Untreue verzeihen? Kann das eine Beziehung überstehen?

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Gerade in langjährigen Beziehungen steigt die Wahrscheinlichkeit von Untreue. Die gute Nachricht: die meisten Menschen bleiben treu. Nur ungefähr ein Drittel ist Umfragen zu Folge einmal oder mehrmals fremdgegangen. Wobei es hier kaum einen Unterschied zwischen Männern und Frauen gibt. Einen Unterschied gibt es jedoch beim Zeitraum. Frauen werden statistisch betrachtet am häufigsten zwischen dem sechsten und zehnten Jahr der Beziehung untreu. Männer hingegen nach elf Jahren und mehr.

Ursachen für Untreue

Um beurteilen zu können, ob eine Beziehung Untreue überstehen kann, ist es wichtig zunächst auf die Ursachen zu blicken. Denn Untreue ist stets ein Symptom für darunter liegende, unerfüllte Bedürfnisse. Auch hier gibt es statistisch gesehen Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Bei Frauen liegen vorwiegend emotionale Aspekte zu Grunde. Sie fühlen sich nicht anerkannt, wertgeschätzt oder geliebt. Oder verlieben sich spontan in einen Anderen. Bei Männern ist die häufigste Ursache sexuelle Langeweile. Sie suchen nach einem Abenteuer oder lassen sich auf eine Gelegenheit ein, die sich spontan bietet. Alkohol ist dabei auch regelmäßig keine Ursache, sondern trägt lediglich dazu bei, Hemmschwellen herabzusenken.

Untreue vorbeugen

Damit ein Partner fremdgeht, bedarf es in der Regel zuvor schon einer Schieflage in der Beziehung. Selten liegt die Verantwortlichkeit bei einem Partner alleine. Oftmals ist zuvor der Alltag in die Beziehung eingekehrt und beide Partner haben sich nicht mehr umeinander bemüht und die Beziehung als selbstverständlich betrachtet.

Um Untreue vorzubeugen, ist es daher wichtig, regelmäßig – einzeln und gemeinsam – die Zufriedenheit mit der Beziehung zu reflektieren und offen darüber zu sprechen. Und zwar über die emotionalen wie sexuellen Aspekte.

Betrug – was nun?

Ist einer der Partner dann schon einmal fremd gegangen, geht das in der Regel mit einer großen Enttäuschung und einem großen Vertrauensbruch einher. Wichtig dabei ist zu wissen, dass diese Verletzungen nicht von heute auf morgen heilen können, sondern Zeit brauchen. Zunächst sollte man etwas Abstand voneinander gewinnen und beide Partner sollten sich selbst Zeit geben, um über die Beziehung nachzudenken.

Will man diese Beziehung wirklich aufrechterhalten? Liebt man den Partner noch oder ist das Zusammensein reine Gewohnheit? Nur wenn beide zu dem Schluss kommen, dass ihnen der Partner noch wichtig ist, hat die Beziehung eine Chance. Hierfür sollte man sich genug Zeit nehmen. Die aufkommenden Emotionen darf man nicht unterdrücken, sondern sollte sie zulassen und ausleben, um sie verarbeiten zu können.

Schuldzuweisungen sollte man in jedem Fall vermeiden. Vielleicht hilft es, diese einmal für sich aufzuschreiben und zu hinterfragen oder sich bei einem guten Freund oder Freundin auszusprechen. Wenn man dem Partner diese Schuldzuweisungen jedoch an den Kopf wirft, treibt einen das nur weiter auseinander.

Das wichtigste ist es, mit dem Partner offen und ehrlich über die Ursachen des Seitensprungs und die beiderseitigen, unerfüllten Bedürfnisse zu sprechen. Auch sollte man den eigenen Anteil an der nicht mehr erfüllenden Beziehung hinterfragen.

Gerade, wenn der Schmerz noch groß ist, fällt dies oft schwer, ohne dem anderen Vorwürfe zu machen. Hier kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe, wie beispielsweise eine Paartherapeutin, hinzuziehen. Damit dies erfolgreich gelingen kann, müssen beide Partner dies wollen. Viele Menschen haben Vorbehalte dagegen. Wenn der Partner hierzu nicht bereit ist, kann auch eine Einzeltherapie stark unterstützen.