Beiträge zum Thema: Unsere Sprache - ein Selbstbildnis?

 
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emirena
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Das wollte ich eigentlich noch hinzufügen:
Vielleicht sollten wir bei allem Anspruch auch ein bisschen nachsichtig sein; jeder hat schließlich andere Begabungen. Die zu erkennen und zu nutzen wäre eine effiziente Aufgabe für unsere ganze schöne Gesellschaft!

emirena
 
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emirena
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hallo Leute,

ob wir den Politikern "Stil und Etikette" beibringen können und müssen, sei dahingestellt.
Fangen wir doch besser mit uns selbst an.

Es zeigt sich immer wieder, wie wichtig es ist, nicht nur eine klare Aussprache sondern auch einen klaren Inhalt zu vermitteln. Sonst sind eben die Missverständnisse vorprogrammiert. Ganz auszuschließen sind sie sowieso nicht. Es macht also schon Sinn, den Kopf einzuschalten, bevor man Töne (oder Schreibereien) absondert.

Zurück zu Schreiberlinchen: bestimmt ging Deine Anregung nicht völlig ins Leere. Nur - wo Wischiwaschi drin ist, kann auch nur Wischiwaschi herauskommen. Für die Pflege und Aktualisierung der Inhalte ist jeder Erwachsene selbst verantwortlich.

emirena
 
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Hallo Emi, kirie und alle zusammen,

ich muss nochmals auf die deutliche Sprache und Aussprache zurückkommen.
Also, ich kenne nur sehr wenige Politiker, die deutlich sprechen. Manche nuscheln und s. Steubers nerven-
zermürbendes ..."Äh"..nach mindestens jeden 2. Wort
und diese Unart haben vor allem Politiker an sich.
Sie sagen auch sehr viel daher und sagen dabei doch so wenig aus.Außerdem vereinen sie in sich immer
die gleichen Rdensarten.

Für mich persönlich ist es ein Zeichen hoher Bildung,
die größten und kompliziertesten Dinge srachlich einfach und verständlich auszudrücken und nicht umgekehrt.-

Heute können zu viele schlau reden (s. Medien ),
aber es steckt nichts dahinter.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag!

LG Chatmaus
 
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emirena
emirena
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nur manchmal, Kirie? Jetzt triffst Du mich aber schwer. Ich glaube ich muss mal ein Ratgeber-Buch mit dem Titel "wenn Frauen zu wenig lieben" schreiben.

Spass beiseite: ich glaube, dass manchmal lieben (und manchmal nicht) ebenso wenig geht wie "ein bisschen schwanger".

Dann müssen wir halt mal sehen, wie wir uns arrangieren.

schwer getroffen, aber nicht zerbrochen grüsst Dich
emirena
 
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emirena
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liebe Kirie,

hattest Du denn den Eindruck, dass unsere beiden Meinungen zum Thema widersprüchlich sind? Ich finde das keineswegs. Das eine schließt das andere nicht aus. Und so nützt es auch wenig, wenn Einer klar spricht (von der Aussprache her) und der Zuhörer deshalb gut zuhören kann, aber der inhaltliche Wert der Worte zu wünschen übrig lässt.

Schimpf nicht mit mir bitte; hab heute wohl mal wieder meinen kritischen und analytischen Mittwoch.

Liebst Du mich trotzdem noch?
Deine emi
 
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emirena
emirena
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danke Klaus,
die eigentliche Bedeutung von "fix" ist mir geläufig.
Darum kam mir ja auch die fixe Idee in den Sinn.
Und Daisy setzte sicher deshalb ein "grins" hinter ihre "fixe" Besprechung, weil sie die Bedeutung auch kennt. Das nennt man dann künstlerische Freiheit.

emirena
 
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@ emirena

Kirie hat es wunderschön dargestellt. Es ist nicht nur die reine Nachricht, die beim Empfänger ankommt, sondern eben mehr und dann wirkt schon mal etwas überheblich (jetzt wollte ich spontan arrogant schreiben), was eigentlich nur als Information gemeint war.

Jour Fixe würde ich übrigens mit "feststehender Termin" übersetzen. Der Begriff "Fix" hat auch gar nichts mit schnell sondern nur mit fest zu tun. Gehört zum Wortstamm wie fixieren. Alle diese Begriffe stammen aus dem Französischem vom Verb fixer = befestigen ab.

