Schlafstörungen im Alter

Bild von LUM3N auf Pixabay

Die Qualität des Schlafes ändert sich im Laufe des Lebens. Am Anfang unseres Lebens müssen wir uns zunächst erst an regelmäßige Schlafphasen gewöhnen und im Alter benötigen wir generell weniger Schlaf. So weit alles normal. Dennoch kann es vor allem im Alter zu Schlafstörungen kommen. Diese treten aber sehr unterschiedlich in Erscheinung.

Die Schlafsucht (Narkolepsie)
Unter Narkolepsie versteht man, wenn Menschen untertags einfach von ihrem Schlaf übermannt werden und nichts dagegen tun können. Diese im Volksmund auch Schlafsucht genannte Krankheit tritt jedoch nicht nur bei älteren Menschen in Erscheinung, sondern kann auch schon in jüngeren Jahren auftreten. Zur Behandlung der Schlafkrankheit Narkolepsie sind vor allem Medikamente und eine begleitende Therapie geeignet. Häufig kommt der Wirkstoff Modafinil, der zur Gruppe der zentral wirksamen indirekten Sympathomimetika zählt, zum Einsatz. Durch die Behandlung mit Modafinil wird die exzessive Müdigkeit der Erkrankten reduziert und die Krankheit etwas eingedämmt. Eine dauerhafte Heilung davon gibt es aber leider nicht, weil es sich dabei um eine neurologische Erkrankung handelt, doch Linderung ist immer möglich.

Die Schlaflosigkeit (Insomnie)
Von Insomnie spricht man immer dann, wenn die betroffene Person Probleme beim Ein- und Durchschlafen hat. Als Auslöser dafür gilt in erster Linie Stress und so kommt es auch häufig zu Insomnie, wenn irgendetwas nicht im Gleichgewicht ist. Das können finanzielle Sorgen genauso wie ein Streit mit einem Nachbar sein. Die Schlafgewohnheiten spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Besonders regelmäßige Schlafenszeiten sind wichtig, damit sich der Körper an einen Schlaf-Rhythmus gewöhnen kann. Gegen die Schlaflosigkeit kann man vor allem mit einer Änderung seiner Gewohnheiten vorgehen, die einem guten Schlaf im Weg stehen. Dazu zählt vor allem, sich mit seinen Süchten auseinanderzusetzen: häufiger Alkoholkonsum und zu viel Koffein sind echte Schlafkiller. Entspannungsübungen und Einschlafmusik können ebenfalls sehr hilfreich sein. In schlimmeren Fällen sollten Sie mit Ihrem Hausarzt eine eventuelle Behandlung mit Psychopharmaka besprechen.

Das gesteigerte Schlafbedürfnis (Hypersomnie)
Die Hypersomnie ist im Grunde genommen das Gegenteil der Insomnie. Dabei werden die Schlafphasen in der Nacht immer länger und auch am Tag neigen betroffene Menschen öfter dazu, zwischendurch einmal kurz einzunicken. Dahinter stecken oft psychische Probleme oder körperliche Vorerkrankungen. Wenn Ihr Schlafbedürfnis in der Nacht regelmäßig mehr als neun bis zehn Stunden beträgt, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, ob Sie nicht eventuell an Hypersomnie leiden. Antriebslosigkeit und Müdigkeit am Tag sind zusätzliche Anzeichen, die auf jeden Fall zu einem Besuch des Hausarztes führen sollten.

Das Schlafapnoe Syndrom
Die Schlafapnoe hat direkt mit der Hypersomnie zu tun und ist in vielen Fällen der Auslöser dafür. Dabei setzt in der Nacht während des Schlafes die Atmung immer wieder aus. Dieses Aussetzen führt in weiterer Folge zu verringertem Sauerstoff im Körper und der Schlaf wird als weniger erholsam empfunden und verursacht dem Körper Stress. So wird versucht, den verpassten Schlaf untertags nachzuholen. Mit einer Schlafapnoe im Alter sind Sie nicht allein. Etwa 40 Prozent aller Menschen im Alter leiden laut Studien darunter und wissen gar nichts davon. Die gängigste Therapie ist die CPAP-Beatmung. Dabei leitet ein Beatmungsgerät über eine Maske zusätzliche Luft in die Atemwege. Die Therapie ist sehr wirksam, von vielen Betroffenen wird sie aber dennoch abgelehnt. Hier kann eventuell noch ein operativer Eingriff helfen, bei dem Fett- und Bindegewebe im Rachenbereich entfernt wird, das die Atemwege behindert.

Fazit: Schlafstörungen im Alter sind keine Seltenheit, man sollte sie aber dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. In vielen Fällen kann man nämlich etwas dagegen unternehmen. Der erste wichtige Schritt ist immer das vertrauliche Gespräch mit Ihrem Hausarzt, der in weiterer Folge die passenden Maßnahmen mit Ihnen bespricht.