Sind Sie im Pflegefall ausreichend abgesichert?

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Deutschland wird im Durchschnitt immer älter. Die Erfolge der Medizin stellen uns aber auch vor viele Herausforderungen. Eine der größten: wie stellen wir sicher, dass man sich um Menschen kümmert, die nicht mehr für sich selbst sorgen können.

Wie ist die Situation auf dem Pflegemarkt momentan?

Aktuell beziehen rund 3,3 Millionen Menschen in Deutschland Geld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Diese stellt eine Art Sicherheitsnetz für den Pflegefall dar. Wer vom medizinischen Dienst der gesetzlichen Krankenkassen offiziell in einen der fünf Pflegegrade eingestuft wird, kann Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beziehen. Wie hoch die Leistung ist, hängt nicht nur vom Pflegegrad ab, sondern auch davon ob man ambulant, also zu Hause, gepflegt wird, oder ob es sich um den stationären Aufenthalt in einem Pflegeheim handelt.

Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung können in 2 Kategorien unterteilt werden. Einmal das Pflegegeld, ein monatlicher Beitrag der fällig wird, wenn der Versicherte ambulant gepflegt wird. Selbst in den hohen Pflegegraden 4 und 5 zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung allerdings nur maximal 900 Euro aus. In der zweiten Kategorie geht es um Pflegesachleistungen. Diese sind zwar deutlich höher – bis zu 1995 Euro monatlich – allerdings können sie nur durch Pflegedienste beansprucht werden. Bei stationärer Pflege zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung bis zu 2005 Euro monatlich aus.

Reicht das aus, um die Kosten zu decken?

Ganz klare Antwort: Nein! Eine Person, die Angehörige pflegt, hat in der Regel keine Möglichkeit mehr selbst zu arbeiten. Selbst bei maximalem Pflegegeld – 901 Euro – muss die pflegende Person anderweitig unterstützt werden. Noch extremer wird es bei stationärer Pflege.

Der Eigenanteil (EEE), den der Pflegebedürftige selbst zu tragen hat, liegt hier im Schnitt in Deutschland bei einer Summe von rund 2000 Euro monatlich – gehobene Pflegeeinrichtungen und Seniorenresidenzen in teuren Gegenden kosten schnell mal 2.500 bis 3.000 Euro monatlich, die privat aus eigener Tasche zu zahlen sind. Wir sprechen hier wohlgemerkt vom Eigenanteil, d.h. die Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse sind bereits in Abzug gebracht worden.

Was muss man privat bezahlen?

Die Kosten für stationäre Pflege sind mit der Bezahlung des Pflegeheimplatzes noch lange nicht vollständig. Natürlich sind Pflege, Miete, Reinigung und Verpflegung in den monatlichen Preisen inbegriffen, für andere Dinge wie Haare schneiden oder neue Klamotten muss die gepflegte Person allerdings selbst aufkommen.

Die Lösung: Eine private Pflegezusatzversicherung

Wie wir in den vorigen Abschnitten gesehen haben, reichen die gesetzlichen Leistungen bei weitem nicht aus, um die Kosten für die Pflege zu decken, unabhängig davon, ob nun stationär oder ambulant gepflegt wird. Wer keine Pflegeversicherung abschließt, der wird nicht um den Verbrauch seines Vermögens oder den Verkauf des Eigenheims herumkommen. Wer weder das eine noch das andere hat, muss starke Einschränkungen im alltäglichen Leben in Kauf nehmen.

Viele Menschen haben zudem Angst davor, dass unter einer solchen Situation der Ehepartner oder die Kinder leiden müssen. Der Abschluss einer zusätzlichen Pflegeversicherung kann daher sinnvoll sein, um seine Angehörigen vor psychischen und finanziellen Belastungen zu schützen.

Welche Möglichkeiten einer privaten Pflegezusatzversicherung gibt es?

Zunächst gilt: Je früher desto besser! Solange Sie jung und gesund sind, werden Sie alle Pflegeversicherungen zu besseren Konditionen erhalten! Die häufigste Pflegezusatzversicherung ist die Pflegetagegeldversicherung. Hier wird für jeden Pflegegrad ein Tagessatz festgelegt, der dann monatlich im Pflegefall ausgezahlt wird. Das Pflegetagegeld kann auch staatlich gefördert werden (sogenannte Pflege-Bahr-Versicherung).

Alternativ gibt es die Möglichkeit der Pflegerentenversicherung. Dabei handelt es sich um kapitalgedeckte Pflegeversicherung. Vorteil: Tritt der Pflegefall nicht ein, bleibt das Geld erhalten und kann anderweitig genutzt werden. Nachteil: Die Pflegerentenversicherung ist in der Regel deutlich teurer als eine Pflegetagegeldversicherung, weil nicht nur der reine Risikofaktor abgesichert wird, sondern zusätzliche Sparanteile einkalkuliert sind.

Die dritte Alternative ist die Pflegekostenversicherung. Wie der Name schon sagt gibt es hier keinen festen Betrag der monatlich ausgezahlt wird, sondern die Versicherung beteiligt sich anteilig an den tatsächlich entstandenen Pflegekosten. Eine günstige Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung, allerdings muss der Versicherte Nachweise über seine Ausgaben erbringen, was die Abrechnung komplizierter macht. Diese Art der Zusatzabsicherung wird daher kaum nachgefragt und angeboten.

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