Haartransplantation – Kliniken, Kosten, Grafts mit Rechner

Wer unter Haarausfall leidet, ist nicht allein: Rund 80 Prozent aller Männer sind im Laufe ihres Lebens von diesem hormonbedingtem Problem betroffen. Dementsprechend viele Männer ziehen eine Haartransplantation in Betracht. Diese ist aber nicht für jeden geeignet.

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Wie entsteht Haarausfall?

Man spricht zwar im Allgemeinen von Haarausfall, genau genommen liegt das Problem aber tiefer. Tatsächlich fallen nicht nur die Haare aus. Die Dichte der Haarfollikel nimmt mit zunehmendem Alter ab. Dieser Prozess beginnt manchmal schon im Teenageralter. Seinen Anfang nimmt er zuerst an den Schläfen, wodurch die sogenannten „Geheimratsecken“ entstehen. Wie schnell der Haarausfall voranschreitet, ist erblich bedingt. Während manche Männer schon mit 20 Jahren eine Glatze haben, können sich andere noch im Rentenalter über volles Haar freuen.

Bei erblich bedingtem Haarausfall – im Fachjargon androgenetische Alopezie – reagieren die Haarfollikel nach und nach immer sensibler auf das männliche Sexualhormon Testosteron. Sie schrumpfen, die Produktion wird gehemmt und die an den betroffenen Stellen neu wachsenden Haare bleiben so kurz, dass sie kaum sichtbar sind, bevor sie schließlich ausfallen.

Wie funktioniert eine Haartransplantation?

In der Regel wird bei der Haartransplantation die Graft-Methode angewandt. Dabei werden nicht Haare, sondern  Haarfollikel transplantiert. Aus ihnen können dann wieder gesunde, kräftige Haare wachsen. Unter örtlicher Betäubung werden am Hinterkopf Follikel samt Haut entnommen, die dann in sehr kleine Stücke, sogenannte Grafts, geteilt werden. Diese enthalten maximal fünf Haarfollikel und werden dann an die von Haarausfall betroffenen Stellen eingepflanzt, in welche vorab kleine Löcher eingestanzt werden. In einer Sitzung können bis zu 4500 solcher Grafts transplantiert werden und sie dauert mehrere Stunden. Die Behandlung ist dementsprechend recht zeit- und auch kostenintensiv. Die Stelle, aus der die Haarfollikel entnommen wurden, wird vernäht. Nach ungefähr drei Monaten sollen aus den transplantierten Follikeln neue Haare wachsen. Alternativ gibt es auch Methoden, bei denen Haarstreifen oder Haarbüschel verpflanzt werden. Diese Behandlungen sind zwar günstiger und dauern weniger lang, das Ergebnis sieht allerdings auch unnatürlicher aus.

Für wen ist eine Haartransplantation geeignet?

Was Mann vorab unbedingt wissen muss: Diese Behandlung hat keine Erfolgsgarantie! Es ist möglich, dass die verpflanzten Follikel abgestoßen werden oder ebenfalls sensibel auf Testosteron reagieren. Des Weiteren könnten sich die durch den Eingriff entstandenen Hautwunden entzünden. In Anbetracht dessen, dass Kosten von mindestens 2000 Euro, je nach Größe der betroffenen Stelle und Behandlungsmethode wahrscheinlich aber deutlich mehr, anfallen, sollte eine Haartransplantation nur in Betracht gezogen werden, wenn ein derartiger Betrag verschmerzbar ist. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen diesen Betrag in der Regel nicht. In der Branche gibt es erhebliche Preisunterschiede. Ein Vergleich von Anbietern für Haartransplantationen lohnt sich daher meist.

Außerdem können natürlich auch nur dann Haarfollikel transplantiert werden, wen genug vorhanden sind. Wer also starke Geheimratsecken hat, aber das Haar am restlichen Kopf noch voll ist, kann die Behandlung durchführen lassen. Sind jedoch kaum noch Haare vorhanden, käme höchstens die Transplantation von Kunsthaar in Betracht. Diese ist jedoch äußerst umstritten.