Frohe Ostern

Klaus
 
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Daisy59
Daisy59
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Hallo Klaus,
da gebe ich dir natürlich Recht mit dem französischen Jour fixe. Bin aber überzeugt, dass es alle anderen verstanden haben, was ich meinte. Ich habe mich nicht korrekt ausgedrückt, es sollte heißen: Worte aus einer anderen Sprache.

Ein Jour fixe ist bei uns (!) in der Arbeit nichts anderes, als eine montägliche Besprechung über geschäftliche Punkte, die in einem schon endlose Zeit geführten Protokoll stehen. Das hat bei uns leider auch nix mit fix (grins..) zu tun, es dauert meistens über 2 Stunden. Es ist nichts anderes als eine geschäftliche Besprechung, bei uns zumindest.
Ich gebs ja zu, manche fremden Worte lassen sich auch nicht so einfach übersetzen, ohne dass ein aus mindestens fünf Worten bestehender Kauderwelsch rauskommt.

Daisy
 
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emirena
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Hallo Klaus,

da fällt mir ein, dass es da noch Klärungsbedarf meinerseits gibt:
Du bezichtigtest mich der "Überheblichkeit", hast mir auf meine Nachfrage hin, wo Du eine solche gesehen hast, aber nicht geantwortet.
Jetzt sagst Du, Du möchtest nicht "überheblich" sein.
Allein die Tatsache, dass man einen sachlichen Hinweis hat (Jour Fixe stammt aus dem Französischen), ist doch keine Überheblichkeit.
Der Ton macht die Musik, oder?

Aber zurück zum Thema: Jour FIXE und FIXE Idee - nicht immer ist, was gleich aussieht, wirklich dasselbe, wenn auch die Herkunft verwandt sein dürfte. Der Begriff "fixe Idee" hat sich in unserem Sprachgebrauch eingebürgert. Sehr viele Wörter und Begriffe in der Deutschen Sprache stammen ja bekanntlich aus dem Lateinischen. Kein Mensch würde heute noch auf die Idee kommen, diese vielen "Übernahmen" als Mißachtung der Deutschen Sprache zu bezeichnen.

Wem fällt eine rein deutsche Bezeichnung für "Jour Fixe" ein, die ebenso knapp und bezeichnend ist?

emirena
 
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Hallo Daisy

ich möchte nicht überheblich wirken, deshalb nur ganz kurz: Jour Fixe kommt aus dem Französischen

Gruß
Klaus
 
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Daisy59
Daisy59
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Ihr habt völlig recht (oder: Recht? neue Rechtschreibung wie?), unsere Sprache wird "verunsittet". Geiz ist g e i l , alles ist eien coole S c h e i ß e , furchtbar.
Nicht weniger schlimm finde ich es aber, wenn so viel nach englischen Ausdrücken gegriffen wird wie z.B. "jour fixe" (jeden Montag bei uns in der Arbeit) oder "feedback".

Ihr müsst duch mal den Spaß machen und in der S-Bahn, wenn Jugendlich drin sind, mal richtig zuhören.
Aber: Woher kommt das? Von der "man darf alles"-Gesellschaft, die WIR doch selbst sind? Leben wir das den Kindern denn vor oder kann es der schlechte Umgang sein?

Wenn ich vom Kampftrinken Jugendlicher höre, falle ich gleich ins Koma, schlimm ist das.

Aber ich möchte nicht vom Thema abschweifen und von Schreiberlinchen die Bemerkung "Thema verfehlt" bekommen...

Daisy, die sich weiter bemühen wird, ein gutes Deutsch im Forum und im restlichen Leben :) anzuwenden.
 
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emirena
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"wer nicht deutlich und akzentuiert sprechen kann, ...."
Dein Einwand ist absolut berechtigt, Kirie.

Aber wir sollten aufpassen, dass wir da nicht zwei unterschiedliche Dinge miteinander vermischen und Kraut und Rüben (für die Leser aus dem Ländle: Geisburger M a r s c h) herauskommt.

