Welche Möglichkeiten hat man, wenn der Partner nur noch nervt?

genervt voneinander

Bild von Mar auf Pixabay

Was tun Sie, wenn der Partner nur noch nervt?

Ist in Ihrer Beziehung allmählich der Alltag eingezogen, weil die Schmetterlinge im Bauch verschwunden sind? Daraufhin kann es passieren, dass die ursprünglich als „niedlich“ empfundenen Marotten Ihres Lebensgefährten anfangen, Sie zu nerven.

Warum muss er mit seinem starken Ego immer so dick auftragen? Warum ist sie öfter so schusselig und lässt seinen Lieblingsbraten anbrennen? Warum wirft er seine schmutzigen Socken notorisch in die nächste Ecke, anstatt diese ordentlich in den Wäschekorb zu packen?

Öfter sind es Banalitäten, die uns spontan am Partner stören. Doch kann ein dahinterstehender Dauerkonflikt Ihre Paarbeziehung stark belasten.

Was kann hinter den negativen Gefühlen in Ihrer Beziehung stecken?

Worum geht es bei den Abneigungen, die Sie urplötzlich gegenüber Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner empfinden?

Gewöhnlich dreht es sich um drei Grundfragen:

  • Welche Gedanken können auf Ihrer Seite Ursachen für das Stimmungstief in der Partnerschaft sein?
  • In welche Richtung lenken Sie diese Aversionen?
  • Welche vielversprechenden „Anti-Nerv-Strategien“ kann es in Ihrer Situation geben?

Welche Gedanken bei Ihnen selbst sind Auslöser der genervten Stimmung?

Sie haben auf einmal gemerkt, dass Sie die Schrullen und Macken des Gegenübers kaum noch ertragen. Erfahrungsgemäß verbergen sich hinter solchen Aversionen andere Hintergründe.

Sie beginnen sich zu fragen: „Hätte er beziehungsweise sie mich lieb, würde er/sie das nicht tun, oder?“

Hinter dieser Gretchenfrage verstecken sich öfter tiefere innere Konflikte. Es können Ihre eigenen Ansprüche und Erwartungen an eine feste Beziehung sein, welche direkt aus Ihrer Biografie stammen. Parallel zu solchen Wertvorstellungen von einer guten Partnerschaft kann ebenso die Angst vor Ablehnung durch ihren Lebensgefährten mitwirken.

Normalerweise hat Ihr Gegenüber ähnliche Gedanken wie beispielsweise: „Würde er oder sie mich so annehmen wie ich bin, ließe er/sie das dauernde Kritteln und Nörgeln!“

Wie lässt sich ein ständiges genervt sein in der Paarbeziehung beispielhaft beschreiben?

Wo Paartherapeuten gern den Hebel ansetzen, ist die Aufdeckung von „Teufelskreisen“ im Duo.

Hierzu ein kurzes Beispiel: Die Partnerin nörgelt am Lebensgefährten, weil er sich am Wochenende in Fußballsendungen vergräbt und wenig Zeit für sie hat. Das männliche Pendant meint: „Ich ziehe mich samstags gern in meine Sportsendungen zurück, weil du ewig an mir herummeckerst!“

Wer hat ursächlich Schuld an dieser verworrenen Beziehungskiste? Dass BEIDE Partner durch solche destruktiven Kreisläufe gegenseitig genervt sind, liegt auf der Hand.

Welche „Anti-Nerv-Strategien“ sind in solchen Situationen wirksam?

Regelmäßig zahlt sich in solchen Fällen eine METAKOMMUNIKATION zwischen den beiden Lebenspartnern aus. METAKOMMUNIKATION heißt im Klartext: KOMMUNIKATION über (gestörte) Abläufe des Miteinanders.

Auf das obige Musterbeispiel angewandt, bedeutet das: Beide Liebespartner reden – auf Augenhöhe – offen über BEWEGGRÜNDE ihres Verhaltens, welche diesen Teufelskreis stabil aufrechterhalten.

So besteht die große Chance, den pathologischen Kreislauf innerhalb der Paarbeziehung zu durchbrechen. Das Ziel ist, beidseitig an konstruktiven VERHALTENSÄNDERUNGEN zu arbeiten. Gegebenenfalls kann hierbei ein versierter PAAR- oder VERHALTENSTHERAPEUT wirkungsvolle Schützenhilfe leisten.

Darüber hinaus ist die Gestaltung einer gemeinsamen Urlaubs- oder Wochenend-AUSZEIT hilfreich. Auf diese Weise können beide Partner aus den alten „toxischen“ GEWOHNHEITEN ausbrechen und sich EMOTIONAL näherkommen.

Das FAZIT

Ein länger währendes, gegenseitiges genervt sein von zwei Lebenspartnern muss nicht notwendig im Abbruch der Beziehung enden. Weiter hilft METAKOMMUNIKATION – gegebenenfalls in Begleitung eines Paartherapeuten.

Ebenfalls ist eine entspannende AUSZEIT beim gemeinschaftlichen Kurzurlaub nützlich, in der sich beide Partner erneut auf gemeinsame WERTE besinnen können.