Welche Kosten entstehen? – Unser Graft Rechner

Viele Kliniken halten sich mit einer konkreten Angabe der Kosten für eine Haartransplantation zurück. Die Preise variieren dabei sogar beträchtlich. So ist eine Spanne von 2000 bis 12000 Euro für eine annährend gleiche Behandlung mit einer ähnlichen Anzahl der zu verpflanzenden Grafts zu beobachten. Wir versuchen Ihnen Anhaltspunkte dafür zu geben was wirklich realitische Preise auf dem deutschen Markt sind.

Ermitteln Sie die benötigten Grafts und Ihre ungefähren Kosten. Welches Bild passt am ehesten zu Ihnen?

Bild 1: Sie benötigen ca. 700 Grafts. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 1500-2000 Euro.

Bild 2: Sie benötigen ca. 1500 Grafts. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 2000-2500 Euro.

Bild 3: Sie benötigen ca. 1800 Grafts. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 2200-2800 Euro.

Bild 4: Sie benötigen ca. 800 Grafts. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 1600-2100 Euro.

Bild 5: Sie benötigen ca. 1500 Grafts. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 2000-2500 Euro.

Bild 6: Sie benötigen ca. 1800 Grafts. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 2200-2800 Euro.

Bild 7: Sie benötigen ca. 3500 Grafts. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 4000-4800 Euro.

Bild 8: Sie benötigen ca. 2000 Grafts. Die Kosten dafür belaufen sich auf ca. 2500-3300 Euro.

Bild 9: Für eine Einschätzung bei einer Oberkopfglatze ist in jedem Fall eine Beratung bei einem Facharzt erforderlich. Die maximale Graftzahl beträgt 4000-5000 je nach Patient. Kosten entstehen in Höhe von mindestens 4500 Euro.

Die richtige Klinik finden

Die Suche nach der richtigen Klinik für die eigene Haartransplantation gestaltet sich oftmals schwierig und langwierig. Für einen solchen Eingriff und auch erheblichen finanziellen Aufwand möchte man keinen Fehler machen. Es gibt zahlreiche Unsicherheiten, die durch so manchen Beitrag im Internet nicht unbedingt ausgeräumt werden. Aus diesem Grund geben wir hier Tipps, worauf Sie achten sollten, um eine gute Entscheidung zu treffen:

  • Eine ausführliche Beratung, die wichtige Fragen behandelt (Vor- und Nachbereitung der OP, medizinische Gesichtspunkte, Ablauf einer OP, Kosten usw.) ist wichtig.
  • Holen Sie sich im Vorfeld mehrere Einschätzungen zur erforderlichen Graftzahl und mögliche Kosten ein. So haben Sie im Beratungsgespräch einen Orientierungspunkt.
  • Hat der Behandler eine ausreichende Erfahrung von mindestens mehreren Jahren?
  • Konzentriert sich die Beratung auf die wesentlichen Aspekte einer Haartransplantation oder versucht man Ihnen andere Dinge teuer zu verkaufen?
  • Geht die Beratung darauf ein, dass Sie eine gewisse Zeit (2-3 Wochen) nicht oder kaum am alltäglichen Leben teilnehmen können?
  • Nein, Sie dürfen keine Kopfbedeckung tragen. Egal was Ihnen erzählt wird. Frühestens nach 14 Tagen und auch nur jeweils kurzzeitig ist dies erlaubt.
  • Ist eine ausreichende Vor- und Nachsorge gewährleistet? D.h. Kontrolle von Blutbild und EKG im Vorfeld, Reinigen des Donorbereiches am Tag nach der OP, Einführung in die spezielle Haarwäsche nach ca. 3 Tagen. Regelmäßige Nachkontrolle persönlich oder per Fotos.
  • Sollten Sie die Haartransplantation in größerer Entfernung zu Ihrem Wohnort planen, sollten Sie mehrere Tage Aufenthalt einplanen. Die korrekte Nachsorge in den ersten 3 Tagen ist enorm wichtig.

 

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