten und anpassungsbereiten die wenigen wirklichen Freigeister wenig Chancen haben, auf einen einzigen Gleichgesinnten zu treffen.

Nichts gegen Traditionen, aber bitte nciht um den Preis der totalen Selbstaufgabe.
Die Erde hat sich bisher immer weiter gedreht; es wäre doch ziemlcih töricht, heute so leben zu wollen wie in der STeinzeit.

emirena
 
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Orlanda
Orlanda
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Ich glaube nicht, dass ohne gemeinsame "Grundstimmung" eine Beziehung Sinn macht. Das wäre doch nur ein ewiges gegeneinander Anrennen.
Diskussionen sind sicher das Salz in der Beziehungssuppe, aber man kann eine Suppe auch gehörig versalzen!

Wenn man sich ständig abgleichen muss, steht man ständig mit einem Bein auf einem Platz, den man eigentlich gar nicht will.

Es sollte jeder auf seine Weise glücklich sein dürfen. Natürlich macht es manche Menschen glücklich, wenn sie sich mit Dingen auseinandersetzen dürfen, die eigentlich nur wegen des Partners in ihren persönlichen Kreis geraten sind. Das nennt man dann Bereicherung, wenn man es so sehen kann.
Es kann aber auch nerven, sich andauernd mit Dingen auseinandersetzen zu müssen/dürfen, die einem völlig fremd sind. Bei mir wäre das z.B. Fußball oder banale, für mich völlig uninteressante Bücher lesen zu müssen, nur weil der Partner sie gut findet. Männer sind oftmals besonders gut im Anpreisen von Literatur, so als ob sie es darauf auslegten, den Geist einer Frau auf diese Weise zu fesseln!

Natürlich kommt es darauf an, was einem eine Beziehung wert ist. Wenn man sie auf einen Sockel stellt, damit sie alles überragt, bringt man dem "Goldenen Kalb" alle möglichen Opfer.

Ich bin eine bewußte Egoistin. Mir sind meine Vorlieben so viel wert, dass ich sie zwar mit einem Menschen teilen möchte, sie aber keinesfalls reduzieren möchte, um anderen, uninteressanten Dingen Raum zu schaffen.

Mir ist kein Paar bekannt, das ich um sein Paarsein beneide. Überall nur Aufgabe von vormals geliebten Angewohnheiten und der Preis ist körperliche Verfettung und Resignation, Krankheit.

Vermutlich ist es hormonell bedingt, wenn der Mensch bereit ist, einen Teil seines Selbst einem anderen Mernschen zu opfern. Wenn die "Anpassungshormone" fehlen, ist der Mensch frei und - GLÜCKLICH!

Orlanda
 
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emirena
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STÄNDIGE Diskussionen müssen ja nicht sein, wenn man nicht die Erwartung hat, dass ALLES geteilt werden muss.

Aber zwischen "ständigen Diskussionen" und permanenter wortloser Übereinstimmung gibt es doch viele "Stufen".

Ganz ohne Diskussion wirkt auf mich meistens so, als hätte einer der Beteiligten sein Selbst aufgegeben.

Es gibt sowohl unter Männern als auch unter Frauen solche Typen, die es nicht lassen können, am anderen herum zu erziehen. Wenn das dann gelungen ist, gibt es nur noch wenige Möglichkeiten. Entweder einer der Beteiligten richtet sich in seiner Abhängigkeit ein oder er flüchtet mit dem letzten Rest von Eigeninitiative, bevor es zu Dauerstress ausartet.

Aber nochmal meine Überzeugung: VÖLLIG OHNE etwas Gemeinsames oder wenigstens etwas Kompatibles wie Interessen, Weltbild, Lebensplan etc. (Sexualität lasse ich mal bewußt außen vor)
macht in meinen Augen auch keinen Sinn.

emirena
 
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emirena
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Hallo FinCh,
das meinte ich mit gemeinsamer "Schmittmenge"!

Natürlich dürfen (und sollen m.E. sogar) zusätzlich auch Interessen bleiben, die man nicht teilen muss.
Einige meiner Hobbies und und Interessen möchte ich weiter pflegen ohne dass jemand dazwischen quatscht, und umgekehrt könnte ich mit einem Partner nichts anfangen, der keine eigenen Interessen hat, sondern sich nur bei mir "dranhängen" will.
Da könnte er aussehen wie George Cloony; wäre völlig uninteressant.