Du sprichtst von der Deutlichkeit der Sprache; ich spreche überwiegend - also nicht immer - vom Inhalt der Sprache und von der Kunst, mit Hilfe der Sprache die unterschiedlichsten Sachverhalte darzustellen oder poetische Inhalte zu vermitteln.

Wer deutlich sprechen kann und das auch tut, sagt nicht immer viel aus. So sind oft Politiker Meister darin, deutlich und akzentuiert zu sprechen ohne wirklich etwas Sinnvolles auszusagen.

Andererseits mag es kluge Köpfe geben, die wiederum nicht so besonders geschickt darin sind, die ersonnenen Weisheiten in eine verständliche und klare Sprache umzusetzen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass man beim Singen vieles über einen Menschen "heraushören" kann - aber wenn die Texte nicht von ihm selbst stammen, sagt das relativ wenig über die "Sprachfertigkeit" des Sängers aus.

Hat das Singen nicht auch etwas mit richtig Atmen zu tun?

emirena
 
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emirena
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die Sprache (der Klang der Sprache) mag sich ändern; Inhalte können oft auch nach Jahrtausenden noch richtig sein.

Aus den Lehren des Ptah-Hotep, ca. 2000 Jahre vor Christus:

"sei nicht eingebildet auf Dein Wissen, sondern unterhalte Dich mit Unwissenden wie mit Wissenden.

Nie erreicht man die Grenze der Kunst, und es gibt keinen Künstler, dem Vollkommenheit eignet.

Die Redekunst ist verborgener als ein kostbarer Stein, aber man kann sie bei den Dienerinnen über dem Mühlstein finden."

nur abgeschrieben (und adoptiert) von
emirena
 
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emirena
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mir fällt zu diesem Thema grad noch etwas ein, Schreiberlinchen:
Die Sprache im Allgemeinen hat viele Facetten. Sie ist ein Werkzeug zur Kommunikation, kann aber auch eine Kunstform sein. Und für Kunst gibt es keine konkreten Regeln, sondern bestenfall eine Zuornung zu einem bestimmten Genre.

Es gibt ja eine Reihe von anerkannten Schriftstellern, deren Sprache und/oder inhaltliche Ausrichtung ich selbst nicht besonders mag - spontan fallen mir da Elfriede Jelinek oder James Joyce ein - aber deren Leistung ich durchaus anerkenne.

Mit der darstellenden Kunst ist es ähnlich: Zum Beispiel erkenne ich das Genie von Dali oder manchem Alten Meister an und sehe deren Genialität auch im Detail, aber wenn ich die Wahl hätte, mir ein Original für mein Wohnzimmer auszusuchen, hätte ich ganz andere Vorstellungen.

emirena
 
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GutenAbend,Emirena.... jetzt weiß ich,was mir schon seit "Wochen" gefehlt hat :=)) Deine explizieten Exposes :=)) Ich hab jetzt mal extra ins Wörterbuch geschaut....
Schön,daß Du wieder in Mainhattan bist.
@Nuala: ein Beispiel für das Benutzen des Wortes GEBEN - aus Bochum:
Gibbse mich ma datt ....watt au imma
oder: Tu mich datt ma gehm
Da stellen sich auch MIR die Nackenhaare hoch. Wir als Eltern oder Großeltern sollten den Klindern mit gutem Beispiel voran gehen. Die deutsche Sprache ist sooo vielfältig und abwandelbar.....
Wenn wir die Jugend dazu bringen können,mal was anderes als Comic-Hefte zu lesen,sind wir mit dem Erhalt der deutschen Sprache schon ein ganzes Stück weiter,oder?
Comic - gezeichnete Figuren/Geschichten??
Jockeline
 
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emirena
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liebe Schreiberlinchen,

da hätte ich ja fast ein für mich hochinteressantes Thema verpasst. Da ich aber zugegeberweise ein wenig "kontrollsüchtig"* bin, habe ich mich durch alle wegen Abwesenheit verpassten Themen durchgelesen und siehe da, ich wurde fündig.