Ich will kein Alleinunterhalter sind und brauche einen solchen auch für mich nicht. Nicht Zwilling oder Klon, sondern PENDANT wäre ideal.

emirena
 
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emirena
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wahrscheinlich glauben viele, dass die Sexualität als verbindendes Element ausreicht, um zwei völlig konträge Persönlichkeiten zu "verbinden". Vielleicht KANN es sogar funktionieren; für eine gewisse Zeit. Wenn beide mit der "zugeteilten Rolle" leben können. Wenn nicht oder wenn sich einer der Beteiligten entwickelt oder verändert, dann beginnt das Spiel von vorne. (neue Dame/neuer Herr - gleiches Spiel)

Sicher "verbindet" Sex, auf eine ganz einfache und elementare Art (fragt sich nur wie lange); ich meine jedoch, dass auch Abhängigkeiten schafft und das ist m.E. etwas völlig anderes, als Gemeinsamkeit oder gemeinsames Interesse.

Die Sexualität (in der Regel) gehört dazu, aber sie reicht nicht aus, um eine Beziehung tragfähig zu machen.
(Literatur-Hinweis: Salz auf unserer Haut von Benoite Groult)

e.
 
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emirena
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und was hat das jetzt mit gemeinsamen Interessen zu tun?

@ Aaron: irgendwie liegst Du mit Deinen (Bibel-) oder sonstigen "heiligen" Sprüchen meistens NEBEN dem Thema. Knappp daneben ist aber auch daneben. Es scheint eine besondere Begabung zu sein oder ein Hobby, Bibelsprüche o.ä. überall dort einzustreuen, wo sie nicht wirklich zum Thema passen.
"er gab sich große Mühe", so würde man das in einem Arbeitszeugnis beschreiben.

guten Morgen, liebe Orlanda,
wie in Deinen Beispielen ist das Gesetz der Polarität Grundlage jeglicher Wahrnehmungen und aller Geschehnisse.
Zum Glück muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass es zwischen beiden Polen nicht Gemeinsamkeiten und harmonierende Interessen geben kann.

Zum Glück hat ein Mensch, der sich für Kunst interessiert, die Wahl, ob er sich mit einen Kunstbanausen paaren möchte oder nicht.

Gemeinsame oder verwandte Interessen sind in einem
ähnlichen Kulturkreis wahrscheinlicher als in einem fremden, aber es ist grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dass z.B. ein Waldarbeiter mit einer Juristin oder eine Aldi-Kassiererin mit einem vergeistigteen Philosophie-Professor eine Beziehung haben können; jedoch sind natürlich besonders in solchen Konstellationen Konflikte vorprogrammiert.

Was natürlich NICHT bedeutet, dass es bei gleicher Herkunft, Ausbildung, bei gleichen Interessen keine Konflikte geben würde. Es wären nur ANDERE Konflikte. Insofern ist jeder selbst seines Glückes Schmied, vorausgesetzt, die Hormone gewinnen nciht die Überhand.

emirena
(nach der Nacht ist vor der Nacht - und dazwischen liegt ein Tag, derzeit ein sonniger)
 
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Orlanda
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Nie ist ein Mensch nur das Eine oder nur das Andere. In jedem Menschen sind immer beide Elemente vorhanden und mal ist das Eine und mal das Andere stärker.

Yin und Yang sind gute Symbole dafür.

Eine weitere Überlegung ist, dass alles so beschaffen ist: Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit, immer und überall gibt es Ausgleich.
Was heute als schlecht erscheint kann morgen schon gut aussehen.

Der Mensch erkennt nicht alles, die Fähigkeit der Erkenntnis ist auf sich selbst und seine Welt begrenzt. Wie wollen wir Gutes und Böses wirklich unterscheiden?

Außerdem sind die Begriffe Gut und Böse Erfindungen des Menschen - in der Natur gibt es kein Gut oder Böse - es gibt nur Konsequenzen für jedes Geschehen, für jede Tat.

Orlanda
 
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emirena
emirena
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in diesem Punkt bin ich 100 % gleicher Meinung.

Auch mit dem Eindruck, dass viele der in LF50 anwesenden Männer auf die im Profil erwähnten Interessen kaum achten.
Für mich muss es mindestens eine gemeinsame Schnittmenge an gleichen oder ähnlihen Interessen geben.

Man muss ja nicht gleich ALLES teilen, finde ich.
Aber zunächst muss man sich ein "Bild" machen können, mit wem an es zu tun´hat oder zu tun bekommt.
Mit "keine Angabe" ist da kein Land zu gewinnen (bei mir).

emirena

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