Einerseits geht es mir ähnlich wie Dir, dass ich manchmal schreien könnte aus Verzweiflung, wenn ich so den einen oder anderen "Erguss" lese, andererseits sehe ich es ähnlich wie Bikemike, der ganz richtig darauf hinweist, dass die Welt sich weiter dreht und alles, wirklich alles veränderlich ist.
"Alles fließt" sagt Heraklit. Ich denke, wer sich diesen Veränderungen und somit dem Lauf der Welt "verweigert", wird ebenso ein Außenseiter sein wie derjenige, der meint jeden Trend mitmachen zu müssen, wohl (noch) nicht zu sich selbst und seiner eigenen individuellen "Weltanschauung" gelangt sein dürfte.

Sollten wir uns nicht aus allen Möglichkeiten (und die Möglichkeiten der Sprache sind schier unendlich) die jeweils für uns selbst die richtige herausfiltern?
Wie der Einzelne die Sprache anwendet, sagt ja auch sehr viel über diese Person aus. Aber Vorsicht - nicht jeder, dem Reden und Schreiben weniger gegeben ist als den großen Schriftstellern und uns beiden (grins) ist deswegen ein weniger wertvoller Mensch. Bestimmt gibt es da andere Begabungen und Fähigkeiten, die eine eloquente Person vielleicht nicht hat.

Ich möchte für mich weder bestimmte Anglizismen noch gewisse Redewendungen ausschließen; mir erscheint es wichtiger, glaubhafte und authentische Aussagen zu machen. Der berühmte Königsweg der Mitte ist für mich auch in der Sprache das, woran zu orientieren mir richtig erscheint.

Du sprichst auch den Klang der Sprache an. Auch da geht es mir wie Dir. Wir bayrischen Madeln (ich hoffe Du lässt das für mich als gebürtige Fränkin gelten) haben halt einen Hang zum Mediterranen.
Ob die Entwicklung einer bestimmten Sprache eines Volkes eine wissenschaftlich nachweisbare Ursache in der jeweiligen Mentalität des Volkes hat, kann ich mir vorstellen, weiß es aber nicht.

Ich denke, wir müssten versuchen, auch bezüglich der Sprache unseren eingeschränkten nationalen Horizont schrittweise ein wenig zu erweitern. Schließlich sind wir nicht der Nabel der Welt und die Globalisierung ist unumkehrbar. Oder was meinst Du?

herzliche Grüße vom Main (bis gestern war es noch der Nil) an die Isar

emirena
 
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Zum Thema "Sprachmatsch" gibt es ein göttliches Lied von den Wise Guys, das ich Euch ans Herzl legen möchte.

Hier ein Youtube-Link zum Lied "Denglisch"

http://www.youtube.com/watch?v=xlQI0mfJbCc
 
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Liebe Frau Kirie,in OWL (wo ist denn das??) wird nicht "komisch" gesprochen,sondern in einer ganz wunderbaren örtlichen Sprache,dem sogenannten OWLlerisch :-)
Eigentlich müßtest Du das doch mittlerweile können bzw. verstehen....

ABer es ist schon wahr,unsere Sprache verkommt leider immer mehr zu irgendwelchen Phrasen oder !*%§?+#-~! ist nichts merhr mit "sprachbesoffen" :-)

Jockeline,die deutsche Sprache liebend - besonders Pottdeutsch!!!!
 
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Hallo Olivia,

die Sprache sollte verständlich, klar und ausdrucksvoll sein.

Es ist ja bekannt, dass durch das Frensehen die Zuschauer der bewußten Aufnahme von Sprache "entwöhnt " werden.-

Aber die Sprache der Medien prägt sehr nachhaltig unsere Umgangssprache durch bequeme Leerformeln und schiefe Sprachbilder, z. B. " Heißer Herbst, Spitzengespräche " usw.

Es gibt auch ein phrasenhaftes Geschwätz, mit stereotypen Redewendungen, s. Politiker.
Auch Kinder verfügen bei Sprachschwierigkeiten nicht über eine mangelnde angeborene Intelligenz, sie wurden nur sprachlich nicht ausreichend gefördert.

Oft vermisse ich die verschiedenen Variationen eines Wortes in seiner Vielfalt. Ich habe eine Abneigung gegen Gleichförmigkeit.

Wenn ich selbst von sogenannten redegewandten
Menschen immer wieder die Wörter " tun " und "gucken " höre.-
Kenne wir dafür keine anderen Ausdrücke mehr???

Schreiberli, gucken wir mal, was man dagegen tun kann.
LG Chatmaus

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